Meilensteine der Elektronik Wir sind inmitten von Paketen aufgewachsen

Redakteur: Margit Kuther

Schukat, auch nach 52 Jahren noch ein Familienunternehmen, ist Distributor elektronischer Bauelemente. Gründer Hans-Georg Schukat begann damals klein im Keller seines Wohnhauses – mit großen Zielen.

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Bert, Georg und Edith Schukat: „Wir Kinder wuchsen inmitten von Paketen auf. Die Kartons waren omnipräsent und überall im Haus verteilt.“
Bert, Georg und Edith Schukat: „Wir Kinder wuchsen inmitten von Paketen auf. Die Kartons waren omnipräsent und überall im Haus verteilt.“
(Bild: Bild: Schukat)

Nie wieder von einem einzelnen Lieferanten oder Kunden abhängig sein – mit diesem Vorsatz gründet der Ingenieur Hans-Georg Schukat im April 1964 die HG. und P. Schukat. Seine langjährige Erfahrung mit dem exklusiven Vertrieb von Vidicon-Röhren aus den USA an Siemens lehrte es ihn. Mit seinem Vetter Peter beginnt er in Monheim, dem Heimatort seiner Frau Hannelore, sein eigenes Unternehmen aufzubauen. Die unterschiedlichen Vorstellungen der beiden Cousins beenden die Zusammenarbeit jedoch bereits nach einem Jahr.

So verfolgt Hans-Georg Schukat mit der HG Schukat electronic Import Export alleine und mit einfachsten Mitteln sein Ziel – im Keller des eigenen Wohnhauses in der Krischerstraße 27. Anfangs handelte Schukat mit Restposten, die ersten Kunden waren einfache Elektronikfachgeschäfte in Deutschland, Dänemark, Holland und Belgien. „Es war eine knochenharte Arbeit. Wir Kinder wuchsen inmitten von Paketen auf, für uns war das damals recht erstaunlich, denn wir waren mitunter noch recht klein. Die Kartons waren omnipräsent und überall im Haus verteilt, vom Keller bis ins Dachgeschoss. Den Auslöser dafür stellte eine größere Lautsprecherbestellung bei der Firma Craft aus den USA Ende der 60er-Jahre dar“, erinnert sich Bert Schukat.

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In den folgenden dreiundzwanzig Jahren verkauft Hans-Georg Schukat erfolgreich u. a. Ätzmittelsätze für gedruckte Schaltungen, Glühlampentauchlack und Lichtorgeln, die akustische Signale in Lichteffekte umsetzen. Zudem konzentriert er sich aber stark auf den Großhandel mit elektronischen Bauelementen. Seine ausgezeichneten englischen Sprachkenntnisse helfen ihm dabei, die USA und Asien zu bereisen, dort Messen und Handelspartner zu besuchen.

Ein Kalatogkonzept, das überzeugt

Anfang der siebziger Jahre hat Hans-Georg Schukat eine Idee: In regelmäßigen Rundschreiben und Kurzkatalogen informiert er seine Kunden über aktuelle Produkte. „Anfangs wurden diese noch im Handbetrieb von Spiritusmatrizen abgezogen. Der Herstellungsaufwand hielt sich relativ gering, denn damals gab es keine Kopierer, stattdessen hatten wir einen kleinen Matrizendrucker. Über diesen Weg konnten wir unsere Kunden zeitnah über aktuelle Angebote informieren“, erzählt Bert Schukat. Das technisch orientierte Katalogkonzept zeigt Erfolg und etabliert sich als vertriebsunterstützende Maßnahme schnell im Markt. Dank steigender Umsätze wird es im Wohnhaus bald zu eng und ein zusätzliches Gebäude im oberen Abschnitt der Krischerstraße erweitert ab 1977 den Lagerplatz.

Die Firmenübergabe

Die Kinder von Hans-Georg Schukat, Edith, Bert, Georg und Frank, wachsen stets inmitten des Geschäftsgeschehens auf. Von ihm übernehmen sie auch das unternehmerische Denken, 1988 kommt es zur Firmenübergabe. „Fairness, Wertschätzung und Kontinuität waren immer schon die Leitbilder von Schukat. Wir legen besonderen Wert auf langfristige Beziehungen, ob mit Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitern. Das ist Teil unserer Firmenphilosophie“, so Bert Schukat. Seither teilen sich die drei Schukat-Geschwister die Aufgaben im Unternehmen. Für eine lange Zeit unterstützte Hans-Georg Schukat weiterhin die Firma und verabschiedete sich erst nach und nach aus dem Arbeitsleben.

Gespür für Hersteller und Kunden

Als gelernter Ingenieur befasst sich Hans-Georg Schukat schon früh mit neuen Technologien. Vor ziemlich genau 20 Jahren, als lineare Netzteile weit verbreitet und primärgetaktete Schaltnetzteile aufwendig und groß sind, findet Schukat in einer asiatischen Fachzeitschrift eine interessante Anzeige. „Es war ein damals völlig unbekannter Hersteller für kompakte Schaltnetzteile, Mean Well. Wir haben Muster bestellt, sie begutachtet, getestet und für sehr gut befunden“, erzählt Bert Schukat. So hat die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen begonnen, die bis heute erfolgreich andauert.

Mit der Entwicklung von neuen attraktiven Netzteilmodellen für den Markt unterstützt Mean Well Schukat auch dabei, schnell neue Kunden zu gewinnen. Diese schätzen noch immer die hohe Qualität der Produkte und das hervorragende Teamwork zwischen Distributor und Hersteller. Insgesamt arbeitet Schukat heute mit rund 200 Herstellern zusammen und vertreibt ca. 23.000 Produkte in 50 Länder weltweit.

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