Embedded-Projekt

Wie Sie den richtigen Anbieter für Ihr Embedded-Projekt finden

| Redakteur: Margit Kuther

Vor- und Nachteil einer eigenen Fertigungslinie

Für manche Modulanbieter ist es natürlich von Vorteil, die Module bei einem Dienstleister fertigen zu lassen. Schließlich ist es nicht immer einfach, die eigenen Fertigungslinien auf dem Stand der Technik zu halten. Es lohnt sich also auch bei den Modulanbietern, die selber fertigen, einmal die Fertigungslinie oder -linien zu besichtigen.

Hier sieht man sehr schnell, welche Kapazitäten der Anbieter hat, und wie er für zukünftige technische Herausforderungen gerüstet ist.

Sollte mal eine Fertigungslinie ausfallen, wie sieht es mit der Liefersicherheit aus? Der Ausfall einiger Fertigungslinien nach dem Tsunami in Japan hat deutlich vor Augen geführt, wie wichtig dieser Punkt ist. Es schafft also Sicherheit und Vertrauen, seinen Lieferanten auch einmal vor Ort zu besuchen.

Zur Fertigungsqualität gehören natürlich auch entsprechende Testverfahren und eine entsprechende Testtiefe. Wie ist der Modulanbieter hier aufgestellt? Hat der Anwender besondere Anforderungen an das Modul bezüglich bestimmter nachzuweisender Testverfahren und kann der Modulanbieter dies liefern?

Sollte einmal ein Fehler bei einem Modul auftreten, ist es letztendlich ganz entscheidend, wie der Modulanbieter Zugriff auf die Testdaten hat oder ob er mit entsprechenden Testverfahren den Fehler eingrenzen kann.

Bei vielen Zulassungen, unter anderem bei der Medizintechnik (ISO 13485), Aviation (EN 9100) oder Automotive (ISO 16949) ist ja im Fehlerfall ein entsprechender Nachweis zu führen, wann, wie und wo das Produkt gefertigt und getestet wurde.

Diese Traceability erfordert den Nachweis teilweise bis auf Bauteilebene, um Folgefehler und Folgeschäden auszuschließen. Wie ist der Modulanbieter hier aufgestellt? Kann er diese Daten lückenlos liefern?

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Traceability, Sicherheit für den Anwender

Eine Sicherheit für den Anwender gibt der Nachweis der Historie des Modulanbieters bei Modulen. Bei Neuanbietern im Markt ist das natürlich schwierig, hier ist ein genaueres Hinsehen besonders wichtig. Für die Liefersicherheit ist es wichtig, wie lange der Modulanbieter bisher Module geliefert hat und wie viele wann abgekündigt wurden. Gibt es ein geregeltes Verfahren, um Abkündigungen dem Anwender rechtzeitig mitzuteilen?

Ganz wichtig sind natürlich auch Verfahren bei Abkündigungen von wesentlichen Bauteilen, die letztendlich bedeuten, dass das Modul nicht weiter produziert werden kann, die sicherstellen, dass der Kundenbedarf noch abgedeckt werden kann. Der Anwender hat ja in aller Regel nicht nur die Verpflichtung zur Serienlieferung, sondern ist später auch für eine Ersatzteilversorgung verantwortlich.

Ein Weg, den viele Anbieter anpreisen, ist der Einsatz von Standardmodulen. Hier kann man die nächste Generation des Moduls bei Abkündigung des aktuellen Moduls einsetzen. Doch dieser Weg funktioniert leider nur sehr eingeschränkt und bei ARM-basierenden Prozessormodulen so gut wie überhaupt nicht.

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