User Interfaces

Wie sich das iPhone auf die Gestaltung von Benutzeroberflächen auswirkt

| Redakteur: Hendrik Härter

Dynamische Effekte bei der Navigation moderner User Interfaces sind weit verbreitet. Nicht zuletzt durch iPad oder iPhone. So finden dynamische Oberflächen auch im industriellen Umfeld ihren Einsatz.

Erfolgreiche (Software-)Produkte im Consumer-Bereich prägen die Entwicklung von Anwender-Software in der Industrie. Insbesondere bei der Gestaltung von Bedienoberflächen, den so genannten User Interfaces, hat Apple mit seinem iPhone und iPad großen Einfluss auf die Neu-Priorisierung von Qualitätskriterien genommen.

Ein hohes Maß an Benutzerfreundlichkeit und der "Spaß an der Bedienung", dem Joy of Use, werden heute über alle Anwendungsbereiche hinweg als wichtige Qualitäts- und auch Akzeptanzfaktoren einer erfolgreichen Software angesehen.

Drei wesentliche Dinge einer guten Usability

Ergänzendes zum Thema
 
6 wichtige grafische Basiselemente
Apple gilt im Consumer-Bereich als ein Vorreiter für anwendergerechte Benutzeroberflächen. Der Kontakt mit iPhone und Co. im privaten Umfeld weckt bei vielen Benutzern häufig den Wunsch, diese Art der Software auch im beruflichen Umfeld vorzufinden.

Viele Projekte bei Ergosign beginnen mit dem Kundenwunsch: "Können wir das wie beim iPhone machen?". Die Formulierung zeigt, dass diese Aussage eher ein wahrgenommenes Nutzungserlebnis, die so genannte User Experience ist, als eine konkrete Anforderung beschreibt.

Zu einer guten Usabiltiy gehören drei Dinge:

  • eine intuitive und an die zielgruppenspezifischen Anforderungen angepasste Benutzerführung (Navigation),
  • ein übersichtliches und effizientes Layout sowie
  • eine moderne visuelle Gestaltung.

Zur Realisierung dieser Aspekte bedienen sich moderne Visualisierungen einer Reihe dynamischer Effekte, wie beispielsweise Animationen und Transparenzen, einem flexiblen Layoutsystem oder den Einsatz von 3-D-Objekten. Die Zustandsänderung von Buttons zum Beispiel bei "Click" oder "Touch" zählt hierbei zum absoluten Standard.

Haben Sie schon einmal beobachtet wie sich eine Registerkarte auf dem iPhone hin- und wieder zurück dreht, um die Inhalte beider Seiten zu offenbaren? Die Animation des Übergangs ist hierbei der entscheidende Moment, um dem Benutzer durch die simulierte Drehung zu signalisieren, wie beide Screens zusammenhängen.

Das Systemfeedback und eine lebendige Visualisierung

Auch wenn das Systemfeedback als ein Kernkriterium für gute Usability sicherlich noch mehr umfasst, lässt sich die Anwendung des beschriebenen Effekts am ehesten hierunter einordnen.

Im Wesentlichen geht es darum, die erlebte Interaktion durch eine angereicherte Visualisierung "lebendig" erscheinen zu lassen und dem Benutzer hierdurch das intuitive Verständnis des gesamten User Interface zu erleichtern. Folglich könnte man es auch "Liebe zum Detail" nennen, die für das anfangs zitierte "Apple-Gefühl" mitverantwortlich ist.

Die grafische Bedienoberfläche als Alleinstellungsmerkmal

Viele Kunden suchen nach Differenzierungsmerkmalen, die ihre Produkte über die technische Finesse hinaus vom restlichen Markt abheben. Ansatzpunkte werden häufig in der Optimierung der Bedienoberfläche identifiziert. Der in diesem Fall starke Innovationsanspruch des Kunden erlaubt den Griff in den Effektbaukasten, der das Interface von seiner Konkurrenz abheben soll. Der Geschäftsführer von Ergosign sieht das ähnlich wenn er sagt, dass in den letzten ein bis zwei Jahren ein deutlicher Anstieg von Projekten dieser Art zu spüren war.

Worin genau das Potential liegt, das diese starke Resonanz rechtfertigt, sollen die folgenden Beispiele veranschaulichen.

Reizüberflutung bei der Interaktion vermeiden

Der wichtigste Grundsatz vorweg: Weniger ist mehr. Wir alle erinnern uns an die ersten Versuche im Webdesign der neunziger Jahre. Der Einsatz von animierten Flaggen und blinkenden Schriftzügen gehörte sozusagen zum guten Ton. Das Ergebnis der unverhofften Gestaltungsmöglichkeiten und deren freie Kombination war im besten Fall irritierend, in der Regel jedoch wenig zielführend.

Der Einsatz eines Effektes sollte daher immer durch einen zu erwartenden Benutzungseffekt motiviert sein. Dies stellt insbesondere bei Monitoring-Systemen sicher, dass die relevanten Informationen keiner Reizüberflutung zum Opfer fallen.

Visualisierungen erleichtern die Kommunikation mit Laien

Ein konkreter Anwendungsfall ist die Prozessvisualisierung im technischen Umfeld. Diese ist häufig komplex und insbesondere für den Laien auf den ersten Blick schwer zu verstehen. Design-Konzepte wie das schrittweise Einblenden von Informationen, dem Progressive Disclosure, oder Prozessanimationen technischer Vorgänge können komplexe Zusammenhänge vereinfachen und die Zugänglichkeit für alle Benutzergruppen deutlich erhöhen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die Navigationsstrukturen verdeutlicht werden, um die Orientierung in einem System zu erhöhen. Die Idee davon, welche Inhalte "links und rechts" von dem aktuell angezeigten Bildschirmausschnitt liegen, ergibt für den Benutzer einen klaren Orientierungsvorteil.

Das gilt insbesondere für Systeme mit kleinen Bildschirmen die gezwungen sind, ihre Informationen auf viele Bildschirme zu verteilen, wodurch Bildschirmzusammenhänge an Bedeutung gewinnen.

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