Productronica 2021 ZVEI: Märkte für elektronische Bauelemente und Baugruppen entwickeln sich positiv

Redakteur: Michael Eckstein

Nach dem das Jahr 2021 für die Bauelementebranche gut gelaufen ist, geht der Branchenfachverband ZVEI davon aus, dass sich auch 2022 positiv entwickeln wird. Probleme bereitet nach wie vor der Material- und Chipmangel. Demnach bremsen Lieferengpässe das Wachstum.

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Blicken nach vorne: Nicolas Schweizer, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands PCB and Electronic Systems (links) und Christoph Stoppok, Bereichsleiter Components, Mobility & Systems, ZVEI e.V.
Blicken nach vorne: Nicolas Schweizer, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands PCB and Electronic Systems (links) und Christoph Stoppok, Bereichsleiter Components, Mobility & Systems, ZVEI e.V.
(Bild: Johann Wiesböck)

„Der deutsche Markt für elektronische Bauelemente wird zum Jahresende 2021 eine spürbare Erholung von gut 14 Prozent aufweisen und mit einem Umsatz von 18,5 Milliarden Euro das Umsatzniveau von 2019 fast wieder erreichen“, stellte Nicolas Schweizer, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands PCB and Electronic Systems, auf der Live-Pressekonferenz des ZVEI auf der Messe Productronica fest.

Positiv stellte er zudem fest, dass die Auftragseingänge bei den Unternehmen im laufenden Jahr stark zugelegt haben und die Verluste aus dem vergangenen Jahr wettmachten. Ähnlich positiv wie der deutsche hat sich auch der europäische Markt in diesem Jahr entwickelt, verkündet der ZVEI-Vertreter. Das erwartete Umsatzplus beträgt demnach gut 17 Prozent, der Gesamtumsatz voraussichtlich knapp 56 Milliarden Euro.

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Mehr wäre möglich: Material- und Chipknappheit bremst die Hersteller

Probleme bereiten allerdings die derzeitige Verknappung an Materialien und Rohstoffen für die Produktion von elektronischen Komponenten sowie die langen Transportzeiten der Vorprodukte – wenn diese überhaupt bezogen werden können. „Die Beeinträchtigungen in der Lieferkette sind massiv. Teilweise können Aufträge nicht bedient werden“, erklärte Schweizer. Diese Schwierigkeiten würden sich 2022 fortsetzen und die positiven Wachstumsaussichten bremsen.

Nachfrage nach Bauelementen und Baugruppen weltweit ungebrochen hoch

Positiv stimmt ihn hingegen die Entwicklung der Weltregionen: Hier sei der Bedarf an Halbleiter-Komponenten anhaltend hoch. Der Weltmarkt für Halbleiter werde einen Umsatz von gut 550 Milliarden US-Dollar erreichen, was auf die starke Nachfrage in praktisch allen Anwendungssegmenten zurückzuführen ist.

Schweizer rechnet für die Märkte der elektronischen Bauelemente in Europa mit einem Anstieg von gut 23 Prozent auf einen Umsatz von knapp 67 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021. Wie auch die Region Asien Pazifik wird China das zweithöchste Wachstum mit gut 23 Prozent erreichen. Dies entspricht in China einem Umsatz von 272 Milliarden US-Dollar, durch den China seinen Rekord-Anteil von knapp 38 Prozent am Weltmarkt für elektronische Bauelemente weiter ausbauen kann.

China hält Rekordanteil am Weltmarkt für elektronische Bauelemente

Es folgt laut ZVEI die Region Amerika mit einem Wachstum um knapp 21 Prozent auf einen Umsatz von gut 135 Milliarden US-Dollar und einem Anteil von knapp 19 Prozent am Weltmarkt. Die Region Japan, die einen Anteil von gut acht Prozent einnimmt, wird einen Umsatzanstieg um 16 Prozent auf einen Umsatz von knapp 59 Milliarden US-Dollar verbuchen können.

Derzeit hätten Halbleiter einen Anteil von gut 76 Prozent am Weltmarkt für elektronische Bauelemente. „Die nächsthöhere Wertschöpfungsstufe der Elektronikfertigung – die elektronischen Baugruppen – werden dieses Jahr analog zu den elektronischen Bauelementen um gut 22 Prozent auf einen Umsatz von 1135 Milliarden US-Dollar weltweit wachsen“, prognostizierte Schweizer.

Für das kommende Jahr rechnet der Verband für die Weltmärkte der elektronischen Bauelemente und Baugruppen mit Zuwachsraten im oberen einstelligen Bereich.

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