Xilinx-Deutschlandchef wechselt zum KI-SoC-Spezialisten Graphcore

Redakteur: Michael Eckstein

Nach 17 Jahren an der Spitze von Xilinx Deutschland ist Andreas Scheffer zum britischen KI-Prozessor-Spezialisten Graphcore gewechselt. Dieser gibt zudem noch die enge Zusammenarbeit mit dem deutschen HPC-Technologieunternehmen Megware bekannt.

Firmen zum Thema

Heißes Eisen: Die speziell für KI-Berechnungen entwickelte Intelligent Processing Unit (IPU) Colossus ist die Basis für die rechenstarken IPU-Blades von Graphcore.
Heißes Eisen: Die speziell für KI-Berechnungen entwickelte Intelligent Processing Unit (IPU) Colossus ist die Basis für die rechenstarken IPU-Blades von Graphcore.
(Bild: Graphcore / Nick Rochowski)

Andreas Scheffer, der über 17 Jahre das Deutschlandgeschäft des US-amerikanischen Adaptive-Computing-Spezialisten und FPGA-Marktführers geleitet hat, ist neuer Territory Manager Central Europe und Automotive EMEA des europäischen KI-Prozessorunternehmens Graphcore. Vor seiner Zeit bei Xilinx war er unter anderem als Global Account Director und Area Sales Director Central Europe für Cadence tätig. Xilinx war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, nachdem Chiphersteller AMD dessen Übernahme für 35 Mrd. US-$ angekündigt hat.

In seiner neuen Rolle wird Scheffer von München aus deutsche Kunden und Partner von Graphcore betreuen und das Deutschlandgeschäft des KI-Chipherstellers ausbauen. Sein Titel unterstreicht die große Bedeutung der Automobilindustrie für Graphcore. So gehören etwa BMW iVentures und Robert Bosch Venture Capital zu den Unternehmen, die in Graphcore investieren.

Partnerschaft mit deutschem HPC-Spezialisten

Mit seinen „Intelligence Processing Unit“-(IPU-)Chips zielt Graphcore primär auf Rechenzentren, die sehr hohe KI-Workloads verarbeiten. Passend dazu hat der britische KI-Chipentwickler eine Partnerschaft mit dem deutschen Technologieunternehmen Megware bekanntgegeben: Megware hat in mittlerweile 30 Jahren rund 1500 Hochleistungsrechner an Forschungsinstitute, Universitäten sowie Industrie- und Geschäftskunden in ganz Europa geliefert und installiert. Als Graphcore-Partner berät Megware Anwender von IPU-M2000- und IPU-POD64-Systemen in Hardware- und Softwarefragen.

Im Gegensatz zu bisherigen General-Purpose-Server-Prozessoren oder Graphic-Processing-Units (GPU) haben die Briten ihre IPU-Bausteine nach eigenen Aussagen von Grund auf für das KI-Computing entwickelt. Der Grund: Die besonderen Anforderungen in diesem Bereich erweisen sich für andere, herkömmliche Prozessorarchitekturen einschließlich GPUs als enorme Herausforderung.

1 Petaflop KI-Rechenleistung pro 1HE-Blade

Laut Graphcore haben die IPUs Anwender überzeugt, die beispielsweise im Finanz- und Gesundheitswesen, in den Branchen Automotive und Industrie sowie in der wissenschaftlichen Forschung arbeiten. Hier übernehmen sie zum Beispiel Anwendungen, die traditionell über HPC (High Performance Computing) abgedeckt werden.

Die IPU-Machine M2000 ist ein Plug-and-Play KI-Computing-Blade, das laut Hersteller für eine einfache Installation konzipiert wurde und Systeme unterstützt, die hoch skalieren. Das schlanke 1HE-Blade liefere 1 Petaflop KI-Rechenleistung und sei mit Netzwerktechnik ausgestattet, die für das KI-Scale-Out optimiert ist. Nach Angaben von Graphcore wird jede IPU-Machine M2000 von vier neuen 7nm-Colossus Mk2 GC200-IPU-Prozessoren angetrieben, auf denen der hauseigene Poplar-Software-Stack läuft.

Vernetzt über spezielle IPU-Fabric

IPU-POD64 ist die Scale-Out-Lösung von Graphcore. Sie umfasst 16 IPU-M2000-Machines, die laut Hersteller mit der eigenen IPU-Fabric-Technik mit extrem hoher Bandbreite vorkonfiguriert und vernetzt sind.

Dauerbrenner: Nach 17 Jahren bei Xilinx wechselt Andreas Scheffer zu Graphcore, wo er die Rolle des Territory Manager Central Europe und Automotive EMEA übernimmt.
Dauerbrenner: Nach 17 Jahren bei Xilinx wechselt Andreas Scheffer zu Graphcore, wo er die Rolle des Territory Manager Central Europe und Automotive EMEA übernimmt.
(Bild: Graphcore)

Demnach wurde IPU-POD64 für umfangreiche KI-Computing-Funktionen entwickelt, um einzelne Workloads für die parallele Berechnung auf mehrere IPUs zu verteilen oder um sie mithilfe der Virtual-IPU-Software von Graphcore gemeinsam über mehrere Benutzer hinweg zu verwenden.

Megware beteiligt sich am Channel-Partnerprogramm, das Graphcore im September gestartet hat, und wird eng mit Andreas Scheffer zusammenarbeiten. Gemeinsam wolle man die Reichweite in Deutschland, Schweiz und Österreich ausbauen. „Unsere Kunden wollen Zugang zur leistungsfähigsten KI-Computing-Lösung haben – und den erhalten sie jetzt über einen der zuverlässigsten Partner in der Branche“, erklärt Scheffer.

(ID:47013800)