High-Performance-Rechner im klinischen Einsatz Worauf es bei Computersystemen im medizinischen Umfeld ankommt

Autor / Redakteur: Helmut Müller* / Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Nicht jeder High-End-Prozessor eignet sich für den Einsatz in einem medizinischen PC. Und die Langzeitverfügbarkeit der Hard- und Software sollte auch nicht unberücksichtigt bleiben. Wir zeigen Ihnen, worauf bei der Wahl solcher Systeme im medizinischen Umfeld zu achten ist.

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Viele Medical-Applikationen stellen hohe Ansprüche an die Prozessoren. Nicht nur die großen Datenmengen bei den bildgebenden Verfahren müssen verarbeitet werden. Oft laufen mehrere rechenintensive Programme parallel. Hier kommen PC-Systeme mit Multicore-Technologie zum Einsatz.

Sollen im Vorfeld die Prozessoren verglichen werden, fällt der Blick zunächst nur auf die Taktrate und die Anzahl der Prozessorkerne. Die Taktfrequenz ist jedoch nicht das einzige Kriterium, das die Leistung beeinflusst. Wichtig sind Cache-Größe und Taktrate des Front Side Bus, zumal sich besonders der FSB oft als Performance-Flaschenhals erweist. Selbst bei gleicher GHz-Rate kann sich die Leistung zweier CPUs unterscheiden, wenn sie über abweichende Cache-Größen und FSB verfügen.

Langzeitverfügbarkeit der Komponenten

Alle Hardware-Komponenten des Hercules Medical lassen sich modular austauschen. Dazu gehören auch langzeitverfügbare CPUs. (Archiv: Vogel Business Media)

Zunächst stellt sich die Frage, ob ein Standard- oder Embedded-Prozessor verwendet werden soll. Die im medizinischen Umfeld verwendeten Geräte sollen über viele Jahre verfügbar und die Komponenten nach Jahren noch wiederbeschaffbar sein.

Dies ist nicht nur für das vereinfachte Lifecycle-Management und die Zertifizierungen als Medizingerät interessant, sondern auch für konventionelle Medical-PC-Technologien, wenn zusätzlich der Software-Aspekt betrachtet wird. Denn nicht immer ist die Kompatibilität zukünftiger Hardware zu aktueller Software sichergestellt. Beispiel ist das Betriebssystem Windows XP, welches in wenigen Jahren für Standard-PCs nicht mehr unterstützt werden soll. Die Folge: Durch fehlende Treiber für neue Hardware kann die Applikation im Zweifel an Kompatibilität einbüßen.

Embedded-Prozessoren sind jedoch über sieben Jahre hinweg verfügbar, wodurch die Nutzbarkeit der gewohnten Software über diesen Zeitraum garantiert ist. Durch den Einsatz von Prozessoren aus dem Embedded Roadmap kann die Investition in eine Applikation über mehr als 7 Jahre gesichert werden.

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