Elektromobilität

Wie Schaeffler von der Formel E profitiert

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Variante mit einem Motor und drei Gängen

Bei Elektroantrieben stellt sich grundsätzlich die Frage, wie viele Übersetzungsstufen die optimale Wahl darstellen. In der Formel E sind die Teams laut Reglement dazu verpflichtet, mit einer vor Saisonbeginn festgelegten Zahl an Gängen und den gewählten Übersetzungen bei allen Rennen anzutreten. Daher gilt es für die Teams zu Saisonbeginn, eine für alle Rennstrecken passende Lösung zu finden.

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Schaeffler hat sich für drei Gangstufen entschieden. Das ermöglicht den Einsatz eines kompakten und leichten Elektromotors. Zudem ist so ein hoher Wirkungsgrad beim Betrieb in günstigen Drehzahlbereichen geboten. Gleichzeitig gelang der Kompromiss, die Zahl der Schaltvorgänge pro Runde möglichst minimal zu halten, während die Momente möglichst maximal unter der Berücksichtigung der vom Reglement vorgeschriebenen Höchstleistung ausfallen.

Weitere Erkenntnisse

Besondere Bedeutung spielen in der Formel E Sparsamkeit und Effizienz. So gilt es, wenig Energie zu verbrauchen und mittels Rekuperation (Bremsenergierückgewinnung) möglichst viel Energie wieder zurückzugewinnen. Gebremst wird in der Formel E – wie auch bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen – zum einen über die konventionelle mechanische Bremse und zum anderen mittels der Elektromaschine. Sie wirkt in diesem Fall als Generator und wandelt die beim Verzögern anfallende Energie wieder in elektrische Energie um.

„Das Zusammenspiel aus mechanischer und elektrischer Bremse ist entscheidend. Motorsport-Siege werden auch auf der Bremse erzielt. Das dafür nötige Wissen brauchen wir ebenfalls für die Technologien von Straßenfahrzeugen“, sagt Prof. Peter Gutzmer.

An den Formel-E-Piloten, Lucas di Grassi und Daniel Abt, liegt es letztendlich, mit der zur Verfügung stehenden Energie optimal hauszuhalten. „Als Rennfahrer musst Du als Erstes lernen, effizient zu fahren. Wenn Du von klein auf Rennen fährst, hast Du das nicht automatisch im Blut“, gesteht Daniel Abt. „Von klein auf lernst Du immer mit Vollgas zu fahren; der Verbrauch spielte da nie eine Rolle“, so der 23-jährige weiter. Lucas di Grassi ist sicher, dass effiziente Mobilität nicht nur in der Formel E zählt, sondern überall zum Maßstab wird: „Effizienz bedeutet, die neueste Technologie des Antriebsstrangs mit der höchstmöglichen Leistung zu kombinieren und die zur Verfügung stehende Energie intelligent zu nutzen.“

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