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Schränke Worauf es in Serverschränken für Rechenzentren ankommt

| Autor / Redakteur: Peter Wäsch * / Kristin Rinortner

Die Stromverteilung und Kabelführung in Serverschränken von Rechenzentren sind sehr wichtig. Wir zeigen, wie sich Racks unter elektrotechnischen und Energieeffizienz-Aspekten ausstatten lassen.

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Strukturierte Verkabelung in Rechenzentren: Im neuen Datacenter der DATEV wurden bewusst 800 mm breite Racks von Schäfer IT-Systems gewählt, um Konflikte zwischen Luft- und Kabelführung zu vermeiden.
Strukturierte Verkabelung in Rechenzentren: Im neuen Datacenter der DATEV wurden bewusst 800 mm breite Racks von Schäfer IT-Systems gewählt, um Konflikte zwischen Luft- und Kabelführung zu vermeiden.
(Bild: DATEV)

Unterbrechungsfreie Stromversorgung und Notstromaggregate sind Themen, die beim Bau moderner Rechenzentren von Anfang an in die Planung einbezogen werden. Den Themen Verkabelung und Stromverteilung schenken die Planer meist weniger Aufmerksamkeit. Dabei kann auch in diesem Bereich die Auswahl geeigneter Komponenten einen wichtigen Beitrag zum ausfallsicheren Betrieb der IT-Anlagen leisten.

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Wie so oft ist auch bei der Energieversorgung von Serverracks das Gesamtsystem nur so sicher wie das schwächste Glied. Der ausführende Installateur und der Administrator vor Ort sollten daher auch vermeintlich unscheinbare Gewerke wie Steckdosen und Kabel als Teil des Gesamtsystems betrachten.

Spannt man Kabel kreuz und quer durch einen Serverschrank, kann dies nicht nur schnell unübersichtlich werden, sondern sogar die Klimatisierung der Server und Switche beeinträchtigen. Denn effiziente Kühlkonzepte setzen auf eine strikte Trennung von kalten und warmen Luftströmen. Transversale Kabelstränge können jedoch Luftverwirbelungen verursachen und damit zu einer unkontrollierten Vermischung von kalter und warmer Luft führen.

Setzt man nach Inbetriebnahme eines Serverschranks von Anfang an auf strukturiertes Kabelmanagement, lassen sich solche Probleme vermeiden. Im Fokus stehen dabei nicht nur die Stromkabel, sondern insbesondere die Datenkabel. Je nachdem, wie die Switche und Server gepatcht werden, kann die Zahl der Kabel in einem dicht besetzten Rack bis in den dreistelligen Bereich gehen. Mit waagrechten und senkrechten Kabelmanagern kann der Installateur oder Administrator die Kabel bündeln und dafür sorgen, dass sie nicht als „Spaghetti-Verkabelung“ regellos durch die 19-Zoll-Ebene verlaufen.

Auswahl der Power Distribution Unit

Ein weiteres Beispiel ist die Auswahl der geeigneten Steckdosenleiste oder PDU (Power Distribution Unit): Obwohl der Schukostecker auch in professionellen IT-Umgebungen sehr beliebt ist, kann es unter Sicherheitsaspekten sinnvoll sein, sich für eine andere Steckverbindung zu entscheiden, beispielsweise C13. Ein Rasterschutz kann dabei zusätzliche Sicherheit gegen die Unterbrechung durch lockere Kabel bieten. Der Grund: Schukostecker sind nicht phasenverdrehsicher. Falsch gesteckte Verbindungen können sich speziell in einem großen Rechenzentrum mit vielen hundert Steckern schnell zu einem echten Problem ausweiten.

Wichtig ist ebenfalls die richtige Dimensionierung der Steckerleisten. Auch wenn ein neu aufgestelltes Serverrack nicht von Beginn an voll mit Servern besetzt ist: Den Platz für die Steckdosenleisten, die im Endausbau benötigt werden, sollte man von Anfang an mit einplanen. Nur so ist gewährleistet, dass die Sicherungen ausreichend ausgelegt werden. Aber auch der Platzbedarf für die Steckdosenleisten spielt eine Rolle.

Anpassung an bauliche Gegebenheiten

Der IT-Dienstleister und Softwarehersteller DATEV verfügt am Unternehmenssitz Nürnberg über vier Rechenzentrumsstandorte. Der jüngste wurde 2011 von einem Dienstleister errichtet, der als Vermieter neben den Räumlichkeiten auch die Funktionen der haustechnischen Grundversorgung bereitstellt, wie Anlagen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) und eine redundante Kühlung.

Die Installation der kompletten IT-Infrastruktur sowie die Elektrifizierung der Racks auf den insgesamt 1.000 m² Rechenzentrumsfläche – aufgeteilt zu je 500 m² auf zwei Ebenen – erfolgte durch die DATEV selbst. Für die Infrastruktur-Ausstattung des Rechenzentrums veranstaltete die Genossenschaft eine öffentliche Ausschreibung, die Schäfer IT-Systems für sich entscheiden konnte. „Ausschlaggebend war neben dem wirtschaftlichen Aspekt das umfangreiche Produktportfolio sowie die maßgeschneiderten und individuellen Serverschranklösungen“, erinnert sich Werner Weyerich, Referent IT-Infrastruktur und Netze, verantwortlicher Fachplaner für den Aufbau der informationstechnischen ITK-Infrastruktur bei der DATEV.

Schnelles Wachstum vorprogrammiert

Beim Bezug des vierten Datacenter-Standorts 2011 installierte eine Nürnberger Partnerfirma von Schäfer IT-Systems 115 SP-Racks der Maße 800 mm x 1200 mm x 2200 mm (Breite x Tiefe x Höhe) und drei Kaltgang-Einhausungen vom Typ Cold Section. Durch stetigen Zuwachs im Bereich der neuen Geschäftsfelder wie dem Application Service Providing (ASP), den IT-Sicherheits- und Datensicherungslösungen und dem IT-Sourcing wurde 2013 in einem zweiten Schritt die Installation von weiteren 27 Serverracks vom Typ SP notwendig, ebenfalls mit einer Cold-Section-Einhausung.

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