Unerwartet wichtig Wo Schalter Menschen zu Siegern machen können

Von Norman U*

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E-Sport oder wettbewerbsorientierte Spiele haben sich zu einer milliardenschweren Industrie entwickelt, die Computer- und Konsolenspiele auf ein neues Niveau hebt. Die Bedeutung der elektronischen Bauteile für diese Industrie wird jedoch kaum wahrgenommen.

Azeron-Tastatur im Einsatz beim Spieler.
Azeron-Tastatur im Einsatz beim Spieler.
(Bild: Azeron )

Sekundenschnelle Taktiken und clevere Konsolentechniken hängen von den kleinen Schaltern in der Gaming-Hardware wie Joysticks, Controllern und Mäusen ab. Die Ausstattung eines E-Sport-Spielers ist für seine Leistung ebenso entscheidend wie der Schläger eines Grand-Slam-Tennisspielers oder die Schuhe von Spitzenfußballern. Die elektromechanischen Komponenten darin sind so wenig bekannt wie die Stollen der Schuhe, oder die Saiten der Schläger, haben aber einen ähnlichen Einfluss auf das Ergebnis.

Dieser Beitrag befasst sich mit der Geschichte des E-Sports, wendet sich dann den Eigenschaften zu, die für elektromechanische Komponenten wie Schalter in dieser außergewöhnlich anspruchsvollen Anwendungen erforderlich sind.

Eine kurze Geschichte des E-Sports

Dass die Entwicklungen im Bereich E-Sport mit dem technologischen Fortschritt im Bereich der wettbewerbsorientierten Spiele Schritt gehalten haben, ist nicht verwunderlich. Vom „Tennis für Zwei" in den 50er Jahren, das man mit rudimentären Joysticks spielte, sind wir inzwischen jedoch weit entfernt. 1972 kam mit Magnavox Odyssey die erste Konsole auf den Markt, die sich an einen normalen Fernseher anschließen ließ. Digitale Spiele wurden so für ein breiteres Publikum verfügbar. 1980 gewann William Salvador Heineman das Finale der Space-Invaders-Meisterschaft in New York und wurde so zum ersten Sieger eines nationalen Videospielwettbewerbs. 1983 wurde das U.S. National Video Team das erste professionelle Gaming-Team der Welt.

Private Internetverbindungen und Desktop-Computer erweiterten die Spielergemeinschaft in den 1990er-Jahren. Die ersten "World Cyber Games" fanden 2000 in Südkorea statt. Neben den Turnieren wuchsen auch die finanziellen Anreize. Als die "Championship Gaming Series" 2007 ein Preisgeld von über einer Million US-Dollar auslobte, galt sie als das bis dato teuerste E-Sports-Event aller Zeiten.

Heute ist E-Sports so groß wie nie zuvor. Nach Angaben des britischen E-Sports-Verbands wird E-Sports bis 2023 einen Umsatz von fast 1,6 Mrd. US-Dollar erreichen – im Vergleich zu nur 776 Mio. US-Dollar im Jahr 2018. Die Streaming-Plattform Twitch hat das Publikum für E-Sport stark vergrößert, und Turniere werden sogar auf Sendern wie ESPN ausgestrahlt. Im Jahr 2020 wurde der erste BTEC-Ausbildungsstandard für E-Sports ins Leben gerufen; inzwischen gibt es immer mehr Hochschulkurse zu diesem Thema.

Es besteht eine große Nachfrage nach der in der Entwicklung befindlichen Technologie bei Peripheriegeräten, die E-Sport-Profis zur Verfügung steht. Omron beschäftigt Hunderte von Mitarbeitern, die sich selbst als regelmäßige Gamer bezeichnen, und führt ein umfangreiches Programm durch, um regelmäßiges Gamer-Feedback einzuholen und so sicherzustellen, dass die Produkte der Zukunft genau den Bedürfnissen der Kunden entsprechen.

Switch-Anforderungen für E-Sports

Bei Gaming-Joysticks, Controllern und Mäusen müssen die Schalter eine lange Lebensdauer, ein deutliches Klicken als haptisches Feedback, Haltbarkeit und zuverlässige Leistung bieten. Im E-Sport sind diese Benutzerschnittstellengeräte von zentraler Bedeutung für die Leistung. Ein Ausfall der Peripherie während des Spiels bedeutet eine so gut wie sichere Niederlage für den Spieler. Diese Schalter werden außerordentlich intensiv genutzt und während des Spiels tausendfach. Aus diesem Grund bestehen die Spieler in der Regel auf Schaltern mit einer Lebensdauer von Millionen von Betätigungen – und sie bestehen darauf, dass die Komponenten vor großen Turnieren ausgetauscht werden.

Bei UI-Geräten wie Joysticks, Mäusen und Controllern gibt es zwei Haupttypen von Schaltern (Abbildung 1). Zum einen den taktilen Schalter, der direkt vom Spieler betätigt wird und normalerweise eine Rückmeldung in Form eines Klicks gibt. Eine typische Anwendung könnte die Seitentaste einer Maus oder die Taste in einem Controller sein. Wo diese jedoch nicht praktikabel sind, verwenden die Designer Mikroschalter, die über einen Hebel betätigt werden können, sodass sie z. B. mit dem Gehäuse einer Maus verbunden werden können. Das bedeutet, dass nicht nur der Schalter selbst, sondern auch der Hebel und seine Befestigung am Bauteil und am Gehäuse kritisch sind.

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Steuerungen und Mäuse benötigen taktile Schalter mit außergewöhnlichen Leistungs- und Haltbarkeitseigenschaften (Abbildung 2). Omron bietet eine Reihe solcher Komponenten an, darunter den B3F-4000 (4,3 mm Profil), den B3SL (3,4 mm Profil) und den neuen und ultraflachen B3SE (nur 2,0 mm Profil). Trotz seiner ultrakompakten Größe funktioniert der B3SE für mindestens 5 Millionen Betätigungen.

Omron-Mikroschalter wie der D2FC bieten ein hervorragendes Gefühl und Reaktionsverhalten, ohne Kompromisse bei der Qualität oder Haltbarkeit einzugehen, und werden daher häufig in hochwertigen Mäusen, Joysticks und Steuerungen eingesetzt. Der D2FC wird beispielsweise in Ausführungen angeboten, die bis zu 60 Millionen Schaltspiele unterstützen, bei einer geringen Einschaltkraft von 0,44 N. Omron bietet auch ein kompaktes Modell zur Oberflächenmontage an, den D2LS, mit einer wählbaren Betätigungskraft von 0,6 N und 1,2 N und einer Lebensdauer von 5 Millionen, 10 Millionen oder sogar 20 Millionen Betätigungen.

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Gaming-Tastaturdesign von Azeron

Schalter von Omron bilden die Grundlage für eine neue Gaming-Tastatur des lettischen Start-up-Unternehmens Azeron. Das Azeron Cyborg, das im Juli 2021 auf den Markt kam, ist die nächste Generation der Azeron-Tastatur, die die Messlatte im Gaming-Bereich mit komplexer Individualisierbarkeit, vollständiger Programmierbarkeit und Komfort höher legt.

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(Bild: Omron )

Im Cyborg bilden 23 Ultra-Subminiatur-Mikroschalter vom Typ Omron D2F die elektromechanische Schnittstelle. Azeron entschied sich für den D2F aufgrund seines Schnappmechanismus, der mit zwei hochpräzisen geteilten Federn konstruiert wurde, um eine lange und zuverlässige Lebensdauer zu gewährleisten.

„Wir haben ein durchweg positives Feedback zu den Schaltern erhalten, seit wir sie 2020 standardisiert haben. Deshalb haben wir beschlossen, sie auch weiterhin im Cyborg zu verwenden, unserer bisher vielseitigsten und flexibelsten Tastatur“, so Imants Daigins, Produktdesigner und Gründer von Azeron. „Influencer und Tech-Reviewer mit Tausenden von Followern haben bestätigt, dass die Omron-Schalter von hoher Qualität sind. Man spürt den Unterschied, wenn man die Azeron-Tastatur zum ersten Mal benutzt, und der Effekt verschwindet auch mit der Zeit nicht.“

Azerons wichtigste Anforderungen sind die Haltbarkeit und Haptik des Produkts für den Benutzer. Natürlich ist es für den guten Ruf des Unternehmens auch wichtig, dass die Schalter robust genug sind, um schnelle und häufige Tastendrücke über lange Zeiträume hinweg zu verkraften. Azeron prüfte mehrere Alternativen, ehe die Entscheidung auf Omron als Hauptlieferanten von Schaltern fiel. Denn man war und ist der Meinung, dass D2F-Schalter die von Azeron und seinen Nutzern erwartete Haltbarkeit bieten. Seit der Einführung der Omron-Schalter konnten Reparaturen an den Schaltern um etwa 98 % reduziert werden. Die Haptik des Schalters ist ebenfalls wichtig für die Erfahrung des Kunden mit der Tastatur und seinen Erfolg beim Spielen.

Die Designer von Azeron sind bestrebt, den Benutzern einen reibungslosen Bewegungsablauf zu bieten, bei dem der Widerstand während der Bewegung der Taste gleich bleibt und die Betätigung durch ein angenehmes, deutliches Klicken bestätigt wird. Omron-Schalter bieten das gewünschte ‘Feel’ mit einer Betätigungskraft von 140 bis 160 gf. Diese ist schwer genug, um ein Gefühl des Widerstands zu vermitteln, aber leicht genug, um den Schalter auch beim Aufwärtsschnippen des Fingers leicht zu betätigen.

Fazit

Trotz ihrer Winzigkeit tragen die elektronischen Komponenten erheblich zum Spielerlebnisses bei – und sind entscheidend für die Leistung des Spielers. Heutige Geräte zeichnen sich durch direkte Eingaben und die Liebe zum Detail aus. E-Sport und das Business drumherum hat sich seit den ersten Wettbewerben enorm weiterentwickelt. Man darf gespannt sein, was die Zukunft für wettbewerbsorientierte Spiele bereithält und welche aufregenden neuen Erfahrungen dies den Hobbyspielern zu Hause bringen wird.

* Norman U ist Technical Product Manager für Switches & Connectors bei OMRON Electronic Components Europe B.V.

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