Statistisches Bundesamt Wirtschaftswachstum stagniert im zweiten Quartal 2011

Redakteur: Margit Kuther

Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal nur noch um 0,1 Prozent im Vergleich zum ersten Vierteljahr. Damit ist der schwungvolle Jahresauftakt der deutschen Wirtschaft gestoppt.

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Statistisches Bundesamt: Im 2. Quartal 2011 lagen die Importe höher als die Exporte (Bild: ÚRS, pixelio.de)
Statistisches Bundesamt: Im 2. Quartal 2011 lagen die Importe höher als die Exporte (Bild: ÚRS, pixelio.de)

Im zweiten Vierteljahr 2011 war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) – preis-, saison- und kalenderbereinigt – lediglich um 0,1% höher als im ersten Vierteljahr, teilt das Statistische Bundesamt mit.

Das Ergebnis für das erste Quartal 2011 wurde leicht nach unten korrigiert auf nun +1,3 %. Positive Impulse kamen im Vorquartalsvergleich (preis-, saison- und kalenderbereinigt) von den Exporten und den Investitionen.

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Die Importe stiegen im zweiten Quartal 2011 allerdings kräftiger als die Exporte. Dieser starke Anstieg der Importe bewirkte einerseits einen vermehrten Vorratsaufbau.

Andererseits führte dies dazu, dass sich der Außenbeitrag insgesamt negativ auf die Wirtschaftsentwicklung auswirkte. Auch die privaten Konsumausgaben und die Bauinvestitionen bremsten die deutsche Wirtschaft im zweiten Vierteljahr 2011.

Deutlich gestiegene Wirtschaftsleistung im Vergleich zu 2010

m Vorjahresvergleich hat die Wirtschaftsleistung dagegen wiederum deutlich zugelegt: Das preisbereinigte BIP stieg im zweiten Quartal 2011 gegenüber dem zweiten Quartal 2010 um 2,8% (kalenderbereinigt: +2,7 %).

Die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2011 wurde nach ersten vorläufigen Berechnungen von 41 Mio. Erwerbstätigen im Inland erbracht, das waren 553.000 Personen oder 1,4% mehr als ein Jahr zuvor.

Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) 2011

Neben der Erstberechnung des zweiten Quartals wurden auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse überarbeitet – und zwar nicht nur, wie sonst im August üblich, die der letzten vier Jahre, sondern die Ergebnisse der gesamten Zeitreihe ab 1991.

Solche großen Revisionen der deutschen VGR finden – neben den regelmäßigen, laufenden Revisionen – etwa alle fünf Jahre statt, um die Berechnungen an neue Methoden, Klassifikationen und Rahmenbedingungen anzupassen (zuletzt 1999 und 2005).

Die aktuelle Neuberechnung im Rahmen der VGR-Revision 2011 ergab Veränderungsraten der jährlichen Ursprungswerte des BIP, die um bis zu ±0,3% von den bisher veröffentlichten Ergebnissen abweichen; lediglich in den Jahren 2007 (+0,6%) und 2009 (-0,4%) waren die Korrekturen etwas größer.

Die vierteljährlichen Veränderungsraten im Vorjahresvergleich wurden um bis zu ±0,7%, die der saison- und kalender­bereinigten Ergebnisse im Vorquartalsvergleich um bis zu ±0,5% revidiert.

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