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Wie man ein Einser-Student wird und die harten Prüfungen knackt

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Lernen auf die Prüfung

Arbeiten Sie nun Thema für Thema ab, indem Sie sich zuerst die Theorie aus der Vorlesung noch einmal durcharbeiten und dann alle Teilaufgaben zu diesem Thema rechnen bzw. bearbeiten. Nach der Bearbeitung jeder Teilaufgabe schauen Sie in die Musterlösung und überprüfen Ihre Resultate und analysieren Sie die Schwierigkeiten, die Sie hatten. Hierbei sollten Sie folgendes beachten:

  • Sie lernen viel aus Ihren Fehlern. Geben Sie sich also die Chance zu Fehlern, indem Sie möglichst viele Aufgaben bearbeiten.
  • Jeder Student hat einen bestimmten Satz von speziellen Fehlern, die er immer wieder macht (z.B. dass Vorzeichen verschlampt werden). Notieren Sie diese und machen Sie sich Ihre persönlichen „Lieblingsfehler“ bewusst, um sie mit der Zeit endgültig auszumerzen.
  • Lassen Sie kein Gebiet zu, mit dem Sie auf „Kriegsfuß“ stehen. Angstgebiete erhöhen Ihre Nervosität in der Prüfung, und Nervosität ist einer Ihrer größten Gegner in der Prüfung.
  • Rechnen Sie Ihre Aufgaben alleine, in der Prüfung müssen Sie dies auch tun. Eine spätere Besprechung mit Studienkollegen ist aber durchaus zu empfehlen und oft sehr effektiv. Die Diskussion der Aufgaben und der Ergebnisse führt oft zu zusätzlichen Einsichten und festigt das Gelernte, da Sie in Gesprächen sehr viele Sinne beteiligen und nicht nur aufnehmen sondern auch Inhalte aktiv wiedergeben. Eine derartige Reichhaltigkeit veranlasst das Gehirn zusätzlich, das Wissen abzuspeichern.
  • Wenn Sie alle Themen und Teilaufgaben durchgearbeitet haben, erstellen Sie sich eine eigene Zusammenfassung über alle Themengebiete. Sie können die Zusammenfassung auch begleitend zu den jeweiligen Themen schreiben. Wichtig ist, dass Sie selbst formulieren und zeichnen sowie Ihre „Lieblingsfehler“ aufschreiben und sich diese bewusst machen. Die Zusammenfassung stellt Ihr erlangtes Wissen noch einmal kompakt dar, und der Vorgang des Schreibens und der Gestaltung der Zusammenfassung verankert das Gelernte noch besser im Gedächtnis. Ich nenne das gerne den „Spickzettel-Effekt“, den viele aus der Schule kennen: nach dem Schreiben des Spickzettels brauchte man diesen oft nicht mehr, da man sich beim Zusammenstellen desselben das Wissen gemerkt hatte.

Aufgaben ein zweites Mal rechnen

Sie sind nun bereit für das Training und rechnen entweder alle oder ausgewählte Aufgabenteile noch einmal. Ziel ist es, die Aufgaben nun fehlerfrei zu rechnen, so dass auch Ihre „Lieblingsfehler“ keine Chance mehr haben.

Belastungstest

Wie oben beschrieben, haben Sie sich ja zwei oder drei Originalklausuren aufgespart. Diese rechnen Sie nun unter realen Bedingungen durch. Nehmen Sie sich eine Klausur pro Tag vor und lassen Sie diese ein paar Tage vor der eigentlichen Klausur. Erleben Sie den Zeitdruck in diesen „Generalproben“, so dass Sie ein Gefühl dafür bekommen, wie Ihre Zeiteinteilung funktioniert. Schauen Sie die Ergebnisse nach der ersten Probeklausur an und kontrollieren Sie, wie viele und welche Fehler Sie gemacht haben. Machen Sie sich Ihre Stärken und Schwächen bewusst. In der zweiten Probeklausur rechnen Sie die nächste Prüfung unter realen Bedingungen und werden dadurch mit der Prüfungssituation noch vertrauter. Sie können solche Echtzeittests auch schon früher durchführen, wenn Sie sich dazu in der Lage fühlen, allerdings empfehle ich dies nicht, wenn Sie noch nicht ausreichend vorbereitet sind, da dies nur Verunsicherung hervorruft. Benutzen Sie bei den Generalproben auch dieselben Hilfsmittel (dies tun Sie schon am besten bereits während der Lernphase), die Sie auch in der Prüfung benutzen. Dazu zählen auch Papier (kariert oder rein weiß), Stift, Lineal u.s.w. Das Ziel muss sein, möglichst viel Vertrautes in der Prüfung vorzufinden. Stellen Sie sich vor, Sie würden für einen Leichtathletik-Wettkampf mit anderen Schuhen trainieren als mit jenen, die Sie später im Wettkampf anziehen. Es leuchtet ein, dass dies keine gute Sache ist. Mit Ihren Prüfungsutensilien ist es ähnlich.

Vorgehen in der Prüfung

In der Prüfung selbst werden Sie aufgeregt sein. Das ist zwar unangenehm, zeigt aber auch, dass Ihnen die Prüfung wichtig ist. Es gibt nahezu keinen Künstler oder Sportler ohne Lampenfieber, und viele davon sagen, dass Lampenfieber hilft, die volle Leistung abzurufen. Nur zu viel davon ist hinderlich. Hier sind ein paar Tipps, die Ihnen Sicherheit geben und die Aufregung in Grenzen halten.

Mentales Aufwärmen

Lesen Sie sich die Aufgaben konzentriert und in Ruhe durch. Sie müssen sich erst mit der Prüfung vertraut machen und Ihrem Gehirn die Chance geben, die Aufgaben zu erfassen und einzuschätzen. Wichtig ist, die Schwierigkeit der Aufgaben abzuschätzen. Gehen Sie dazu im Geiste den Lösungsweg bei jeder Aufgabe kurz durch. Haben Sie den Mut, sich mehrere Ansätze zu überlegen. Der erstbeste Ansatz ist nicht immer der günstigste. Vermeiden Sie dabei aber endloses „Brüten“. Tun Sie etwas. Am besten Sie machen ein paar Skizzen, um sich die Aufgabe klar zu machen. Wenn Sie aktiv etwas tun, wirkt das beruhigend und dämpft Ihre Aufregung. Ganz wichtig: identifizieren Sie die leichteste Aufgabe. Zehn Minuten „Aufwärmzeit“ für das Durchsehen der gesamten Prüfung sind absolut in Ordnung.

Die erste Aufgabe

Beginnen Sie auf jeden Fall mit der leichtesten Aufgabe. Machen Sie sich bewusst, dass Sie zwar zügig vorwärts kommen, aber kein Wettrennen gewinnen müssen. Wenn Sie zu hektisch vorgehen, werden Sie Fehler machen, die Ihre Aufregung nur verstärken. Gerade bei der ersten Aufgabe sollten Sie lieber einmal mehr kontrollieren, ob Sie auch alle gegebenen Größen erfasst haben, ob Ihre Rechenschritte richtig waren, ob die Resultate physikalisch oder mathematisch sinnvoll sind u.s.w. Es ist ganz wichtig, dass Sie Sicherheit gewinnen.

Rechenschritte aufschreiben

Rechnen Sie nicht zu viel im Kopf sondern schreiben Sie auch kleinere Rechenschritte explizit auf. Fehler, die auf dem Papier stehen, lassen sich viel leichter finden als solche, die nicht niedergeschrieben wurden.

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