Lokalisierung Wistiki erleichtert die Suche nach verlegten Gegenständen

Redakteur: Franz Graser

Wenn man früher einen wichtigen Gegenstand verzweifelt suchte, war ein Stoßgebet zum heiligen Antonius von Padua fällig, dem „Schutzpatron der Schlamper“. Die Lösung im Zeitalter des Internets der Dinge heißt Wistiki. Oder Tile.

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Oft sind es gerade die viel gebrauchten Gegenstände wie Geldbörse oder Schlüssel, die man verlegt – und dann um so verzweifelter sucht. Die Wistiki-Anhänger erlauben es, diese Gegenstände mühelos wieder aufzufinden.
Oft sind es gerade die viel gebrauchten Gegenstände wie Geldbörse oder Schlüssel, die man verlegt – und dann um so verzweifelter sucht. Die Wistiki-Anhänger erlauben es, diese Gegenstände mühelos wieder aufzufinden.
(Bild: Wistiki)

Wer kennt das nicht? Man ist morgens in Eile, wuselt aber wie besessen in der Wohnung herum, weil man die Geldbörse, den Schlüsselbund, die Handtasche oder sonst einen Gegenstand des täglichen Lebens verlegt hat. Mit der digitalen Suchhilfe Wistiki soll sich die Suche nach diesen Dingen einfacher gestalten, weil die verlegten Gegenstände akustisch auf sich aufmerksam machen.

Wistiki (der Name leitet sich vermutlich von dem französisch-englischen Kauderwelsch-Satz „Où is the key?“ - „Wo ist der Schlüssel?“ ab) wurde in Frankreich entwickelt und soll nun auch in Deutschland Fuß fassen. Es handelt sich dabei um einen Bluetooth-fähigen Anhänger, der an einem wichtigen Gegenstand befestigt oder darin hinterlegt werden kann. Mit einer Smartphone-Applikation lassen sich die Plättchen verwalten und die mit ihnen versehenen Dinge lokalisieren. Mit einem Smartphone lassen sich bis zu zehn markierte Gegenstände verwalten.

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Die Anhänger sind annähernd quadratisch und haben eine Kantenlänge von 36 Millimetern sowie eine Dicke von fünf Millimetern. Sie können wie gewöhnliche Schlüsselanhänger befestigt werden; darüber hinaus lassen sich die Plättchen an Gegenstände ankleben. Es ist auch möglich, ein Gerät im geparkten Auto zu hinterlassen, damit man am nächsten Morgen das Fahrzeug wieder findet. Um die Lebensdauer der Anhänger zu verlängern, sind sie mit einer austauschbaren Batterie ausgestattet.

Die Plättchen werden mit Hilfe einer Smartphone-App verwaltet. Wer einen bestimmten Gegenstand sucht, muss nur einen Button der App drücken. Dann klingelt der Wistiki-Anhänger, der mit dem jeweiligen Ding verbunden ist. Wer umgekehrt sein Smartphone sucht, muss lediglich einen Gegenstand mit einem Wistiki zur Hand haben. Bei einem Druck auf die Taste des Anhängers meldet sich das Smartphone mit einem akustischen Signal.

Wem es schon einmal passiert ist, dass er sein geparktes Auto nicht mehr gefunden hat, der muss lediglich einen der Anhänger im Wagen hinterlegen. Auf einer digitalen Karte wird die GPS-Position angezeigt, die das Plättchen beim letzten Kontakt mit dem Smartphone innehatte. Darüber hinaus kann Wistiki als digitale Leine fungieren. Benutzer erhalten eine Nachricht auf ihrem Smartphone, sobald sich ein mit dem Plättchen markierter Gegenstand aus der Reichweite des Handys entfernt. Auf diese Weise wird man zum Beispiel schnell auf Taschendiebe aufmerksam.

Nicht zuletzt wollen die Franzosen eine Art Community aufbauen, die es insgesamt erleichtert, verlorene Dinge wiederzufinden. Findet zum Beispiel ein Wistiki-Benutzer einen mit einem solchen Plättchen markierten Gegenstand, dann kann er über seine Smartphone-App einen Chat mit dem Eigentümer der Sachen anstoßen. Dieser Chat ist anonym und dient nur dem Zweck, dass der Besitzer seine verlorenen (oder gestohlenen) Dinge wieder bekommt.

Eine ähnliche Lösung gibt es seit dem vergangenen Jahr unter dem Namen Tile. Dieses in den USA entwickelte System ist dem französischen sehr ähnlich. Auch hier können die Benutzer per App nach einem Gegenstand suchen, der mit einem smarten Anhänger markiert ist. Der wichtigste Unterschied in der Praxis ist, dass die Tile-Plättchen mit einer fest eingebauten Batterie versehen sind, die ein Jahr lang funktionieren soll. Danach muss der Anhänger ausgetauscht werden.

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