Für einfachere FPGA-Programmierung: Xilinx erwirbt Falcon Computing

Redakteur: Michael Eckstein

Mit dem Zukauf von Falcon Computing Solutions will Xilinx Entwicklern das Programmieren seiner komplexen SoCs und FPGAs erleichtern. Falcon ist auf das Optimieren von High-Level-Synthese-(HLS-)Compiler für die Hardware-Beschleunigung von Software-Anwendungen spezialisiert.

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Schwergewicht: Bis zu 9 Mio. Logikzellen haben die FPGAs von Xilinx. Entsprechend komplex ist die Programmierung. Das will der FPGA-Marktführer u.a. durch die Integration der Falcon-Compiler-Technik in seine Vitis-Software vereinfachen.
Schwergewicht: Bis zu 9 Mio. Logikzellen haben die FPGAs von Xilinx. Entsprechend komplex ist die Programmierung. Das will der FPGA-Marktführer u.a. durch die Integration der Falcon-Compiler-Technik in seine Vitis-Software vereinfachen.
(Bild: Xilinx)

Xilinx hat das in Privatbesitz befindliche Unternehmen Falcon Computing Solutions übernommen, einen Anbieter von Optimierungstechnologie für High-Level-Synthese-(HLS-)Compilern für die Hardware-Beschleunigung von Software-Anwendungen. Die Übernahme soll das adaptive Computing für Software-Entwickler zugänglicher, indem die einheitliche Software-Plattform Vitis™ von Xilinx durch automatisierte, hardwarebewusste Optimierungen erweitert wird. Im Fokus stehen bei Xilinx seine „Adaptable Computing Acceleration Processing“-(ACAP-)SoCs und FPGA-Bausteine.

Die Integration der Compilertechnologie von Falcon in die Vitis-Plattform soll es Software-Entwicklern ermöglichen, C++-Anwendungen mit minimalen Hardware-Kenntnissen zu beschleunigen. Die Quellcode-Transformation von Falcon reduziert laut Xilinx die Notwendigkeit für Anwendungsentwickler, ihren Code anzupassen oder architekturspezifische Programmieranweisungen hinzuzufügen, um eine signifikante Hardware-Beschleunigung zu erreichen.

Nachfrage nach adaptivem Computing nimmt zu

„Die wachsende Nachfrage nach adaptivem Computing führt zu einem verstärkten Einsatz von FPGAs im Rechenzentrum und bei Embedded-Anwendungen“, sagt Salil Raje, Executive Vice President und General Manager der Data Center Group von Xilinx. Das hochspezialisierte Compiler-Team von Falcon werde entscheidende Fachkenntnisse liefern, die die Programmierbarkeit von Software fördern und dazu beitragen werden, „die Vorteile des adaptiven Rechnens mehr Entwicklern zugänglich zu machen“, ist Raje überzeugt.

Mit der eigenen Compiler-Technologie seien Softwareentwickler in der Lage, selbst mit sehr geringen Kenntnissen einer FPGA-Hardware-Architektur schnell eine Beschleunigung um Größenordnungen gegenüber CPUs zu erreichen, verspricht Dr. Jason Cong, Mitbegründer und Vorsitzender von Falcon Computing. Der Compiler stelle einen hohen Grad an Automatisierung bereit, mit der sich die Off-Chip-Datenbewegung, die On-Chip-Datenwiederverwendung, die Speicheraufteilung sowie die parallele und Pipeline-Berechnungsbeschleunigung optimieren ließen. „Der Open-MP-ähnliche Programmierstil mit einer einzigen Quelle ist für eine große Basis von C/C++-Softwareentwicklern, insbesondere aus den Bereichen Hochleistungsrechnen und eingebettete Systeme, sehr freundlich“, erklärt Cong.

Falcon Computing hat seine Wurzeln im akademischen Bereich und in der Forschung und steht nach eigenen Angaben an vorderster Front der neuen Welle der FPGA-Nutzung. Dr. Cong war auch Mitbegründer von AutoESL (jetzt Vitis HLS), das Xilinx 2010 übernommen hat, und von Neptune Design Automation (jetzt Teil von Vivado), das Xilinx 2013 gekauft hat. Falcon Computing hat seinen Hauptsitz in Los Angeles, Kalifornien. Das Unternehmen bedient Unternehmenskunden und akademische Einrichtungen in den Vereinigten Staaten und China.

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