ESE Kongress Keynote 2018

Wie sich Menschen organisieren, wenn ihnen keiner sagt, was sie tun sollen

| Autor / Redakteur: Dr. Lars Vollmer / Sebastian Gerstl

Was ist der natürliche Organisationszustand des Menschen? Der gelernte Ingenieur und Buchautor Dr. Lars Vollmer referierte in seiner Keynote auf dem ESE-Kongress 2018 über wirklich agile Führungsprozesse – und teilte einige teils absurde, teils überraschende Beobachtungen und Erfahrungen daraus, wenn starre Führungsstile auf flexible Modelle getroffen sind.
Was ist der natürliche Organisationszustand des Menschen? Der gelernte Ingenieur und Buchautor Dr. Lars Vollmer referierte in seiner Keynote auf dem ESE-Kongress 2018 über wirklich agile Führungsprozesse – und teilte einige teils absurde, teils überraschende Beobachtungen und Erfahrungen daraus, wenn starre Führungsstile auf flexible Modelle getroffen sind. (Bild: intrinsify.me)

Arbeiten Sie noch – oder beschäftigen Sie sich nur? Auf dem ESE Kongress 2018 forderte Dr. Lars Vollmer die Zuhörer auf, mehr Verantwortung zu übernehmen und mehr Initiative zu ergreifen. Die Top-Keynote ist nun als Video-Aufzeichnung kostenlos verfügbar.

Immer mehr Unternehmen sprechen davon, Agilität nicht nur in Projekten, sondern im gesamten Unternehmen anzuwenden.

Nur: Wie organisieren sich Menschen eigentlich, wenn starre Führungsrollen ausbleiben und ihnen niemand mehr sagt, was genau sie tun sollen? Und wie verträgt sich dies mit der in Deutschland üblichen Unternehmenskultur? Mit diesen Kernpunkten setzte sich Dr. Lars Vollmer in seiner Keynote auf dem ESE Kongress 2018 auseinander.

Wie Angestellte von selbst Produktivität (zurück)gewinnen

Der erfahrene Unternehmer, Buchautor und gefragte Trainer und Speaker empfahl seinem Publikum, sich nicht starren Strukturen einfach unterzuordnen, sondern von selbst mehr Initiative zu ergreifen und Verantwortung zu übernehmen. Jeder müsse sich selbst die Überlegung stellen, wie es gelingen könne, Organisationen voller Agilität und Freiheit zu gestalten.

So her diese Ziele auch sind, so räumte Vollmer ein, so sehr würden diese Bemühungen im beruflichen Alltag oft leider bereits im Keim erstickt: So manche Herangehensweise deutscher Unternehmen an das Thema Agilität gleiche geradezu einem Cargo-Kult: Führende Manager wünschen sich in ihren Firmen oft einen „Silicon-Valley-Geist" oder eine „Startup-Mentalität" herbei. Statt aber nach den Ursachen des Erfolges solcher Startups zu suchen und diese zu begreifen, werde oft nur versucht, deren Arbeitsweise zu kopieren und über die eigenen, eingefleischten Prozesse überzustülpen. Das Ergebnis: Mehr statt weniger Meetings, Papierkriege statt kurzer Dienstwege.

Vollmers Resümee: Bürokratie macht aus Arbeit, die wirklich Produktivität hervorbringt bringt, eine bloße Beschäftigung, die Zeit verbrennt – aber keine Ergebnisse liefert. Einzelziele torpedieren den Teamgeist; nur echte Mannschaften leisten für- und miteinander, bringen gemeinsam eine gesteigerte Leistung hervor.

Solche Strukturen müsse man sich klar machen – dann kann man auch etwas dagegen unternehmen. Anhand überraschender, realer Beispiele aus Gesellschaft und Wirtschaft stellte Lars Vollmer in seiner Keynote zum ESE Kongress 2018 siebeneinhalb aufrüttelnde Gedanken über eben jene Entwicklung vor: Was können Menschen vollbringen, wenn ihnen keine Führungskraft Zeit-, Ziel- oder sonstige Pläne vor die Nase setzt? Und wie können Organisationen vernünftig auf eine solche Agilität umstellen – die nicht in energieverbrennender Bürokratie untergeht?

Die Keynote von Dr. Lars Vollmer zum ESE-Kongress 2018 steht registrierten Lesern jetzt als 45-minütige Aufzeichnung im Online-Stream bereit.

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