Elektronische Komponenten ZVEI erwartet weitere Markterholung für das Jahr 2008

Redakteur: Jan Vollmuth

Nach Einschätzung des ZVEI-Fachverbands Electronic Components and Systems wächst der deutsche Markt für elektronische Komponenten im laufenden Jahr um 0,5% auf 17,5 Mrd. €. 2006 betrug der Umsatz 17,4 Mrd. €. Für 2008 wird ein stabiles Wachstum von gut 4% erwartet.

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„Deutlich anziehende Nachfrage bei Datentechnik, Kfz- und Industrieelektronik“, Dr. Martin Stark, ZVEI-Fachverbands Electronic Components and Systems
„Deutlich anziehende Nachfrage bei Datentechnik, Kfz- und Industrieelektronik“, Dr. Martin Stark, ZVEI-Fachverbands Electronic Components and Systems
( Archiv: Vogel Business Media )

„Damit sehen wir nach einer Periode der Stagnation wieder einem soliden Wachstum der Märkte für elektronische Komponenten entgegen“, so Dr. Martin Stark, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands. Der leichte Zuwachs im laufenden und das solide Wachstum im kommenden Jahr beruht vor allem auf der deutlich anziehenden Nachfrage nach elektronischen Komponenten für die Datentechnik, Kfz- und Industrieelektronik. Die Bereiche Telekommunikation und Konsumelektronik müssen dagegen Umsatzrückgänge hinnehmen.

Der Umsatzrückgang im Inland im Jahr 2006 ist auf die schwachen Halbleiterumsätze zurückzuführen (–4,2%), die sich allerdings 2007 erholen konnten. Halbleiter dominieren mit einem Anteil von 63% den Gesamtmarkt für elektronische Komponenten.

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Branchensegmente entwickeln sich unterschiedlich

Während im vergangenen Jahr im Segment der Halbleiter der Umsatz um über 4% auf 11,1 Mrd. € gesunken ist, rechnen die ZVEI-Experten für das Jahr 2007 noch mit –1% und für das kommende Jahr mit 5%. Dieses Wachstum auf ca. 12 Mrd. € im Jahr 2008 wird von der Kfz-Elektronik und der Datentechnik mit ca. je 8% und der Industrieelektronik mit 7% getrieben.

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Das vergangene Jahr schlossen die Märkte der Passiven Bauelemente mit einem Plus von 8,4% (1,48 Mrd. €) ab. Die Marktexperten des ZVEI erwarten für 2007 ein Umsatzwachstum von 5,6% auf 1,6 Mrd. €. Trotz erhöhtem Preisdruck und den anhaltenden Produktionsverlagerungen, wird der Markt der Passiven Bauelemente auch im kommenden Jahr um knapp 3% wachsen. Vor allem die weiter steigende Nachfrage nach Piezo-Bauelementen für die Kraftstoffeinspritzung im Kraftfahrzeugmotor führt zu positiven Effekten.

Elektromechanische Bauelemente legen zu

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Die Elektromechanischen Bauelemente wie Schalter, Steckverbinder und Geräteschutzsicherungen konnten im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 3,6% (2,7 Mrd. €) verbuchen. Für 2007 erwartet der ZVEI ein moderates Wachstum von 2,4% auf einen Umsatz von 2,8 Mrd. €. Die stärksten Bereiche wie die Kfz-, die Industrieelektronik und die Telekommunikation konnten im unteren einstelligen Bereich zulegen.

So wird für das laufende Jahr damit gerechnet, dass die Industrie-Elektronik um gut drei%, die Kfz-Elektronik um gut 2% und die Telekommunikation um 1,5% wachsen wird. Für 2008 rechnet die Branche mit einem Wachstum von gut 2%. Seit Jahren liegt der Anteil der Automobilindustrie am Umsatz stabil bei 43%.

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Während der Verband der Leiterplattenindustrie beim ZVEI für das vergangene Jahr auf dem inländischen Leiterplattenmarkt ein Plus von knapp 5% auf gut 1,4 Mrd. € meldete, erwartet man für 2007 ein Plus von 2,5% auf knapp 1,5 Mrd. €. Für 2008 geht die Branche von einer gleichen Wachstumsrate aus. Ein Drittel des Umsatzes wird in der Kfz-Elektronik erzielt, dicht gefolgt von der Industrieelektronik (knapp 30%) und der Telekommunikation (knapp 22%).

Minus bei integrierten Schichtschaltungen

Bei den Integrierten Schichtschaltungen schloss das vergangene Jahr mit einem Minus von 4,2% auf einen Umsatz von 595 Mio. €. Der ZVEI sieht die Ursache in der Einführung einer neuen Gerätegeneration. Für 2007 wird mit einer Erholung des Marktes gerechnet, mit einem nur noch leichten Minus von 0,8% auf 590 Mio. € Umsatz. Erst 2008 soll sich die Entwicklung mit einem erwarteten Plus von gut 4% deutlich zum Positiven wenden. Schichtschaltungen werden als Träger für elektronische Bauelemente eingesetzt. Der Anteil der Automobilelektronik beträgt hier derzeit 85%.

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Die nächst höhere Wertschöpfungsstufe der elektronischen Komponenten, die Elektronischen Baugruppen, konnten das vergangene Jahr mit einem Plus von 3,3% auf 22,4 Mrd. € Umsatz abschließen. Für das laufende Jahr wird mit einem Wachstum von 3,5% gerechnet, das sich im Jahr 2008 auf gleichem Niveau fortsetzen dürfte.

Die Änderungen des Wechselkurses des Euro gegenüber dem US-Dollar bedingen wie bereits in den vergangenen Jahren unterschiedliche Wachstumsraten. Daher fällt das internationale Wachstum in € berechnet geringer aus.

Europäischer Markt stabil, gesundes Wachstum des Weltmarkts

Der europäische Markt für elektronische Komponenten schloss das vergangene Jahr mit einem Umsatzplus von 1,5% auf 52,3 Mrd. € (65,6 Mrd. US-Dollar). Für 2007 sehen die Marktexperten des ZVEI einen Umsatzrückgang von knapp 3% auf ein Marktvolumen von 50 Mrd. € (68,6 Mrd. US-Dollar), was auf den derzeit starken Euro zurückzuführen ist. Für das kommende Jahr wird dagegen wieder ein um gut zwei% wachsender europäischer Markt erwartet, auf einen Umsatz von 52 Mrd. €. Die sich erholende Wirtschaft und eine weiter steigende Nachfrage nach Konsumgütern werden durch den starken Euro geschwächt.

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Der Weltmarkt für elektronische Komponenten erreichte 2006 ein Plus von über 8% mit einem Umsatz von 376 Mrd. US-Dollar. Im laufenden Jahr wird er um knapp 5% auf ca. 394 Mrd. US-Dollar wachsen. Für 2008 prognostizieren die Marktexperten im ZVEI ein Wachstum von 6%.

Wachstumstreiber sind Industrie- und Kfz-Elektronik

Unter den verschiedenen Produktsegmenten dominiert die Kfz-Elektronik. Der inländische Umsatz beträgt im laufenden Jahr knapp 7 Mrd. €. Es folgt die Datentechnik mit einem Umsatzvolumen von 3,8 Mrd. €, gefolgt von der Industrieelektronik. Deren Nachfrage kommt im Wesentlichen aus dem Boom beim Maschinenbau, während die Datentechnik unter dem Preisverfall bei Mikroprozessoren leidet – wenn auch nicht mehr so stark. Die Telekommunikation wird das laufende Jahr wie bereits 2006 mit einem Umsatzrückgang von 5% auf 3 Mrd. € schließen. Dies ist nach wie vor auf Produktionsverlagerungen von Mobiltelefonen nach Osteuropa zurückzuführen.

Das laufende Jahr werden nach den Prognosen des ZVEI nur zwei Bereiche mit einem Plus abschließen können: die Kfz-Elektronik plus 4% und die Industrieelektronik plus 3,6%. Gleichzeitig werden diese Bereiche ihre Anteile am Gesamtmarkt der Bauelemente weiter steigern. Für 2008 wird eine deutlich wachsende Datentechnik mit einem Plus von knapp 7% und einem Umsatz von 4 Mrd. € aufgrund der starken Nachfrage nach Halbleiterbauelementen in elektronischen Geräten wie Personal Computer erwartet.

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