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Brand-Trust-Markenresilienz-Studie Wie zukunftsfähig sind deutsche Technologiemarken?

| Redakteur: Jürgen Schreier

Brand Trust hat in seiner Markenresilienz-Studie die Zukunftsfähigkeit deutscher Technologiemarken unter die Lupe genommen. Bemerkenswert: Führend sind der Hausgerätehersteller Miele und der Automobilzulieferer Brose. Jedoch liegt keine Automarke unter den Top 10 im Resilienz-Ranking. Auf dem 6. Platz landet der Roboterhersteller Kuka.

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„Deutsche Technologiemarken sind bekannt, aber wenig begehrt“, so Studienleiter Jürgen Gietl, Managing Partner bei Brand-Trust, Dozent, Referent und Buchautor.
„Deutsche Technologiemarken sind bekannt, aber wenig begehrt“, so Studienleiter Jürgen Gietl, Managing Partner bei Brand-Trust, Dozent, Referent und Buchautor.
(Bild: Brand-Trust )

Industrie 4.0 und die Digitalisierung, disruptive Geschäftsmodelle neuer Wettbewerber – der Wandel fordert ein Höchstmaß an Agilität von deutschen Technologieunternehmen. Nach der Schädigung des Qualitätslabels „Made in Germany“ (durch den VW-Abgas-Skandal) erhält die eigene Marke, nicht nur mit Blickrichtung auf den eigenen Börsenkurs oder Marktwert, eine noch wichtigere Rolle. Die Managementberatung Brand-Trust hat in einer dualen Studie untersucht, wie zukunftsfähig deutsche Technologiemarken sind. Erstmals wird Markenresilienz, also die Stabilität und Agilität von Markenunternehmen, messbar und somit auch steuerbar.

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Keine Umsatz-, Bekanntheits- oder Imagewerte, sondern 10 Indikatoren, die den Einfluss der Marke auf Agilität und Stabilität eines Unternehmens erstmals messbar machen, sind die Grundlage für die Brand-Trust-Markenresilienz-Studie „Made in Germany 4.0“. Die Basis bilden Einschätzungen von 70 Top-Entscheidern sowie die Befragung von 3300 Kunden und Kennern.

Resilienteste Technologie-Marke ist Miele

Kaum ein anderes Unternehmen ist seit Jahrzehnten so stabil und gleichermaßen anpassungsfähig wie der Bielefelder Elektrogerätehersteller Miele. Genau das bringt der erste Platz im Technologiemarken Resilienz-Ranking zum Ausdruck. Das Unternehmen erzielt mit seiner Marke hohes Preis- sowie Volumen-Premium, hält den Wettbewerb auf Abstand und macht Kunden zu echten Fans. Auffallend in der Untersuchung sind die exzellenten Werte bei Loyalität und Weiterempfehlungsbereitschaft (Marken-Advocacy).

Der Automobilzulieferer Brose nimmt den zweiten Rang im Resilienz-Ranking ein. Und dies trotz einer weit unterdurchschnittlichen Bekanntheit. Dafür überzeugt der Weltmarktführer bei den Indikatoren Adaptions- und Zukunftsfähigkeit, Marken-Erlebnisexzellenz und gesellschaftliche Relevanz. Weitere Automobilzulieferer im Gesamtranking: Bosch auf Platz 7, Continental auf 13 und Schaeffler auf 18. Bei vielen Indikatoren liegt Schaeffler auf ähnlichem Niveau wie Continental. Bei Preis-Premium und Marken-Advocacy erreicht Schaeffler die geringsten Werte der vier untersuchten Unternehmen dieser Branche.

Was deutsche Autobauer von Tesla lernen müssen

Keine einzige deutsche Automobilmarke rangiert unter den Top 10 des Resilienz-Ranking. Die beste Platzierung gelingt Audi auf Rang 12. Auch die Marke Tesla wurde als Herausforderer untersucht. Sie ist der Gegenentwurf zu den deutschen Anbietern: Sehr niedrige Bekanntheitswerte, dafür umso höhere Einzelbewertungen bei Zukunftsfähigkeit, Adaptionsfähigkeit und gesellschaftlicher Relevanz als alle deutschen Automobilmarken. In Summe erreicht Tesla höhere Resilienzwerte als die deutschen Autobauer – und das auf dem Heimatmarkt der stolzen, deutschen Autobauer.

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