Wie Sie den besten Steckverbinder für das Elektroauto finden

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Weltweite Standards für Ladesteckverbinder

Das bekannteste Thema für Elektroautos ist der Ladesteckverbinder. Europa, USA und Asien setzen nach wie vor auf unterschiedliche Steck- und Bussysteme. In Europa favorisiert man vor allem den Typ2-Stecker (IEC 62196-2 und IEC 62196-3) und auch das Vorzeige-Elektroauto schlechthin – der Tesla – wird über diesen Steckertyp geladen.

Dieser Ladesteckverbinder ist auch als Mennekes bekannt, benannt nach dem Hersteller, der diesen Steckertyp zusammen mit RWE und Daimler zuerst auf den Markt gebracht hat. Rutronik deckt diesen Bereich mit der HVCO-Serie von Amphenol ab.

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In Asien, wo weltweit die meisten Elektroautomobile zu finden sind, wird überwiegend der CHAdeMO-Standard verwendet. Dieser ist bereits für das bidirektionale Laden ausgelegt.

Der Hersteller JAE bietet mit den Serien KW01 und KW02 entsprechende Modelle, letzteres ist kompatibel zu V2H (Vehicle to Home). Damit lässt sich nicht nur das Auto aufladen, sondern die Batterie im Elektrofahrzeug auch als Energiespeicher fürs Zuhause nutzen. Beide Serien sind als komplette Kabelkonfektionen erhältlich.

Unser Fazit: Wie auch immer die Entwicklung der Elektroautos verlaufen wird – durch die Verbindungstechnologien wird sie nicht ausgebremst. Vielmehr sind diese mit einer großen Zahl an Lösungen zu wettbewerbsfähigen Preisen weltweit bereits weit vorangeschritten.

Übersicht zu den aktuellen Ladesteckverbindern

Wechselstrom-Stecksysteme: Beim Laden mit Wechselstrom muss dieser durch Gleichrichter in Gleichstrom umgewandelt werden, entweder innerhalb des Elektroautos oder in der Ladestation.

Der Typ-1-Stecker ist vor allem für das in Nordamerika genutzte 120/240-V-Einphasen-Dreileiternetz ausgelegt. Die maximale Ladeleistung beträgt nur 7,2 kW. Typ-1-Stecker werden vor allem in asiatischen und amerikanischen Fahrzeugen verbaut.

Der auch als „Mennekes-Stecker“ bekannte Typ-2-Stecker wurde mit einer EU-Verordnung von 2014 zum Standard-Ladesteckvbinder in der EU deklariert. Er ist für ein- und dreiphasige Netze geeignet und erreicht Ladeleistungen von maximal 43 kW. Audi, BMW, Daimler, Smart, Renault, VW, Volvo und nicht zuletzt Tesla setzen auf dieses System. Die Stecker an Teslas Superchargern sind eine gleichstromfähige Version des Typ-2-Steckers und ermöglichen Ladeleistungen von bis zu 120 kW.

Gleichstrom-Stecksysteme: Da hier keine Umwandlung nötig ist, lassen sich höhere Ladegeschwindigkeiten und geringere Materialkosten (durch entfallende Gleichrichter) erreichen.

Bei CCS-Steckern (Combined Charging System) handelt es sich um Typ-1- bzw. Typ-2-Stecker, die zusätzlich über zwei Pole für wesentlich schnellere Gleichstrom-Ladungen verfügen. Theoretisch können damit Ladeleistungen bis zu 170 kW erreicht werden, in der Praxis liegen sie derzeit allerdings nur bei 50 kW.

CHAdeMo-Stecker (Charge de Move) ermöglichen theoretische Ladeleistungen bis zu 100 kW. Die Besonderheit dieses Typs ist, dass er für bidirektionales Laden ausgelegt ist. Verbreitet ist der CHAdeMO-Standard fast ausschließlich in Japan, er wird in nahezu allen japanischen Fahrzeugen sowie bei Citroen und Peugeot verbaut. Fachleute erwarten jedoch, dass dieser Standard früher oder später verdrängt wird.

* Albert Culetto arbeitet im technischen Support „Connectors and Cables“ bei Rutronik in Ispringen.

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