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Elektromobilität Zentrales Steuergerät für das CITY eTAXI fertiggestellt

| Redakteur: Thomas Kuther

Die Entwicklung eines Elektro-Leichtbaufahrzeugs mit einem intelligenten Software- und Hardwaresystem hat sich das Projekt Adaptive City Mobility (ACM) zum Ziel gesetzt. Auf dem Weg dorthin hat das Fraunhofer-Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik ESK jetzt mit der Fertigstellung des zentralen Steuergeräts für das CITY eTAXI einen wichtigen Schritt gemacht.

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Die Prototyping-Plattform ARTiS-XT wird als zentrales Steuergerät des CITY eTAXISeingesetzt. Sie wurde dafür um spezifische Funktionen wie GPS und Energiemanagementerweitert.
Die Prototyping-Plattform ARTiS-XT wird als zentrales Steuergerät des CITY eTAXISeingesetzt. Sie wurde dafür um spezifische Funktionen wie GPS und Energiemanagementerweitert.
(Bild: Fraunhofer ESK )

Dafür wurde die Prototyping-Plattform ARTiS-XT um spezifische Funktionen wie GPS und Energiemanagement erweitert. Jetzt arbeiten die Forscher vom ESK fieberhaft daran, auch die Software zu finalisieren: Der Prototyp des Kleinst-Elektrofahrzeugs soll Anfang nächsten Jahres seine ersten Fahrten auf der Teststrecke machen.

Verschiedene Funkschnittstellen erweitern die Prototyping-Plattform

Damit die ARTiS-XT als zentrales Steuergerät für Kleinst-Elektrofahrzeuge einsetzbar ist, hat das Fraunhofer ESK seiner Prototyping-Plattform verschiedene Funkschnittstellen hinzugefügt, nämlich für WLAN, Bluetooth, GPS, UMTS/LTE sowie für die Nahbereichs-Funktechnik NFC (Near Field Communication).

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Zu diesem Zweck haben die Forscher die ARTiS-XT einem Redesign unterzogen: GPS-Chips für die Satellitennavigation befinden sich jetzt direkt auf der Basisplatine. Auch das Energiemanagement wurde angepasst: Dadurch stehen jetzt mehrere Energiesparzustände zur Verfügung. Und schließlich kann über ein Erweiterungsboard NFC genutzt werden. Damit lässt sich etwa das zentrale Steuergerät aktivieren, das Auto kann hierdurch geöffnet und die Fahrfunktion freigeschaltet werden.

Prototyp des CITY eTAXI wird gebaut und getestet

Ein Modell des CITY eTAXI existiert bereits. Dieses ist auf der eCarTec zu sehen. Aber auch ein Prototyp des Fahrzeugs wird gerade gebaut. „Ziel beim Design des zentralen Steuergeräts war es, die Hardware flexibel und modular aufzubauen“, sagt Patrick Heinrich, Wissenschaftler im Geschäftsfeld Automotive und beim Fraunhofer ESK Projektleiter für ACM.

„Zu diesem Zweck gibt es zwei Partitionen, die den jeweiligen Anforderungen des Fahrzeugherstellers und des Nutzers beziehungsweise Betreibers gerecht werden. Diese Partitionen dürfen sich gegenseitig nicht beeinträchtigen. Das zu realisieren war eine besondere Herausforderung, weil sich beide auf einer Plattform befinden.“ Ende des Jahres werden die einzelnen Komponenten – neben der ARTiS-XT zwei radnahe Motoren sowie der Akku samt Wechselsystem – auf einem Technologieträger, also einem Testvehikel, integriert, um deren reibungsloses Zusammenspiel in der Praxis zu überprüfen. Anfang des kommenden Jahres stehen dann erste Fahrten des Prototyps vom CITY eTAXI auf einer Teststrecke in Bayern an.

E-Mobilität soll rentabler werden

Im ACM-Projekt steht die Entwicklung eines Elektro-Leichtbaufahrzeugs mit einem intelligenten Software- und Hardwaresystem im Mittelpunkt. Das Fraunhofer ESK erforscht und entwickelt im Rahmen des Projekts eine offene Informations- und Kommunikationsarchitektur (IKT-Architektur) für elektrische Kleinstfahrzeuge, die eine multimodale Nutzung ermöglicht: So kann das Auto am Tag etwa als Dienstfahrzeug für Monteure genutzt werden, am Abend als Lieferfahrzeug für den Pizzaservice. Dabei stellt das Fahrzeug die jeweils benötigten Funktionen zur Verfügung.

Konzept eines Software Defined Car

Dem liegt das Konzept eines Software Defined Car zugrunde: Im Fahrzeug stehen verschiedene Betreiber-Apps zur Verfügung, die das für die jeweilige Branche nötige Know-how bieten. Die Sicherheit wichtiger Fahrzeugfunktionen wird durch eine hierarchische Software-Architektur garantiert: Dabei übernimmt das Basis-Betriebssystem die sicherheitskritischen Funktionen, zum Beispiel Bremse und Motorsteuerung, welche durch Betreiber und Nutzer nicht verändert werden können.

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