Ladeinfrastruktur für Elektroflotten

Wie intelligentes Lastmanagement den E-Mobil-Fuhrpark flott hält

| Autor / Redakteur: Gregor Kellner * / Thomas Kuther

Je nach Hersteller werden die Fahrzeuge mit unterschiedlichen Anschlussvarianten ausgeliefert. Daher ist unter Umständen eine Anpassung mit Adapterkabeln notwendig.
Je nach Hersteller werden die Fahrzeuge mit unterschiedlichen Anschlussvarianten ausgeliefert. Daher ist unter Umständen eine Anpassung mit Adapterkabeln notwendig. (Bild: Kellner Telecom)

Wenn E-Mobilität auch in Fuhrparks funktionieren soll, ist ein intelligentes Lastmanagement erforderlich, das die Größe des Einsatzgebietes, die Reichweite der Autos und die Auslastung berücksichtigt.

Damit E-Mobilität Alltag wird, ist nicht zuletzt das Engagement großer Fuhrparkbetreiber gefragt. Deshalb forschen nicht nur Energieversorger zu dem Thema, auch Wissenschaftler und Unternehmen, wie das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO oder das Post- und Logistikunternehmen Deutsche Post DHL, sind aktiv an zukunftsweisenden Projekten rund um CO2-freie Fahrzeugkonzepte beteiligt.

Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich der Einsatz von Elektrofahrzeugen nicht nur aus ökologischen oder aus Imagegründen lohnt, sondern auch wirtschaftlich umsetzbar ist, ist ein intelligentes Lastmanagement, das die Größe des Einsatzgebietes, die Reichweite der Autos und die Auslastung berücksichtigt. Das Herzstück ist dabei die Steuerung der Strom- und Ladeinfrastruktur. Einer der erfahrensten Anbieter in dieser noch jungen Branche ist die Kellner Telecom GmbH.

Da das Nutzerverhalten immer Auswirkungen auf die Infrastruktur und die Fuhrparkorganisation hat, müssen die Ladepunkte an den Bedarf angepasst und entsprechend dimensioniert werden. Nur wenn dies berücksichtigt wird, ist E-Mobilität wirtschaftlich realisierbar. Aus einer Ladesäule kommt nicht nur Strom, wie aus einer Steckdose, sie muss intelligent sein und mit dem Auto und der Infrastruktur kommunizieren.

Dazu gehört auch, dass Daten über den Ladezustand, aktuelle Strompreise oder Wartezeiten ausgetauscht werden können. In diesem Zusammenhang berät der Systemintegrator auch verschiedene regionale Energieversorger hinsichtlich einer optimierten Auswahl der Ladeinfrastruktur für unterschiedliche Anforderungen, der Lieferung und des Service.

Die Auslastung von Flottenfahrzeugen ist oft nicht vorhersehbar

Bei den meisten Einsatzgebieten der Elektromobilität, wie Autovermietungen, Hotelketten, Einkaufszentren, aber auch Parkhausbetreibern, sind die Auslastung der Fahrzeuge sowie die benötigte Reichweite für den Betreiber kaum vorhersehbar. Auch das ist bei der Planung der Infrastruktur zu berücksichtigen. Deshalb sammelt das Fraunhofer IAO zusammen mit Kellner Telecom seit 2012 Erkenntnisse über das Lastverhalten und Lagemanagement in Parkhäusern.

Derzeit betreibt das Fraunhofer IAO in Stuttgart-Vaihingen die deutschlandweit größte Ladeinfrastruktur in einem Parkhaus. Die Gesamtladeleistung der dort installierten Ladestationen liegt bei 350 kW und verteilt sich auf verschiedene Steckertypen. Die gesammelten Erfahrungen dienen als Anhaltspunkt dafür, welche Anforderungen auf die Betreiber von öffentlichen oder halb-öffentlichen Ladestationen zukommen werden.

Intelligente Steuerung des Ladens reduziert die Spitzenlast

Seit Mitte 2013 betreut Kellner Telecom auch ein Projekt im Süden Nordrhein-Westfalens. Hier ist eine der weltweit größten in der Paket- und Verbundzustellung eingesetzten Nutzfahrzeugflotten mit Elektroantrieb unterwegs. Da sich die E-Autos besonders gut für Fahrten mit ausgeprägtem Start-Stoppverkehr eignen, plant Deutsche Post DHL bis 2016 den Einsatz von 141 Elektrofahrzeugen in Bonn und Umgebung. Bisher wurden 80 Ladestationen an den vier Standorten Bonn-Nord, Bonn-Beuel, Königswinter und Wachtberg installiert.

Um einen schnellstmöglichen Start der Elektroflotte zu ermöglichen, musste das Projekt innerhalb von sechs Wochen umgesetzt werden. Dazu wurden die Netzwerktechnik, die Anbindung an die Leitstelle, der Tiefbau, sowie die Kabelverlegung von Kellner Telecom geplant und realisiert. Parallel hierzu wurden neue Elektroverteiler sowie Zähleranlagen für die kompletten Gebäude, nicht nur für die Elektromobilität, installiert. In der Leitstelle übernimmt eine von der Langmatz GmbH entwickelte Steuerungssoftware das Lastmanagement. Auf diese kann über berechtigte Smartphones weltweit zugegriffen werden.

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