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Lünendonk-Studie Wie Ingenieurdienstleister dem Fachkräftemangel begegnen wollen

| Autor / Redakteur: Maximilian Hülsebusch * / Margit Kuther

In Deutschlands Wirtschaft wächst die Nachfrage nach Ingenieurdienstleistern. Doch es fehlt an Nachwuchskräften.

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Lünendonk-Studie: In Deutschland wird die Nachfrage nach Ingenieurdienstleistungen erheblich wachsen – und damit die Nachfrage nach Fachkräften (Bild: Lünendonk)
Lünendonk-Studie: In Deutschland wird die Nachfrage nach Ingenieurdienstleistungen erheblich wachsen – und damit die Nachfrage nach Fachkräften (Bild: Lünendonk)

Die Wachstumsprognosen der führenden Anbieter von Technologie-Beratung und Engineering Services sind - vorbehaltlich der wirtschaftlichen Entwicklung - für die nächsten Jahre positiv. Die Unternehmen erwarten ein jährliches Wachstum von 7,8% für den Zeitraum von 2012 bis 2016, so die Studie „Führende Anbieter von Technologie-Beratung und Engineering Services in Deutschland“ der Unternehmensberatung Lünendonk GmbH.

Anlässlich zur Präsentation der Lünendonk-Studie trafen sich Ingenieurdienstleister zu einem Hintergrundgespräch. Die Studie selbst finden Interessierte online via Infoclick-Nummer am Beitragsende.

In dem Gespräch äußerten sich Geschäftsführer auch namhafter Ingenieurdienstleister unter anderem dazu, welche Strategien sie aktuell und in Zukunft verfolgen möchten, um ihren steigenden Personalbedarf trotz der abnehmenden Zahl an deutschen Fachkräften stillen zu können.

Nachwuchssicherung und optimierte Recruitingprozesse

Die sinkende Zahl an qualifizierten Fachkräften wie Ingenieure oder Konstrukteure dürfte die Wachstumsprognosen trüben und sich negativ auf die Geschäftsentwicklung der Technologie-Beratungen und Engineering Services auswirken. Etliche der Gesprächsteilnehmer sind der Auffassung, dass der schwierige Rekrutierungsprozess negative Auswirkungen auf die Unternehmensentwicklung hat. Viele der anwesenden Ingenieurdienstleister wollen daher stärker in Rekrutierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen investieren.

Bei der Rekrutierung von neuen Mitarbeitern konzentrieren sich die Personalverantwortlichen zunehmend auf ihr Firmenimage in den sozialen Netzwerken und den Kontakt zu den technischen Hochschulen. Angesichts der Tatsache, dass die Ingenieurdienstleister derzeit nicht unbedingt unter den Wunscharbeitgebern der Hochschul-Absolventen zu finden sind, sind das sicherlich zwei wichtige Faktoren.

Verständlicherweise identifizieren sich die Studenten eher mit den ansprechenden Endprodukten eines Herstellers als mit der Dienstleistung eines Service-Partners. Dennoch haben die Dienstleistungsunternehmen nach eigenen Angaben gerade jungen Leuten viele Möglichkeiten zu bieten, die ihnen den Start in eine abwechslungsreiche und erfolgreiche Karriere ebnen sollen. Die Verantwortlichen für das Personalmarketing versuchen diese Botschaft nun über alle Kanäle bekannt zu machen.

Dass die Rekrutierung junger Mitarbeiter für die Dienstleister im Fokus steht, zeigt sich auch in der Altersstruktur der Belegschaft. 80,6% der Mitarbeiter der befragten Ingenieurdienstleister sind unter 45 Jahre alt. Für diese Zusammensetzung gibt es zwei Gründe. Zum einen sind junge Menschen noch nicht so stark an einen bestimmten Standort gebunden. Dadurch können sie vom Dienstleister deutlich flexibler deutschland- oder sogar weltweit eingesetzt werden. Zweitens haben die befragten Dienstleistungsunternehmen damit zu kämpfen, dass ihnen ältere und erfahrenere Mitarbeiter von den Herstellern - beispielsweise durch ein 10 – 15% höheres Gehalt – abgeworben werden.

Neben der Nachwuchssicherung bemühen sich Ingenieurdienstleister, laut Aussage der verantwortlichen Geschäftsführer auch deutlich mehr um ihre Bewerber als beispielsweise die Hersteller-Unternehmen. Durch ihre zielstrebigere und schnellere Kommunikation und einen optimierten Recruitingprozess spüren die Dienstleister den Druck durch schwindende Fachkräfte weniger stark – zumindest gilt dies für die derzeitige Situation.

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