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Network-Displays Zusätzliche Bildschirme per Plug & Play an den PC anschließen

| Autor / Redakteur: Ines Näther / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Eine kostengünstige Technologie zum Anschluss zusätzlicher Monitore via USB oder Funk hat das britisch-amerikanische Unternehmen DisplayLink entwickelt. Dabei lassen sich bis zu sechs Bildschirme ohne zusätzliche Grafikkarte einfach per Plug-and-Play unter Windows XP und Vista betreiben.

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Mit der DisplayLink-Technik lassen sich jetzt Monitore ohne zusätzliche Grafikkarte unter Windows XP und Vista betreiben.
Mit der DisplayLink-Technik lassen sich jetzt Monitore ohne zusätzliche Grafikkarte unter Windows XP und Vista betreiben.
( Archiv: Vogel Business Media )

Moderne PCs weisen heute eine solch hohe Leistungsfähigkeit auf, dass durch ein Hardware-Upgrade, etwa durch Einbau eines schnelleren Prozessors, die Unterschiede immer weniger deutlich wahrnehmbar sind. Mittels zusätzlicher Display-Fläche oder zusätzlichen Displays lassen sich allerdings, wie eine Untersuchung von Microsoft Research zeigt, die Produktivität und der Komfort eines PC-Systems um etwa 50 Prozent steigern. Auch die Universität von Utah hat einen Produktivitätsanstieg von zehn Prozent gemessen bei einem Rückgang der Fehlerquote um 33 Prozent. Das führt bereits jetzt zu einem spürbaren Wachstum für Zusatzbildschirme: Laut den Analysten von John Peddie Research soll dieser Markt zukünftig mit einer Rate von rund 25 Prozent pro Jahr wachsen.

Dennoch sind Unternehmen trotz stark gesunkener Bildschirmpreise oft noch zurückhaltend, vorhandene Arbeitsplätze mit Multi-Monitor-Systemen auszurüsten. „Eine zusätzliche Grafikkarte einzubauen und das System zu rekonfigurieren, nimmt durchschnittlich den halben Tag eines IT-Mitarbeiters in Anspruch“ schätzt Michael Ledzion, Executive Vice President von DisplayLink als Ursache ein. Bisher denn das kleine Unternehmen aus dem Silicon Valley bietet dazu eine Alternative an: zusätzliche Monitore via USB einfach per Plug-and-Play-anzuschließen.

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Mehrere USB-Bildschirme anschließen

Der Hauptprozessor emuliert mittels der DisplayLink-Software eine Grafikkarte, die die Bilddaten an den Monitor sendet. Sofern der PC die technischen Anforderungen an Rechenleistung und Übertragungs-Bandbreite erfüllt, lassen sich bis zu sechs Monitore zusätzlich an eine Notebook oder Desktop-System anbinden. Die Technik bietet Auflösungen von 1600 × 1200 oder 1680 × 1050 Bildpunkten. Sie liefert 32-Bit-Farbtiefe und ermöglicht u.a. auch die Wiedergabe von DVDs. „Die durchschnittliche Latenzzeit zwischen einer Maus- oder Tastatureingabe und der Darstellung auf dem USB-Monitor liegt bei 45 ms und ist damit praktisch kaum wahrnehmbar“, erklärt Michael Ledzion.

Die bisher für Windows 2000 und XP verfügbaren Treiber würden jetzt auch für Vista adaptiert und ermöglichten damit die Nutzung der 3D-Grafikschnittstelle Aero auf mehreren Schirmen. Zudem arbeitet das Unternehmen bereits an einer drahtlosen Anbindung über Wireless-USB. Eine Version für Linux soll dann im ersten Quartal 2008 erscheinen und mittelfristig auch Mac OSX unterstützt werden.

Erste Produkte mit der DisplayLink-Technik bietet Samsung mit dem 19 Zoll-USB-Display Syncmaster 940UX, in Entwicklung ist auch eine 20˝-Größe. Angekündigt ist bereits das erste Windows-Vista-compatible 20˝LCD L206WU von LG. Eine erste Lösung zur USB-Anbindung herkömmlicher VGA- bzw. DVI-Monitore bringt Toshiba mit dem universellen Port-Replicator DynaDock auf den Markt.

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