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Interview mit Arthur Tan, IMI

„Wir machen uns die Produkte unserer Partner wirklich zu eigen“

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Infrastruktur für das Internet der Dinge

Wir sehen ja den Anbruch des Zeitalters des Internets der Dinge. Würden Sie sich als eines der Unternehmen sehen, die diesem Trend ihren Stempel aufdrücken können?

Ja. Ich sagte schon, die Telekommunikation ist der zweitgrößte Umsatzträger bei uns. In dem Maße, wie sich das Internet der Dinge entwickelt, braucht man eine tragfähige Infrastruktur. Für uns heißt das: drahtlose Breitbandtechnik. Natürlich liefern Glasfasernetze die Grundlage. Aber zusätzlich dazu braucht man drahtlose Lösungen.

Die meisten der Produkte, die wir herstellen, drehen sich um diese Art der Infrastruktur. Wir machen zwar keine Smartwatches oder Wearables, da sind wir nicht involviert. Aber wir bauen die Infrastruktur, die diese Dinge brauchen. Geräte von Apple oder Samsung brauchen eine robuste Netzwerkinfrastruktur. Und die bauen wir.

Der große Auftragsfertiger Foxconn will in seinen Fabriken die Automatisierung noch stärker vorantreiben, insbesondere durch Roboter. Ist das auch ein Rezept für Sie?

Aus Sicht von Foxconn kann ich diesen Weg verstehen. Vor allem deshalb, weil die Produkte in Millionen-Stückzahlen fertigen, die in der Regel sehr preis-sensitiv sind und einen ganz bestimmten konsistenten Prozess benötigen. Wir werden nie eine komplett automatisierte Firma sein, wir werden immer ein Hybrid-Modell anstreben.

Wir haben hochtalentierte Mitarbeiter, um die wir uns auch kümmern. Das sieht man an der Fluktuation. Wenn wir mal China außen vor lassen, dann liegt die Betriebszugehörigkeit unserer Mitarbeiter im Schnitt bei fünf bis sieben Jahren.

Viele unserer Wettbewerber operieren hauptsächlich in China. Sie haben dort das Problem hoher Fluktuation. Eine Person wird angelernt, arbeitet zwei Jahre und geht dann wieder, und dann muss man eine neue anlernen. Und wenn man sich diese Bedingungen ansieht, dann versteht man, warum dort die Vollautomatisierung ein wichtiger Trend ist, wenn man in China bleiben will.

Ich unterhalte auch Fabriken in China und bin mir der Schwierigkeiten dort bewusst. Deshalb haben wir dort auch den Automatisierungsgrad für einfache Tätigkeiten gesteigert. Aber ich setze darauf, Menschen weiterzubilden und Leute aus verschiedenen Teilen der Welt einzusetzen, um die Expertise zu bekommen, die wir brauchen.

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