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ZVEI warnt vor Lieferengpässen bei elektrischen Antriebskomponenten

Redakteur: Katharina Juschkat

Der ZVEI warnt vor einer Versorgungsknappheit mit elektrischen Antriebskomponenten. Grund ist die Elektromobilität. Die Engpässe könnten den gesamten industriellen Anlagenbau treffen.

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Der ZVEI warnt vor einer Versorgungsknappheit von elektrischen Antriebskomponenten.
Der ZVEI warnt vor einer Versorgungsknappheit von elektrischen Antriebskomponenten.
(Bild: ©jeson - stock.adobe.com)

Aufgrund der steigenden Elektromobilität wird auch die Nachfrage nach elektrischen Antriebskomponenten steigen. Der ZVEI gibt jetzt zu bedenken: Die aktuellen europäischen Herstellerkapazitäten für die Komponenten werden der steigenden Nachfrage nicht gerecht werden können. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Fraunhofer-Instituts IAO im Auftrag des ZVEI.

Der steigende Absatz von batterie- und hybridbetriebenen Fahrzeugen bei relativ kurzen Produktlebenszyklen stellt eine Gefährdung der Versorgungssicherheit für die elektrische Antriebsindustrie und andere Industriebranchen dar.

Gunther Koschnick, ZVEI-Fachverbandsgeschäftsführer Automation

Knappheit an Leistungshalbleitern und Elektroblechen droht

Eine gefährdete Versorgungssicherheit von elektrischen Antriebskomponenten trifft nicht nur die Automobilindustrie: Elektrische Antriebskomponenten sind auch ein wichtiger Bestandteil von moderner Automatisierungstechnik und ein zentraler Baustein des gesamten industriellen Anlagenbaus. Durch die deutlich erhöhte Nachfrage der Automobilindustrie drohten Knappheiten bei Schlüsselkomponenten wie Leistungshalbleitern und Elektroblechen. Verschärft werde die Situation durch eine Abhängigkeit von Herstellern aus wenigen Ländern.

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Beispiel Leistungshalbleiter: Sie werden sowohl für industrielle elektrische Antriebe, für Elektrofahrzeuge, für die Stromnetze und für erneuerbare Energien benötigt. Das Endprodukt, nicht die Materialien, werden hier zur Knappheit. Schon heute kommt es zu sehr langen Lieferzeiten, wie der ZVEI in seinem Positionspapier festhält.

Weiterhin warnt der ZVEI, dass im Extremfall die Automobilindustrie und der Maschinenbau stillstehen könnte, wenn die Komponenten der Elektroindustrie fehlen.

Forderung nach frühzeitigen Maßnahmen

Um dem vorzubeugen, fordert der ZVEI geeignete wirtschaftspolitische Maßnahmen. Das Investitionsklima für die Zulieferindustrie muss gestärkt werden. Koschnick erklärt: „Versorgungssicherheit und resiliente Wertschöpfungsketten müssen zu einem zentralen Anliegen werden, um die mittelständisch geprägte Antriebsbranche zu stärken“, so Koschnick weiter. Anderenfalls drohen Engpässe von Materialien und Bauteilen auch im Maschinenbau, der Automobilindustrie und den erneuerbaren Energien.

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