Sensor-Hersteller „Wir beliefern Branchen, die unter der Pandemie leiden oder davon profitieren“

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Ein Virus verändert den Alltag: Wie viele andere Unternehmen auch, hat Sensor-Spezialist ipf electronic wertvolle Erkenntnisse gesammelt. Einige Branchen erleben einen Technologie-Umbruch, andere profitieren.

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Wertvolle Erkenntnisse: Christian Fiebach, Geschäftsführer der ipf electronic, über Erfahrungen und Erkenntnisse während der Pandemie.
Wertvolle Erkenntnisse: Christian Fiebach, Geschäftsführer der ipf electronic, über Erfahrungen und Erkenntnisse während der Pandemie.
(Bild: ipf electronic)

Mit dem Ausbruch der Pandemie im Februar 2020 kam nur einen Monat später der erste Lockdown und mit ihm die Unsicherheit in den Unternehmen, weniger Kontakte und Firmenbesuche. Aber auch unterbrochene Lieferketten und vieles mehr. Firmen gingen in Kurzarbeit oder schlossen temporär. Analog sank der Bedarf an Produkten wie der Sensorik rapide. „Das haben wir als Sensorhersteller wie viele andere Hersteller deutlich zu spüren bekommen“, erzählt Christian Fiebach, Geschäftsführer der ipf electronic.

Neubau und Arbeit im Homeoffice als Option

Immer noch kämpft das Unternehmen mit den Einschränkungen und Auswirkungen der Pandemie. Es gab allerdings auch Positive Erfahrungen. Kurz vor dem ersten Lockdown im März 2020 zog man in die neue Firmenzentrale nach Altena. „Allein die räumlichen Kapazitäten des Neubaus versetzte uns in die Lage, viele Mitarbeiter auf Einzelbüros zu verteilen, immer in Verbindung mit der Arbeit im Homeoffice als zusätzliche Option“, sagt Fiebach.

Die neue IT-Infrastruktur mit hochmoderner Konferenztechnik erlaubt effiziente Team-Meetings und man kann wichtige Kontakte zu Kunden pflegen. Für die aktuellen wie auch zukünftigen Anforderungen und Herausforderungen der Digitalisierung ist das Unternehmen sehr gut vorbereitet.

Auch die Mitarbeiter haben neue Erfahrungen gesammelt. In vielen Unternehmen besteht der Wunsch, einen Teil der Arbeitszeit aus dem Homeoffice zu bestreiten. „Im letzten Jahr waren unsere Mitarbeiter jedoch gezwungen, für sehr lange Zeiträume ausschließlich im Homeoffice zu arbeiten. Das sorgte bei vielen für einen differenzierteren Blick auf zuvor möglicherweise noch besonders erstrebenswerte Arbeitsbedingungen.

Etliche Mitarbeiter haben mittlerweile ihre Büros als Orte schätzen gelernt, an denen man gleichermaßen ungestört wie konzentriert arbeiten und sich mit Kollegen persönlich austauschen kann. Dabei bleibt Homeoffice aufgrund der positiven Erfahrungen ein wichtiges Thema. Der erzwungene Feldversuch hat gezeigt, dass es oftmals im Sinne der Beschäftigten auf die richtige Dosierung ankommt“, erzählt Fiebach.

Automobilbranche leidet, Lebensmittelindustrie profitiert

Das Sensor-Unternehmen ist hinsichtlich seines Produktspektrums breit aufgestellt und bietet für unterschiedliche Branchen ganz verschiedene Lösungen an. „Die Pandemie hat uns gezeigt, dass wir mit dem Automotiv-Bereich auf einen Industriezweig fokussiert sind, der besonders unter der aktuellen Situation leidet und einen starken Technologiewandel erlebt“.

Es gibt allerdings auch Branchen, die wenig oder gar nicht von der Pandemie betroffen sind, oder von der derzeitigen Situation profitieren. Dazu gehören die Lebensmittelindustrie und der Consumer-Anwendungen. Für die beiden Branchen hat ipf ebenfalls Produkte im Angebot. Dank einer Neuausrichtung will man einen verstärkten Zugang zu diesen Märkten erhalten und neue Kunden gewinnen. Ziel ist es, sich noch breiter aufzustellen, um ebenfalls auf unvorhergesehene Ereignisse vorbereitet zu sein.

Individuelle Sensor-Anwendungen entwickeln

Induktiver Sensor für den Einsatz in einem Erntevorsatz eines Mähdreschers.
Induktiver Sensor für den Einsatz in einem Erntevorsatz eines Mähdreschers.
(Bild: ipf electronic)

Neue Märkte mit Standardprodukten zu erschließen ist nicht leicht. Deshalb setzt das Unternehmen auf kundenspezifische Lösungen mit maßgeschneiderter Sensorik. Keine Produkte von der Stange. Hier hat ipf im vergangenen und in diesem Jahr echte Lichtblicke erlebt. Eine ganze Reihe an Interessenten benötigt individuelle Sensor-Entwicklungen. „So entwickelten wir beispielsweise für Carl Geringhoff, einem Entwickler und Hersteller von Erntevorsätzen für Mähdrescher, einen Sondersensor zur Drehzahlüberwachung eines Hydraulikmotors. Im Gegensatz zum bisherigen Sensor ist die neue Anwendung einfacher in der Montage und lässt sich im Servicefall schneller austauschen“, sagt Fiebach.

Infektionen durch Viren wird es immer geben. Daher wurde das Portfolio um ein LED-Desinfektionsgerät zur Desinfektion der Raumluft erweitert.
Infektionen durch Viren wird es immer geben. Daher wurde das Portfolio um ein LED-Desinfektionsgerät zur Desinfektion der Raumluft erweitert.
(Bild: ipf electronic)

Neue Märkte erschließen ist für jedes Unternehmen wichtig: Ein solches Beispiel sind LED-Desinfektionsgeräte, mit dem sich mit geringem Aufwand und hohem Wirkungsgrad die Raumluft desinfizieren lässt. Die Wintermonate 2020/21 zeigten, wie die bekannten Covid-19-Vorsichtmaßnahmen die herkömmliche Grippewelle massiv abschwächten. Das hat vielen vermutlich die Augen geöffnet. „Mit unserem Desinfektionsgerät lässt sich das Risiko einer Ansteckung sowie Verbreitung wirksam senken“.

„Wir haben als Gesellschaft bewiesen, dass wir mit einem Jahrhundertereignis wie einer weltweiten Pandemie umgehen und reagieren können. Deutschland ist im internationalen Vergleich viele richtige Wege gegangen. Wir können zuversichtlich in die Zukunft blicken“, schließt Fiebach ab.

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