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Verkehrsstudie von DLR und PwC Wie gut sind deutsche Städte auf die digitale Mobilität vorbereitet?

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat mit der Unternehmensberatung PwC in den 25 größten Städten Deutschlands untersucht, wie gut sie sich auf Digitalisierung, Elektromobilität und autonomes Fahren einstellen und wie sie im internationalen Vergleich platziert sind.

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Bei einem Ranking der Städte bei derzeitigen innovativen Mobilitätslösungen erreichte Hamburg mit 76,7 von 100 möglichen Punkten den ersten Platz, vor Stuttgart mit 71,9 und Berlin mit 67,1 Punkten.
Bei einem Ranking der Städte bei derzeitigen innovativen Mobilitätslösungen erreichte Hamburg mit 76,7 von 100 möglichen Punkten den ersten Platz, vor Stuttgart mit 71,9 und Berlin mit 67,1 Punkten.
(Bild: DLR)

Carsharing, Ladesäulen für Elektroautos, Verkehrsapps - die Mobilität in Städten hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. DLR-Wissenschaftler vom Institut für Verkehrsforschung haben mit Experten von PwC in einer Studie untersucht, wie sich größere Städte in Deutschland auf die anstehenden Veränderungen vorbereiten.

PwC Städte-Ranking zu Mobilität und Digitalisierung.
PwC Städte-Ranking zu Mobilität und Digitalisierung.
(Bild: PwC)

Betrachtet wurden dabei die Kategorien Digitalisierung der Infrastruktur, Sharing, E-Mobility der ÖPNV. Die Forscher untersuchten beispielsweise, ob die Städte Daten über das Verkehrsaufkommen erfassen und zur Verfügung stellen, wie gut Carsharing-Angebote sind und die Anzahl der Ladesäulen für Elektrofahrzeuge.

Autonomes Fahren als Herausforderung für Städte

Fahrzeuge mit automatischen Funktionen, wie selbstständiges Bremsen oder Einparkassistenten, sind nur ein Zwischenschritt. Komplett selbstfahrende PKW und LKW sind keine Utopie mehr, sie sind zeitlich nahe Wirklichkeit. Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler, wie sich die Städte auf diese Entwicklungen vorbereiten.

Obgleich Städte die Bedeutung autonomer Fahrzeuge für die Stadtentwicklung erkannt haben, sind sie bislang noch nicht gestaltend aktiv. Treibende Akteure sind aktuell Automobilkonzerne, IT-Unternehmen oder neue Mobilitätsdienstleister.

"Autonomes Fahren kann einen wichtigen Beitrag für den ÖPNV und die Entsorgungswirtschaft leisten. Städte können jetzt die Initiative ergreifen und diese Potenziale im Rahmen von Modellvorhaben erproben, auch um Wirkungen und Akzeptanz in der Bevölkerung besser verstehen zu können", sagt Prof. Dirk Heinrichs, der am DLR-Institut für Verkehrsforschung die Abteilung Mobilität und urbane Entwicklung leitet.

Ein Best-Practice-Beispiel fanden die Forscher in Singapur, wo seit 2016 fahrerlose Taxis auf einer von den staatlichen Behörden bereitgestellter Teststrecke unterwegs sind. Oder in den Niederlanden, wo fahrerlose Busse auf Firmengeländen oder Universitätsanlagen zum Einsatz kommen.

"Die Kommunen müssen jetzt Konzepte zum schrittweisen Aufbau von der IT- und physischer Infrastruktur in ihren Planungen verankern, nur so werden sie bis zur größeren Markteinführung von autonomen Fahrzeugen bereit stehen", rät Heinrichs.

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