Industrie-Raspberry Pi Zwei Newcomer: Raspberry Pi B+ und Compute Kit

Redakteur: Margit Kuther

Der Raspberry Pi B+ bietet viele neue Funktionen und Erweiterungen wie 40-Pin-GPIO auf einer energiesparenden Platine. Das Compute Modul ist speziell für Embedded-Entwicklungen in der Industrie gedacht.

Rasp Compute: Unter der Bezeichnung steht Entwicklern das Raspberry Pi Compute Module Kit (Rasperry Pi B+ und Compute-Modul aufgesteckt) als Board mit optimalem Formfaktor für industrielles Embedded Design zur Verfügung
Rasp Compute: Unter der Bezeichnung steht Entwicklern das Raspberry Pi Compute Module Kit (Rasperry Pi B+ und Compute-Modul aufgesteckt) als Board mit optimalem Formfaktor für industrielles Embedded Design zur Verfügung
(Bild: Reichelt)

Das ARM-basierte Open-Source-Projekt Raspberry Pi B+ ist eine bei Tüftlern beliebte Entwicklerplatine.

Das neue Modell bietet eine ideale Plattform für unterschiedlichste Anwendungen, die normalerweise einen Desktop-PC erfordern. Für einen geringen Preis lassen sich mit der Platine zum Beispiel Multimedia- oder Überwachungsfunktionen realisieren und HD-Videos abspielen. Sie eignet sich darüber hinaus auch für den Einsatz in Industriesteuerungen zum Beispiel für Robotik oder Automatisierungen.

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Mit den kompletten Funtionen einer Linux-Anwendung für Analyse- und Berechnungsaufgaben bietet der Raspberry Pi B+ darüber hinaus alle notwendigen Fähigkeiten zur Selbstdiagnose für industrielle Lösungen. Die neuen Funktionen harmonieren mit vorhandenem Zubehör und Anschlusskomponenten, etwa aus dem Produktprogramm von reichelt elektronik. Außerdem können mit dem neuen Raspberry Pi B+ alle bereits erstellten Anwendungen des Raspberry Pi B übernommen und umgesetzt werden.

Rasp Compute, ein Kit für industrielle Anwendungen

Neu im Sortiment des Elektronikdistributors ist auch das Raspberry Pi Compute Module Kit unter der Bezeichnung Rasp Compute. Die Vorteile im Vergleich zum Raspberry Pi B+ sind die Größe des Compute Moduls, da es im DDR2-SODIMM-Format verfügbar ist und somit den sicheren Einsatz in der industriellen Steuerungsumgebung garantiert. Entwicklern steht damit ein Board mit optimalem Formfaktor für industrielles Embedded-Design zur Verfügung.

Die E/A-Platine des Kits kann mit ihren vielen Anschlüssen als Entwicklungsumgebung verwendet werden, ist jedoch auch als Komplettlösung geeignet. Im Lieferumfang enthalten sind das Raspberry-Pi-Compute-Modul, die Raspberry-Pi-Compute-E/A-Platine, ein Universal-Netzteil sowie ein Adapter für eine Raspberry-Pi-Kamera und ein LCD.

Raspberry Pi B+, Erweiterungen und neue Funktionen

Das erweiterte Modell Raspberry Pi B+ stellt im Vergleich zu seinem Vorgänger vier statt zwei USB-2.0-Anschlüsse zur Verfügung. Dadurch sind nun mehr Anbindungen externer Geräte realisierbar. Darüber hinaus ersetzt ein neuer 40-Pin-GPIO beim Raspberry Pi B+ den bisherigen 26-Pin-GPIO. Die zusätzlichen 14 I/O-Pins bieten mehr Anbindungs- und Steuerungsmöglichkeiten im Gegensatz zum Raspberry Pi B. Die ersten 26 Pins sind identisch zum Vorgängermodell belegt und gewährleisten so die Kompatibilität zu bereits vorhandenem Zubehör.

Die GPIO-Pins oder auch General Purpose Input Output bilden die zentrale Schnittstelle zwischen dem Raspberry Pi B+ und externen Geräten sowie digitalen Schaltungen. Dabei übernehmen bestimmte Pins neben der einfachen Ansteuerung auch besondere Funktionen wie die Kommunikation per I2C, UART oder SPI.

Platz sparen bei geringerem Stromverbrauch

Das Design der Platine vereint viel Leistung auf kleinstem Raum: Der bisherige Standard-SD-Karten-Slot wurde durch eine platzsparende microSD-Karten-Version ersetzt. Bei reichelt elektronik ist für einen geringen Aufpreis auch eine 8GB-microSD-Karte in Kombination mit dem Raspberry Pi B+ unter der Bezeichnung RASP NOOBS B+ erhältlich.

Auf der Karte befinden sich das beliebte Betriebssystem Raspbian, das einfach kontrollierbare Arch Linux, OpenELEC für die Media-Center-Tauglichkeit der Platine, das auf Fedora-Basis optimierte Pidora, das frei zugängliche RISC OS der ARM-Entwickler sowie das optimierte und auf Debian basierende RaspBMC.

Optimiertes Design für Industrieanforderungen

Die Anschlüsse sind beim neuen Modell nun am Platinenrand positioniert und auch die Befestigungsbohrungen wurden verbessert. Es befinden sich nun vier anstelle von zwei Bohrungen jeweils in den vier Ecken der Platine. Das ermöglicht einen noch sichereren Halt des Miniatur-PCs. Um Platz zu sparen, wurde der FBAS-Anschluss entfernt und in die 3,5 mm-Jack-Buchse verlagert.

Darüber hinaus wurde kurzerhand ein DSP-Modul (Digitaler Signalprozessor) in den Raspberry Pi B+ integriert, wodurch die Qualität des Audioklangs im Vergleich zum Raspberry Pi B noch einmal deutlich besser geworden ist. Ein weiterer Pluspunkt des Gerätes ist der Wechsel von Linear- auf Schaltregler, so dass sich die Stromaufnahme um 20% bis 30% verringert.

Technische Daten im Detail

Der Raspberry Pi B+ verfügt wie sein Vorgänger auch über einen Broadcom-BCM2835-ARM1176JZFS-Prozessor (700 MHz) mit FPU und VideoCore-IV-Dual-Core-GPU. Letztere bietet Open GL ES 2.0, OpenGL mit Hardwarebeschleunigung und 1080p30 H.264 High-Profile-Decoding.

Als Arbeitsspeicher kommen wie beim Modell Raspberry Pi B 512 MB SDRAM zum Einsatz. Die erweiterte Miniatur-PC-Platine ist darüber hinaus mit einem HDMI-1.3/1.4-Ausgang, einem Stereo-Audioausgang, einem Ethernet-Anschluss 10/100 BaseT RJ45, einer 4-poligen Audio/Composite-Video-OUT-Buchse, einem 15-poligen MPI CSI-2-Steckverbinder für die Raspberry-Pi-HD-Videokamera und zudem mit einem 15-poligen seriellen Display-Schnittstellensteckverbinder ausgestattet.

Die Stromversorgung läuft bei 5 V / 600 mA über eine Micro-USB-Buchse. Mit den platzsparenden Abmessungen von 85 x 56 x 17 mm3 und einem Gewicht von 58 g kann die Platine auf kleinstem Raum verbaut werden.

RASP COMPUTE auf einen Blick

a) Raspberry Pi Compute Module Kit

Das Raspberry Pi Compute Modul, bestehend aus den Prozessor/RAM-Eigenschaften des Raspberry Pi Typ B, ist ein Modul im SODIMM-Format mit 200-poligen Anschlüssen.

Das Compute-Modul ist hauptsächlich für die Industrie gedacht und wird für Entwicklungszwecke in eine E/A-Platine gesteckt, welche zahlreiche Anschlüsse zur Verfügung stellt.

  • Broadcom BCM2835 700MHz ARM1176JZFS-Prozessor mit FPU und VideoCore IV Dual-Core-GPU
  • GPU bietet Open GL ES 2.0, OpenVG mit Hardwarebeschleunigung und 1080p30 H.264 High-Profile-Decoding
  • GPU ermöglicht 1 GPixel/s, 1,5 GTexel/s oder 24 GFLOPs mit Texturfilterung und DMA-Infrastruktur 512 MB SDRAM
  • 4 GB Speicher eMMC MLC Flash-Speicher (ersetzt die Flash-Speicherkarte des Standard-Raspberry-Pi)
  • Zugriff auf alle E/A über 200-poligen Kantensteckverbinder
  • Abmessungen: 67 x 31 mm, 200-polig, SODIMM-Format

b) Raspberry-Pi-Compute-E/A-Platine

  • Standard-E/A-Buchsen für das Compute-Modul
  • 200-poliger SODIMM-Steckverbinder für das Compute-Modul
  • 4 x 30-polige Stiftleisten (46 x GPIO, i2C-Bus, Kamera plus Stromversorgungs- und Massestifte)
  • GPIO-Logikstufe gewählt durch Steckbrücken-Verbindung zu 1,8 V oder 3,3 V
  • HDMI-Buchse
  • USB-A-Buchse
  • microUSB-Buchse für das Starten von angeschlossenem Host
  • microUSB-Buchse für Netzteil
  • 2 x CSI-Kamera-Steckverbinder (erfordert Adapter für Raspberry Pi-Videokameras, im Kit enthalten)
  • 2 x DSI-Display-Steckverbinder
  • Platzbedarf für JTAG-Steckverbinder
  • Betriebs-LED
  • Boot-Status-LED

3. Lieferumfang

  • Raspberry Pi Compute-Modul
  • Raspberry Pi Compute-E/A-Platine
  • Universal Netzteil
  • Adapter für Raspberry Pi-Kameras

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