Product Lifecycle Management

Wie PLM den Entwurf von Leiterplatten verbessert

21.03.2007 | Autor / Redakteur: Chris Nicolaes* / Gerd Kucera

Arbeitsweise und Implementation von PLM in eine PCB-DesignumgebungPLM steht für „Product Lifecycle Management“ und beschreibt ein Software-Tool nebst Methode, womit sich alle Informationen eines Produktes über seine gesamte Lebensdauer hinweg sammeln und analysieren lassen. PLM integriert alle anfallenden Daten von den ursprünglichen ECAD- und MCAD-Entwürfen über die Stücklisten bis zu allen relevanten Angaben über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg.

Die ersten PLM-Systeme stellten einen Evolutionsschritt über die reine Verwaltung der Produktdaten (Product Data Management, PDM) hinaus dar. Während PDM das Rückgrat für die Zusammenarbeit im Produktdesign und den späteren Phasen der Produktentwicklung bildete, haben PLM-Systeme ein entschieden breiter angelegtes Spektrum an Funktionen, Arbeitsabläu-fen und Geschäftsprozessen integriert, um die Zusammenarbeit über die gesamte Wertschöpfungskette eines Unternehmens auszudehnen – einschließlich der Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und Partner.

Im Grunde genommen hat PLM für den Lebenszyklus eines Produktes innerhalb des Unternehmens die Bedeutung, die ein ERP-System (Enterprise Resource Planning) für dessen Materialbeschaffungs- und die Herstellungsprozesse übernimmt. Allerdings versetzt eine durchdachte PLM-Strategie das Unternehmen in die Lage, Verbesserungen frühzeitig in seine Produktentwicklungsprozesse zu über-nehmen, ohne die langwierigen, kostenintensiven und komplizierten Systemanpassungen vornehmen zu müssen, die man mit einem ERP-System assoziiert.

PLM-Systeme ermöglichen korrigierend und optimierend einzugreifen

PLM umfasst die komplette Lebensdauer der Produkte eines Unternehmens und schließt die Informationslücken, die durch andere wichtige Unternehmensanwendungen bislang nicht abgedeckt waren. Dabei korrespondieren PLM-Prozesse interaktiv mit Prozessen anderer unternehmensweiter Systeme, wobei sich PLM dadurch von ERP und SCM (Supply Chain Management) unterscheidet, dass es die Möglichkeit bietet, kreativ, also korrigierend und optimierend einzugreifen, wohingegen ERP oder SCM-Systeme nur darauf ausgerichtet sind, vorgedachte Standard-Prozesse zu unterstützen.

So beziehen PLM-Systeme beispielsweise die Zulieferer in einer frühen Phase der Konzeption eines neuen Produktes mit ein, um die Entwicklung von Prototypen samt der entsprechenden frühen Designprozesse zu beschleunigen. Im Gegensatz dazu steht der Ablauf innerhalb des SCM, das ein Produkt erst nach dem Designprozess integriert und daher die Berücksichtung eventueller Einwände des Lieferanten in den ersten Phasen der Produktentwicklung kaum möglich macht.

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