Wie man ein Einser-Student wird und die harten Prüfungen knackt

| Autor / Redakteur: Rainer Storn * / David Franz

Die harte Schale der meisten Nussarten dient so manchen Sprichwörtern und Redensarten als Sinnbild für zu überwindenden Aufwand und auftretende Schwierigkeiten. Entsprechende Vergleiche finden sich schon im 16. Jahrhundert.
Die harte Schale der meisten Nussarten dient so manchen Sprichwörtern und Redensarten als Sinnbild für zu überwindenden Aufwand und auftretende Schwierigkeiten. Entsprechende Vergleiche finden sich schon im 16. Jahrhundert. (Bild: ©NinaMalyna - stock.adobe.com)

Guter Wille und Theoriewissen reichen nicht aus um ein Studium mit sehr gutem Erfolg abzuschließen. Neben Selbstmanagement und Motivation benötigt ein Einserstudent gewisse Techniken und Methoden. Rainer Storn gibt praktische Lösungsansätze für ein effizienteres Ingenieurstudium und Ratschläge um mögliche Fallen und Stolpersteine zu vermeiden.

Das Thema „Fitness“ wird üblicherweise im Bereich Sport verwendet und hat in Deutschland spätestens seit dem „Sommermärchen 2006“ eine neue Bedeutung erlangt. Das Sommermärchen 2006 ereignete sich, als die Deutsche Nationalmannschaft unter der Teamleitung von Jürgen Klinsmann eine vollkommen neue Spielweise und –Taktik zeigte, die damals zum 3. Platz bei der Weltmeisterschaft führte und damit die lange Misserfolgsserie im deutschen Fußball beendete.

Ein Sommermärchen

Möglich wurde diese neue Spielweise, die sich u.a. durch extrem schnelles und sicheres Zuspiel, Aggressivität im Angriff mit starkem Pressing und Kombinationsspiel bis in den gegnerischen Strafraum hinein auszeichnete, durch ein ausgeklügeltes und modernes Fitnesstraining des U.S.-Fitnessexperten Mark Verstegen, den Jürgen Klinsmann eigens für das Training der Nationalmannschaft rekrutierte. Die so neu erlangten körperlichen Fähigkeiten waren unabdingbare Voraussetzung für die agile und kräftezehrende Spielweise. Ähnliche Beispiele finden sich in vielen Sportarten (z.B. Tennis [1]), in denen sich zeigt, dass die absolute Weltspitze nur durch das Zusammenwirken von Techniktraining und Fitnesstraining erreichbar ist.

Ein ähnliches Prinzip gilt auch für alle Ingenieursstudiengänge. Es sind nicht allein die fachlichen Fähigkeiten, die notwendig sind, um ein Spitzenstudium hinzulegen, es gibt auch unterstützende Fertigkeiten und Verhaltensweisen, eben die „Studienfitness“, die sich ein Student zu eigen machen muss, um maximal erfolgreich zu sein. Dabei ist maximaler Erfolg von den eigenen Zielsetzungen abhängig und kann von bestmöglichen Noten bei geringstmöglichem Aufwand bis zu dem Ziel „Einserstudent“ reichen.

Training für die Prüfung

Der Name „Training für die Prüfung“ sagt schon, dass man auf Klausuren nicht nur lernen, sondern regelrecht trainieren muss. Die Analogie zum Sport, aber auch zu Auftritten, wie sie für Orchester oder Schauspieler typisch sind, ist hier absolut vorhanden, daher wurde auch die entsprechende Begrifflichkeit gewählt.

Planung

Zunächst einmal muss die Prüfungsvorbereitung entsprechend geplant werden. Hierzu bestimmt man den Aufwand für die Vorbereitung, wobei als Faustregel 2 Wochen für eine einsemestrige Vorlesung à 90 Minuten angesetzt werden kann. Planen Sie dabei immer „rückwärts“, d.h. Sie nehmen das Prüfungsdatum und rechnen rückwärts, ab wann Sie beginnen müssen. Berücksichtigen Sie dabei etwa 30% Zeitpuffer, denn es kommt immer etwas dazwischen. Bei der oben als Beispiel gegebenen einsemestrigen Vorlesung kämen zu den 14 Tagen also noch einmal 4 Puffertage dazu.

Materialsammlung

Holen Sie sich möglichst viele Prüfungs- und Seminaraufgaben inklusive Lösungen von jenem Institut, welches die Klausur abhält. Die meisten Institute unterstützen Sie dabei und geben Ihnen bereitwillig alte Prüfungsaufgaben inklusive Musterlösungen. Falls nicht kann unter Umständen die Fachschaft aushelfen. Die Aufgaben vom prüfungsorganisierenden Institut zu besorgen ist ein wichtiger Punkt, denn jeder Professor hat seine Lieblingsthemen und seine spezielle Art, Aufgaben zu formulieren und Fragen zu stellen. Es ist ganz wichtig, dass Sie nicht nur das Fach beherrschen, sondern auch für die speziellen Aufgabentypen trainieren. Wenn Sie die Aufgaben gesammelt haben, legen Sie sich zwei oder drei Klausuren neueren Datums beiseite, ohne den Inhalt anzusehen. Sie brauchen diese später für die „Generalprobe“.

Materialaufbereitung

Erstellen Sie nun eine Matrix (z.B. in einem Tabellenkalkulationsprogramm), in welcher die Zeilen die Themengebiete sind, so wie sie in der Vorlesung unterrichtet wurden und in den Prüfungen immer wieder vorkommen. In den Spalten stehen die Seminar- und Prüfungsaufgaben. In den einzelnen Zellen stehen dann die Teilaufgaben aus den jeweiligen Prüfungen oder Seminaraufgaben, die zu dem entsprechenden Themengebiet gehören. Wenn z.B. für Ihre Prüfung in höherer Mathematik in der ersten Themenzeile „Matrizenrechnung“ steht, dann steht als erstes besetzte Element in dieser Zeile vielleicht „Aufgabenteil b) Klausur HM1 WS2014“ (HM1=Höhere Mathematik1, WS2014 = Wintersemester 2014). So werden alle Prüfungs- und Seminaraufgaben nach Themengebieten zergliedert.

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Natürlich gibt es keinen Nürnberger Trichter und auch kein Allheilmittel gegen alle Probleme. Wenn...  lesen
posted am 01.05.2018 um 19:24 von Unregistriert

Eigene Grenzen akzeptieren. Kann man das auch lernen, auf Knopfdruck?  lesen
posted am 27.04.2018 um 09:43 von Unregistriert

Über Methoden kann man unterschiedlicher Meinung sein. Die hier beschriebene ist m.E. eine...  lesen
posted am 27.04.2018 um 09:09 von Unregistriert


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