Kollaborative Roboter Wie Robotiktrends die Fertigung in Deutschland zukunftsfähig machen

Redakteur: Margit Kuther

In der Industrie wird die Automatisierung von Arbeitsabläufen immer wichtiger. Carol Richter, Produktmanager bei Reichelt Elektronik, erklärt, wie die aktuellen Entwicklungen bei Robotern und Cobots dabei helfen können, Deutschland als Industriestandort weiter zu stärken.

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Hand in Hand: Der kollaborative Roboter, Cobot, wird in der Automatisierung immer wichtiger.
Hand in Hand: Der kollaborative Roboter, Cobot, wird in der Automatisierung immer wichtiger.
(Bild: Clipdealer)

Roboter für alle – leicht zugänglich. Diese Entwicklung zeichnet sich seit geraumer Zeit immer stärker ab. Die technologische Evolution ermöglicht den Einsatz von Hilfsrobotern in verschiedensten Anwendungsfeldern – von der Logistik bis zur Feinmechanik. Selbst für kleinere Betriebe und Mittelständler sind Roboter mittlerweile erschwinglich geworden. Bedingt wird dieser Fortschritt durch eine stete Verbesserung der Technologiestandards von Robotern. Die wichtigsten Trends werden im Folgenden zusammengefasst.

Hand im Greifarm – Wie kollaborative Roboter bereits heute den industriellen Arbeitsalltag erleichtern

Mensch und Roboter, die in der Produktion zusammenarbeiten: Was klingt, wie aus einem Science-Fiction-Film, ist bereits seit einiger Zeit Realität in der Industrie. Das Schlagwort lautet kollaborative Roboter – oder Cobots. Ihr großer Vorteil ist, dass diese Roboter äußerst vielseitig eingesetzt werden können. Sie sind aber auch deshalb für viele KMUs interessant, weil man sie auf die unterschiedlichsten Aufgaben programmieren und, je nach Bedarf, wieder umprogrammieren kann. Dadurch ist ein Roboter nicht auf Jahre hinweg auf eine Tätigkeit festgelegt, sondern besticht durch seine Flexibilität.

Mit der fortschreitenden technologischen Entwicklung werden auch die Cobots in der Anschaffung sowie im Unterhalt immer erschwinglicher, wodurch die Automatisierung noch schneller vorangetrieben werden kann. Eine von reichelt elektronik im Jahr 2019 durchgeführte Studie attestierte Deutschland im europäischen Vergleich nach wie vor eine Pionierrolle im Ausbau der Automatisierung. Mittlerweile haben mehr als die Hälfte aller Unternehmen ab 250 Mitarbeiter (53%) bereits in Robotik investiert – und auch in Unternehmen mit einer Größe von 50-249 Mitarbeitern stieg der Anteil von 2018 bis 2020 auf 27 Prozent (Statista, 2020).

Abbau von Berührungsängsten bereits in der Ausbildung

Mit jeder Investition in Cobots wird es jedoch entscheidender, dass Unternehmen über Mitarbeiter verfügen, die in der Lage sind, die Roboter zu bedienen. Aus diesem Grund bieten immer mehr Entwickler bereits in der Ausbildung die Möglichkeit, den Umgang mit Hilfsrobotern zu erlernen. Dazu werden mehr und mehr Schulungsroboter zur Verfügung gestellt, an denen sich auch ausgelernte Arbeitskräfte weiterbilden können. Die nachhaltige Aus- und Weiterbildung mithilfe von Schulungsrobotern birgt enorme Möglichkeiten für das Personal. Richtig ausgebildet und von Entscheidern entsprechend eingesetzt, kann das Personal Unternehmen dabei helfen, die Automatisierung der eigenen Produktionsabläufe besser und schneller voranzutreiben.

Noch ausbaufähig: der Greifer

Zudem hilft besser geschultes Personal den so Entwicklern dabei, die einzige Schwachstelle von Robotern, die Greifer, zu beheben. Selbst heute liegt die große Herausforderung bei Robotern darin, dass der Greifer etwas wirklich feinfühlig mit dem richtigen Druck greifen kann. Es gibt zwar bereits einige gute Ansätze, aber immer noch genügend Tätigkeiten, die auch mittel- bis langfristig noch vom Menschen erledigt werden müssen. Ein Paket zu verpacken, gelingt einem Menschen nach wie vor besser und vor allem schneller als einem Roboter. Trotzdem kann man Roboter so programmieren, dass sie dabei helfen. Je besser das gelingt, desto leichter fällt die Arbeit. Je genauer der Mensch versteht, welche Aufgaben Cobots lernen können, desto effizienter wird die Zusammenarbeit.

Der Robotikmarkt steht weiterhin vor einer steilen Entwicklungskurve, die Technologie wird immer ausgereifter und damit gerade für den Mittelstand immer erschwinglicher. Wir werden in nicht allzu ferner Zukunft auf immer bessere Lösungen zurückgreifen können und die Trends werden sich weiterführen. Gelingt es deutschen Unternehmen, die darin schlummernden Möglichkeiten vollständig auszuschöpfen, wird Deutschland weiterhin starke Pionierarbeit auf dem Feld der Robotik leisten und sich so noch stärker als wichtiger Industriestandort profilieren können.

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