Börsengang Zukunft der Siemens-Lichttochter Osram im Dunkeln

Redakteur: Holger Heller

Auch im neuen Jahr darf sich die Siemens-Führung keine Hoffnungen auf einen baldigen Börsengang der Lichttochter Osram machen. Wie geht's weiter?

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Osram-Börsengang: Laut Analysten selbst 2012 unwahrscheinlich
Osram-Börsengang: Laut Analysten selbst 2012 unwahrscheinlich

Seit der Schritt auf das Parkett im September 2011 aufgrund der turbulenten Finanzmärkte verschoben wurde, laufen die Vorbereitungen dafür offiziell zwar unverändert weiter. Wie man aus Konzernkreisen erfuhr, rechnen die Münchner aber zumindest nicht im ersten Halbjahr 2012 mit der Realisierung ihrer Pläne.

Aus heutiger Sicht halten die Analysten von Alsterresearch einen Börsengang sogar im gesamten Jahr 2012 für unwahrscheinlich. Die Aufnahmefähigkeit der Kapitalmärkte sei nicht gegeben, heißt es dort. Man gehe vielmehr davon aus, dass es einen Spin-Off geben könnte. Dabei werden die Aktien direkt an die Aktionäre des Mutter-Unternehmens verteilt.

Siemens-Chef Peter Löscher und sein Finanzchef Joe Kaeser hatten diese Variante in den vergangenen Wochen immer wieder ausgeschlossen. Nach den Einschätzungen der Analysten wäre sie für Siemens jedoch keine schlechte Option. Der Konzern sei sehr liquide und nicht auf die Einnahmen aus einem Börsengang angewiesen. Kaeser hatte erst vor wenigen Tagen in einem Interview auf Reserven von 12 Mrd. Euro verwiesen. Osram soll sich seine Zukunft aber selbst verdienen.

Enormes Wachstumspotenzial im Lichtmarkt

Der globale Lichtmarkt birgt laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey zwar enormes Potenzial: Getrieben durch das weltweite Bevölkerungswachstum, dem Trend zum Leben in der Stadt und Energie-Sparbemühungen werde der Jahresumsatz bis 2020 auf jährlich rund 110 Mrd. Euro zulegen.

Zwischen 2010 und 2016 geht McKinsey dabei von jährlich 6% Wachstum aus. Zwischen 2016 und 2020 seien dann jeweils noch 3% mehr drin. Die moderne LED-Technik werde 2020 mit 65 Mrd. Euro fast 60% des weltweiten Lichtmarkts ausmachen.

Allerdings sind auf dem Weg dorthin massive Investitionen nötig. In den Markt, den bis vor kurzem nur eine Handvoll mit wertvollen Patenten ausgestattete Unternehmen kontrollierten, drängen immer mehr Wettbewerber.

Die gerichtlichen Auseinandersetzungen, die sich Osram seit Monaten mit seinen südkoreanischen Konkurrenten Samsung und LG liefert, sind ein Vorgeschmack auf künftige Verteilungskämpfe. Dabei geht es vor allem um Patente für LED zur Erzeugung von weißem Licht, wie sie etwa in Fernsehern oder Computermonitoren stecken.

Quelle: dpa

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