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Wie man ein Einser-Student wird und die harten Prüfungen knackt

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Papier einseitig beschreiben

Beschreiben Sie Ihr Papier nur einseitig. So finden Sie sich leichter zurecht, wenn Sie zur Kontrolle oder zur Fehlersuche zu vorherigen Aufgabenteilen zurückkehren müssen. Bei doppelseitig beschriebenem Papier müssen Sie zu viel blättern und können dadurch die Folge von Rechenschritten nicht so leicht nachvollziehen.

Deutlich schreiben

Schreiben Sie deutlich und das aus zwei Gründen. Erstens schlägt sich Ihre Art zu schreiben auf Ihre Denkweise nieder. Also schreiben Sie eher etwas kleiner und sehr deutlich um Konzentration und Präzision Ihrer Gedanken zu fördern (das sollten Sie sich schon in der Vorbereitungsphase angewöhnen). Zweitens muss Ihre Schrift lesbar sein, sowohl für den Prüfer als auch für Sie selbst. Ich habe bei Prüfungskorrekturen öfters erlebt, dass sich Studenten verrechnet haben, weil Sie in der Aufregung ihre eigene Schrift nicht lesen konnten und z.B. die Zahl 1 mit einem kleinen l oder dem Buchstaben i verwechselt haben.

Häufig kontrollieren

Wie oben schon erwähnt, sollten Sie immer wieder Plausibilitätsprüfungen machen wie „ist das Ergebnis physikalisch oder technisch sinnvoll?“, „Stimmen die Einheiten?“, „Gibt es ebenso viele Gleichungen wie Unbekannte? Und wenn nicht, ist vielleicht noch eine Information in der Formulierung des Textes versteckt?“, „Stimmen die Vorzeichen?“. Durch häufiges Kontrollieren entdecken Sie potentielle Fehler früher und rechnen nicht so lange mit fehlerhaften Daten oder Ausdrücken.

Skizzen, Skizzen, Skizzen

Fertigen Sie Skizzen an! Das Gehirn erfasst graphisch dargestellte Zusammenhänge besonders gut und kann über Grafiken auch mehrere parallel vorliegende Informationen leichter verarbeiten. Zeichnen Sie also elektronische Schaltungen gerne um, um z.B. Maschenströme besser eintragen zu können, oder fertigen Sie Flussdiagramme an, anstatt Pseudocode aufzuschreiben. Gerade bei zeitlichen Zusammenhängen sind Zeichnungen oft die einzige Möglichkeit das Gesamtgeschehen zu überblicken. Achten Sie auch darauf, dass Sie alle Koordinatenachsen immer beschriften.

Erst am Ende abgeben

Auch wenn es gut läuft und Sie vor der Zeit fertig werden, empfehle ich, bis zum Schluss zu bleiben und die Zeit zur nochmaligen Überprüfung der Klausur zu nutzen. Oder Sie beschriften Ihre Zeichnungen etwas ausführlicher, was Ihnen den einen oder anderen Extrapunkt einbringen kann. Falls Sie dennoch nichts mehr finden, was verbessert werden könnte, haben Sie nur ein paar Minuten Zeit „verschwendet“. Das ist immer noch besser, als sich nach der Prüfung sagen zu müssen, dass man eigentlich noch etwas hätte tun können.

Ergänzendes zum Thema
Das Thema „Studienfitness“ lässt sich grob in folgende Themenbereiche gliedern:
  • Motivation
  • Lerntechniken
  • Organisation von Information
  • Zeitmanagement
  • Ergänzende Fertigkeiten
  • Training für die Prüfung
  • Vorgehen in der Prüfung
  • Technisches Schreiben
  • Vortragstechniken
  • Gesundheit von Körper, Geist und Seele

So gut wie alle dieser Themen haben auch später in der beruflichen Praxis große Bedeutung. Es lohnt sich daher umso mehr, sich die notwendigen Arbeitstechniken und Verhaltensweisen während des Studiums anzueignen. Aus Platzgründen beschränkt sich dieser Artikel auf die Aspekte rund um die zu schreibenden Klausuren, d.h. „Training für die Prüfung“ und „Vorgehen in der Prüfung“

Zusammenfassung

In diesem Kurzbeitrag habe ich versucht deutlich zu machen, dass es neben den rein fachlichen Themen im Studium auch ein „gewusst wie“ gibt, welches das Studium erheblich effizienter machen kann. Effizienter heißt im Umkehrschluss auch: mehr Freizeit bei gleichem Ergebnis. Schon deswegen lohnt es sich, die Aspekte rund um das Thema „Studienfitness“ näher zu betrachten und in die eigene Arbeitsweise zu integrieren. Diese bewährten Arbeits- und Vorgehensweisen sind auch später im Berufsleben sehr vorteilhaft einsetzbar.

Über den Autor

* Rainer Storn ist Entwicklungsleiter des Labors Plattform-Software bei Rohde & Schwarz. Nach dem Studium der Elektrotechnik und anschließender Promotion an der Universität Stuttgart begann er seine Karriere im Forschungszentrum der Siemens AG in München und gelangte über die Stationen ICSI in den USA und Infineon zu Rohde & Schwarz in München. Er erhielt 2017 den Pioneer Award der Computational Intelligence Society des IEEE und beschäftigt sich seit seiner Studienzeit mit effizienten Lerntechniken. Neben seiner Haupttätigkeit als Entwicklungsleiter hält er nach wie vor Schulungen über verschiedenste technische Themen und ist Autor bzw. Coautor von mehreren Büchern und einer Vielzahl von Veröffentlichungen.

Literatur

[1] André Agassi, Open, Vintage Books, 2010.

[2] Rainer Storn, How to Become an A-Student in Science and Engineering, Amazon Independent Publishing, 2017.”

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