Mobile Speicher Wie sich Blackouts zuverlässig verhindern lassen

Autor / Redakteur: Winnijar Kauz * / Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Ein totaler Kollaps des Stromnetzes hätte verheerende Folgen. Dieser Beitrag zeigt, wie mobile Speicherlösungen Netzschwankungen ausgleichen und partielle Zusammenbrüche des Netzes vermeiden.

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Eisbruch mit fatalen Folgen: Falls „Quasi-Inselnetze“ verbleiben, die nahezu vollständig vom Gesamtnetz getrennt sind, können mobile Speicher sehr schnell Lastspitzen ausregeln und energieintensive Notstromaggregate in vielen Fällen ersetzen.
Eisbruch mit fatalen Folgen: Falls „Quasi-Inselnetze“ verbleiben, die nahezu vollständig vom Gesamtnetz getrennt sind, können mobile Speicher sehr schnell Lastspitzen ausregeln und energieintensive Notstromaggregate in vielen Fällen ersetzen.
(Bild: Jörg Sarbach)

Vor zwei Jahren kürte „Bild der Wissenschaft“ den Energie-Thriller „Blackout – Morgen ist es zu spät“ zum spannendsten Wissensbuch des Jahres. Die düstere Utopie des österreichisches Schriftstellers Marc Elsberg beschreibt die katastrophalen Zustände in Europa nach einem totalen Stromausfall. In Elsbergs Bestseller ist der Kollaps des Stromnetzes die Folge eines terroristischen Angriffs. „Solche Horrorszenarien sind Verkaufsschlager, weil sie an unsere tiefsten Ängste appellieren. Man erinnere sich nur an die Hysterie kurz vor der Jahrtausendwende. Im Großen und Ganzen sind unsere Versorgungsnetze jedoch noch nicht anfällig für solche Blackouts“, ist Markus Müller, Marktentwickler beim internationalen Steckverbinder-Hersteller Multi-Contact, überzeugt.

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Partielle Zusammenbrüche des Netzes vermeiden

Die zunehmende Anzahl von dezentralen Energieerzeugern bringt unser Stromnetz in Bewegung. Aus diesem Grund denkt Markus Müller an eine Lösung, mit der sich Netzschwankungen ausgleichen und sogar partielle Zusammenbrüche des Netzes vermeiden lassen: Mobile Speicherbatterien mit Kapazitäten von 50 bis zu 250 kWh, gezielt an ausgewählten Netzknoten angeschlossen, um Spannungsspitzen wie Spannungseinbrüche auszugleichen.

„Der weltweite Blackout ist etwas für Thriller-Autoren, die Stabilität eines Netzes sicherzustellen etwas sehr Reales“, führt Müller aus. Naturkatastrophen, wie das Hochwasser des Jahres 2013, verdeutlichen dies. Ist ein Teil des Stromnetzes aufgrund von Überflutung, Eisbruch oder Erdbeben vom großen Verbundnetz abgetrennt, müssen manchmal tausende Haushalte für Tage ohne Strom auskommen. Für die Bevölkerung ist das ein Desaster, für die Patienten in medizinischen Einrichtungen kann dies im schlimmsten Fall fatale Folgen haben.

Große Speicherbatterien kappen Leistungsspitzen

In Inselnetzen erfolgt der Netzbetrieb zumeist über ein großes Notstromaggregat oder ein lokales Kraftwerk als Hauptenergiequelle. Was fehlt, ist die Ausgleichskapazität eines großen Verbundnetzes. So können starke Schwankungen eingespeister Energie, z.B. von PV-Anlagen, ein Inselnetz zum Zusammenbruch bringen. Große Speicherbatterien aber könnten Leistungsspitzen kappen und gleichzeitig den Generator stützen, wenn sich gerade ein paar Wolken vor die Sonne schieben. Gleichzeitig kann die Größe des Generators deutlich kleiner ausfallen, da er nicht mehr die Spitzenlast zur Verfügung stellen muss. Der gleichmäßige Betrieb des Generators wirkt sich außerdem positiv auf den Kraftstoffverbrauch aus. Ein Umstand der in Katastrophengebieten Versorgungsengpässe vermeiden kann.

Mobile Speicherlösung stützt bestehendes Versorgungsnetz

Müller hatte bei dem Gedanken an eine mobile Speicherlösung keine Katastrophenszenarien im Kopf. „Die Idee kam mir auf der Suche nach einer flexiblen Lösung zur Stützung des bestehenden Versorgungsnetzes. Landauf, landab existieren Einspeisepunkte, dafür geschaffen im Ernstfall den Anschluss von Notstromaggregaten zu erlauben. An den gleichen Punkten besteht die Möglichkeit zum Anschluss von Batteriespeichern zur Entnahme und Rückspeisung von Energie“, fasst Müller seine Intention zusammen. Sein Lösungsvorschlag: Mobile Batteriespeicher, ausgelegt als Pkw/Lkw-Anhänger oder Container, mit flexiblen Leitungen und Steckverbindern an den Netzknoten einzubinden und so das Versorgungsnetz schnell und flexibel zu stabilisieren. Auf diese Weise können im Handumdrehen bis zu 400 kW im 400-V-Netz übertragen werden.

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