Forschungsvorhaben Wie wirkt sich nicht-visuelles Licht auf den Menschen aus?

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Welche Auswirkungen hat sogenanntes nicht-visuelles Licht auf den menschlichen Organismus wie etwa die innere Uhr? Ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben soll Antworten geben.

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Forschungsfeld: Wie wirkt sich das nicht-visuelle Licht auf uns Menschen aus?
Forschungsfeld: Wie wirkt sich das nicht-visuelle Licht auf uns Menschen aus?
(creative commons by marfis75)

Mit Licht können nicht nur visuelle Informationen aufgenommen werden, sondern es synchronisiert auch den sogenannten circadianen Rhythmus des Menschen, also dessen „innere Uhr“ und hat auf viele Körperfunktionen Einfluss. Dies ist allgemein bekannt und unterschiedliche Disziplinen forschen bereits auf diesem Gebiet, um den Kenntnisstand kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Dass die nicht-visuellen Wirkungen von einer Vielzahl von Parametern, wie beispielsweise der spektralen und räumlichen Strahlungsverteilung, dem Alter und der Tages- und Jahreszeit, abhängen, führt jedoch zu unterschiedlichen Untersuchungsansätzen, mit der Folge, dass sich bisherige Ergebnisse nur schwer miteinander vergleichen lassen.

Um neues Wissen über die nicht-visuellen Wirkungen von Licht zu gewinnen, sind Untersuchungen nötig, die möglichst alle Altersstufen und Lebenssituationen des Menschen wie auch Krankheit und Stress abdecken. Das Teilwissen unterschiedlichster Disziplinen muss zusammengetragen, bewertet und durch vergleichbare Experimente übertragbar und verallgemeinerbar gemacht werden.

Nicht-visuelle Wirkungen auf den Menschen

Dies ist das Ziel eines gemeinsamen Verbundvorhabens der TU Berlin, der Charité Berlin, des Universitatsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, des Klinikum Fürth, der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg und der Eberhard Karls Universität Tübingen. „Nicht-visuelle Lichtwirkungen (NiviL)“ ist der Titel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderinitiative „Intelligente Beleuchtung“ der Photonik Forschung Deutschland geförderten Forschungsvorhabens, das nun seine Arbeit aufgenommen hat und in den kommenden drei Jahren mit rund 4,7 Millionen Euro gefördert wird. Das Fachgebiet Lichttechnik der TU Berlin unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Stephan Völker übernimmt dabei die Koordination des Verbundprojektes.

In dem Projekt werden unterschiedlichste Untersuchungen durchgeführt, die durch standardisierte Versuchsbedingungen vergleichbar und verallgemeinerbar werden. In Grundlagenuntersuchungen und unterschiedlichen Feldstudien mit Studierenden, Berufstätigen, Menschen mit psychischen Erkrankungen und Senioren soll gezeigt werden, welches Potenzial in einer spektral auf nicht-visuelle Wirkungen angepassten Beleuchtung steckt.

Labor- und Feldversuche geben Antworten

Neben Versuchen in Laboren zu neuroendokrinologischen Parametern (Melatonin) wird es Feldversuche sowohl in einem Hörsaal an der TU Berlin als auch in klinischen Einrichtungen für Ältere am Universitätsklinikum Tübingen und in Seniorenheimen im Raum Tübingen/Reutlingen geben. Der Hörsaal verfügt über eine spezielle Beleuchtungsanlage, mit der sich sowohl die Beleuchtungsstärke als auch die Farbtemperatur variieren lassen. Hier werden nach 90minütigen Vorlesungen unter verschiedenen Beleuchtungsbedingungen Tests und Befragungen durchgeführt.

In den Seniorenheimen und auf den klinischen Stationen werden neue LED-Leuchten installiert, deren Leuchtstärke und farbliche Zusammensetzung steuerbar sind. Ziel der angepassten Beleuchtung ist es, im Vergleich zur üblichen Beleuchtung, den Tag-Nacht-Rhythmus und somit die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Lebensqualität von Senioren zu verbessern.

Aus den Ergebnissen des Verbundprojektes sollen grundlegende Erkenntnisse zu nicht-visuellen Lichtwirkungen gewonnen werden, aus denen Empfehlungen für die Entwicklung und Anwendung von Beleuchtungslösungen abgeleitet werden können, die Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden steigern. Die Allgemeinbeleuchtung soll damit künftig nicht nur visuelle Aufgaben erfüllen, sondern in gleicher Weise nicht-visuelle Effekte unterstützen.

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