Wie man einen stylischen HiFi-Vorverstärker aus Alu-Standardgehäusen baut

| Autor / Redakteur: Thomas Lüke * / Kristin Rinortner

HiFi-Verstärker: 
Echtholz-Verkleidungen vorn und an den Seiten machen aus dem Aluminium-Profilgehäuse einen edlen Hingucker.
HiFi-Verstärker: 
Echtholz-Verkleidungen vorn und an den Seiten machen aus dem Aluminium-Profilgehäuse einen edlen Hingucker. (Bild: Bopla)

Popular Audio nutzt für seine HiFi-Vorverstärker PHONO+ Aluminium-Profilgehäuse. Verkleidet mit Front und Seitenteilen aus edlen Hölzern werden aus den funktionellen Industriegehäusen stylische Hingucker.

Die HiFi-Enthusiasten von Popular Audio haben sich der Entwicklung und Fertigung von anspruchsvollen Röhrenverstärkern verschrieben. Gefertigt werden die Geräte hauptsächlich in Handarbeit. Dabei verknüpft das Team traditionelle, analoge Technik für die Signalverarbeitung mit moderner Bluetooth-Technologie für die Verbindung zu Endgeräten auf Basis von Android-, iOS- oder Windows-Betriebssystemen.

Die Verstärker können wahlweise mit elektromagnetischen oder elektrodynamischen Tonabnehmern genutzt werden. Ihre extrem geräuscharmen Elektronikkomponenten garantieren ein makelloses Klangerlebnis und sehr geringe harmonische Verzerrungen. Daneben überzeugen die Röhrenverstärker auch mit einem minimalistischen Design, das Metall elegant mit edlen Hölzern kombiniert.

Profilgehäuse aus Aluminium bildet Basis des HiFi-Verstärkers

Als Gehäuse für den Verstärker PHONO+ wählte Popular ein graphitgraues Elektronikgehäuse mit einer Breite von 121 mm, einer Länge von 150 mm und einer Höhe von 32,8 mm aus der Alustyle-Baureihe des Bünder Gehäusespezialisten Bopla. Die industrietauglichen Strangpressprofilgehäuse sind robust und gleichzeitig optisch ansprechend.

Das bestätigt auch Maroš Ďurík, Chefdesigner und Ingenieur bei Popular Audio und ergänzt: „Das Alustyle-Gehäuse ist nicht nur mechanisch sehr belastbar. Es erfüllt auch unsere hohen Anforderungen an eine perfekte Abschirmung der empfindlichen Verstärkerbauteile.“ Zudem lassen sich Leiter- und Montageplatten einfach und sicher im Gehäuse fixieren. Dafür sorgen die bis zur Deckenwand durchgängigen und gleichmäßig verteilten Nuten mit einheitlichem Rastermaß.

Die pulverbeschichteten Aluminiumgehäuse lassen sich als Hand-, Wand- oder Tischgehäuse einsetzen. Dabei überzeugen sie durch gute Schirmung, konstruktive Finesse und funktionales Zubehör. Der Anwender kann zwischen drei Profilvarianten und vier Profilquerschnitten wählen. Standardlängen sind ab Lager verfügbar, Sonderlängen kurzfristig lieferbar.

Als funktionelles Zubehör liefert der Gehäusespezialist aus Bünde z.B. Abschluss- oder Montagedeckel, Designdichtungen in fünf Farben, Dekorstreifen, Wandbefestigungen, Abdeckkappen, Tower- oder Aufstellfüße, Frontplatten und Batteriefächer. Je nach verwendeter Dichtung erreichen die Alustyle-Gehäuse im industriellen Einsatz die Schutzart IP 66 bis IP 67.

Vertiefte Profilseiten erlauben die Montage von Folientastaturen bis zu einer Höhe von 2 mm. Die glatten Profilseiten können bedruckt oder mithilfe eines Lasers mit Gravuren versehen werden.

Wie alle Metallgehäuse des Herstellers aus Bünde lassen sich auch die Alustyle-Profilgehäuse individuell bearbeiten. Popular versah beispielsweise die rückwärtige Metallabdeckung mit Bohrungen für die Ein- und Ausgänge sowie mit Ausfräsungen für den Stromanschluss.

Auf Wunsch übernimmt der Gehäusehersteller die gesamte mechanische Bearbeitung sowie gegebenenfalls erforderliche Beschichtungen oder Bedruckungen für seine Kunden.

Üblicherweise verschließt ein Abschlussdeckel aus Zinkdruckguss das Gehäuse. Die Popular-Produktdesigner entschieden sich für ihre Verstärkergehäuse jedoch für Fronten und Seitenverkleidungen aus edlem Holz. „Auf diese Weise passt sich das Industriegehäuse harmonisch in Wohnumgebungen ein“, erklärt Ďurík. Bei dieser Nutzung erreicht das Alustyle-Gehäuse dann lediglich die Schutzart IP 40.

Clevere HiFi-Kühllösung mit einer Aluminiumplatte

Typischerweise werden bei Profilgehäusen die Leiterplatten längs in die Aufnahmenuten geschoben. Aufgrund des fehlenden Andrucks zwischen Leistungshalbleitern und Metallgehäuse kann die im Betrieb entstehende Wärme jedoch nur unzureichend abgeleitet werden.

Der slowakische HiFi-Spezialist löste dieses Problem durch einen einfachen Trick: Eine mit zwei Schrauben in der Unterseite des Verstärkergehäuses befestigte Aluminiumplatte dient als Kühlelement für die Halbleiter. Der mittlere Teil der Aluminiumplatte ist mit einer Wärmeleitfolie versehen und greift in das Gehäuse hinein.

Das Kühlelement-Mittelteil für den HiFi-Verstärker ist auf die Lage der Leistungshalbleiter abgestimmt. Wird der Aluminiumkühlkörper mit den Schrauben angezogen, entsteht durch die flexible Wärmeleitfolie der richtige Anpresskontakt zwischen Halbleiter und Kühlelement.

In Summe gibt es hier einen stylischen HiFi-Verstärker, der auf einem Industriegehäuse aus Aluminiumprofilen basiert, der mit einfachen Mitteln auch das Wärmemanagement gut im Griff hat.

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* Thomas Lüke leitet den Vertrieb bei BOPLA Gehäuse Systeme GmbH in Bünde.

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