Elektroindustrie ZVEI erwartet 2021 ein Wachstum von 5 Prozent

Redakteur: Katharina Juschkat

Ein Wachstum von 5 Prozent, Rückkehr zum Vorkrisenniveau Mitte 2022: Der ZVEI schaut optimistisch in die Zukunft der Elektroindustrie. Allerdings warnt er auch: Die Prognosen unterliegen großen Unsicherheiten.

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Für das laufende Jahr ist der ZVEI vorsichtig optimistisch und rechnet mit fünf Prozent Wachstum in der Elektrobranche.
Für das laufende Jahr ist der ZVEI vorsichtig optimistisch und rechnet mit fünf Prozent Wachstum in der Elektrobranche.
(Bild: ©Rzoog - stock.adobe.com)

Das Krisenjahr 2020 war auch für die Elektroindustrie nicht einfach. „Die Elektroindustrie hat sich dennoch etwas besser geschlagen als manch andere Branche des verarbeitenden Gewerbes“, bewertet ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel die Lage.

Das sind Zahlen des vergangenen Jahres:

  • Die Produktion ging im Vergleich zu 2019 um sieben Prozent zurück
  • Der Umsatz ging im Vergleich um sechs Prozent zurück
  • Mit 180 Milliarden Euro erreichten die Erlöse das Niveau von 2016
  • Die Zahl der Beschäftigten ging aufgrund der Kurzarbeit nur moderat auf 873.000 zurück
  • Zuletzt war jeder Achte in Kurzarbeit

Optimistischer Ausblick mit großer Unsicherheit

Für das aktuelle Jahr erwartet der Verband bei der Produktion ein Plus von fünf Prozent. Damit würden etwa zwei Drittel der Verluste aus dem vergangenen Jahr aufgeholt. Eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau erwartet der Verband im Laufe des Jahres 2022.

Diese Prognosen unterliegen allerdings hohen Unsicherheiten. Hierzu gehört auch die Frage, wie lange der aktuelle Lockdown andauern wird oder ob er sogar erneut verschärft wird. Der ZVEI-Präsident appelliert an die Politik, einen harten Lockdown der Industrie zu vermeiden: „Nicht Härte, sondern differenzierte Schutzmaßnahmen entscheiden über die erfolgreiche Pandemie-Bekämpfung.“

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Elektroindustrie ist gefragt

Einen Grund für die vergleichsweise gute Position der Branche sieht ZVEI-Präsident Kegel in der immer stärkeren Elektrifizierung und Digitalisierung. Der Trend hin zu einer sogenannten „All-Electric-Society“ ist eng verbunden mit der Bewältigung des Klimawandels – einer Herausforderung, der man aus seiner Sicht nicht durch Verbote und Verzicht begegnen kann, sondern nur durch den breiten Einsatz von technologischen Innovationen. Nur mit Entwicklungen der Elektroindustrie lassen sich gesteckte Klimaziele erreichen und nachhaltiges Wirtschaftswachstum verfolgen, so der ZVEI.

EEG-Umlage senken, CO2-Preis steigern

Um die Chancen der All-Electric-Society besser nutzen zu können, sollte die Politik dringend nachjustieren. Um grünen Strom zum primären Energieträger zu verhelfen, muss er entlastet werden. Kegel fordert deshalb: „Die EEG-Umlage muss jetzt rasch gesenkt und perspektivisch abgeschafft werden, der CO2-Preis dagegen steigen. Gleichzeitig müssen klimafreundliche Technologien in der Breite eingesetzt werden.“ Auch die Infrastruktur muss dafür ausgebaut werden: Im Gebäudebestand etwa, der aufgrund veralteter Elektroinstallationen großteils nicht energiewendefähig ist, oder beim Laden von Elektroautos.

ZVEI warnt vor erneuten Grenzschließungen

Die europäischen Branchenexporte der Elektroindustrie haben im vergangenen Jahr aufgrund von Corona auch einen großen Dämpfer erfahren. Die Exporte nach Europa sind im Zeitraum von Januar bis November 2020 um 6,5 Prozent auf rund 118 Milliarden Euro zurückgegangen. In die Eurozone sanken sie um 8,4 Prozent auf knapp 58 Milliarden Euro.

Der ZVEI warnt davor, diesen Kurs fortzuführen. Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, erklärt: „Wir warnen davor, die Diskussion über Grenzschließungen in Europa fortzuführen. Der grenzüberschreitende Warenverkehr ist kein wesentlicher Faktor im Pandemiegeschehen und muss aufrechterhalten bleiben. Anderenfalls droht Europa erneut ein massiver wirtschaftlicher Einbruch.“

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