Marktanalyse ZVEI: Deutsche Elektroexporte erholen sich deutlich

Redakteur: Michael Eckstein

Ein deutliches Exportplus im April nährt Zuversicht der deutschen Elektroindustrie, dass es nach dem Tiefschlag durch die Corona-Pandemie wieder nachhaltig aufwärts geht.

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V wie Victory? Nach einem starken Einbruch im letzten Jahr erholt sich die deutsche Elektro- und Elektronikindustrie zunehmend.
V wie Victory? Nach einem starken Einbruch im letzten Jahr erholt sich die deutsche Elektro- und Elektronikindustrie zunehmend.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Exporte der deutschen Elektroindustrie sind im April 2021 deutlich um 29,2 Prozent gegenüber Vorjahr auf 17,4 Milliarden Euro gestiegen. „Vor einem Jahr waren sie bedingt durch die Corona-Pandemie allerdings auch um ein Fünftel eingebrochen“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. In den ersten vier Monaten dieses Jahres kamen die aggregierten Branchenausfuhren auf 71,9 Milliarden Euro, womit sie 8,7 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen. „Der Zuwachs zwischen Januar und April fiel damit ganz ähnlich aus wie bei Produktion und Umsatz“, so Gontermann weiter.

Die Importe von elektrotechnischen und elektronischen Erzeugnissen nach Deutschland legten im April 2021 ebenfalls stark zu: Mit 16,8 Milliarden Euro stand hier ein Anstieg um 30 Prozent gegenüber Vorjahr zu Buche. In den ersten vier Monaten 2021 lagen die Elektroeinfuhren mit 69,4 Milliarden Euro um 15,5 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum – womit sie fast doppelt so stark wuchsen wie die Ausfuhren.

Exporte in viele EU-Länder im zweistelligen Plusbereich

Die Elektroexporte in die Länder der Eurozone lagen im April 2021 bei 5,7 Milliarden Euro. Damit erholten sie sich mit einer Rate von 53,5 Prozent gegenüber Vorjahr. Hohe zweistellige Zuwächse waren mit Frankreich (plus 77,8 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro), Spanien (plus 69,3 Prozent auf 567 Mio. Euro), Italien (plus 67,8 Prozent auf 948 Mio. Euro), Österreich (plus 37,2 Prozent auf 792 Mio. Euro), Belgien (plus 36,1 Prozent auf 390 Mio. Euro) und den Niederlanden (plus 28,5 Prozent auf 927 Mio. Euro) zu verbuchen. Lediglich die Ausfuhren nach Irland sind im April leicht gesunken (-1,0 Prozent auf 105 Mio. Euro).

Im Gesamtzeitraum von Januar bis April 2021 lagen die Elektroausfuhren in den Euroraum bei 23,5 Milliarden Euro, was einem Plus von 16,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Weniger Ausfuhren nach China und Japan

Die Exporte in Länder außerhalb der Eurozone sind im April 2021 auf 11,7 Milliarden Euro gestiegen, womit sie 20 Prozent über dem Vorjahreswert lagen. Hohe Zuwächse konnten nach Großbritannien (plus 48,3 Prozent auf 685 Mio. Euro), in die USA (plus 27,2 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro) sowie nach Tschechien (plus 20,8 Prozent auf 816 Mio. Euro) und Polen (plus 12,2 Prozent auf 802 Mio. Euro) verzeichnet werden.

Dagegen waren die Ausfuhren nach China (-6,1 Prozent auf 2,0 Mrd. Euro) und Japan (-6,6 Prozent auf 206 Mio. Euro) im April rückläufig. „Die hohen April-Zuwächse der Exporte in den Euroraum, nach Großbritannien oder in die USA einerseits sowie der Rückgang der Lieferungen nach China andererseits erklären sich nicht zuletzt durch den asynchronen Pandemieverlauf im letzten Jahr“, erklärt Gontermann. „Während sich China damals bereits zu erholen begann, fing die Pandemie in den westlichen Ländern erst an.“

Im Gesamtzeitraum von Januar bis April 2021 beliefen sich die Exporte in Drittländer auf 48,4 Mrd. Euro, was einem Plus von 5,4 Prozent gegenüber Vorjahr entspricht.

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