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Materialien Wie Glas die Zukunft der Elektronik prägen kann

| Autor / Redakteur: Michael Mueller* / Franz Graser

Das Material Glas eignet sich durch seine physikalische Verwandtschaft mit Silizium dazu, Sensoren, Chips und Antennendesigns zu revolutionieren. Der Glashersteller Schott zeigte auf einer Konferenz im chinesischen Shenzhen, welchen Einfluss Glas auf die Zukunft von mobilen Endgeräten nehmen kann.

Ultradünnes biegbares Glas bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der Elektronik, etwa für Fingerabdrucksensoren oder als Abdeckung für den Kamerachip.
Ultradünnes biegbares Glas bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der Elektronik, etwa für Fingerabdrucksensoren oder als Abdeckung für den Kamerachip.
(Bild: Hasselblad H5D/Schott)

Smartphone-Nutzer berühren ihren mobilen Begleiter statistisch im Schnitt über 2.500 Mal pro Tag. Diese Summe ergibt sich aus der Masse von Fingertipps und Wischbewegungen, die bei der App-Nutzung entsteht. Daraus resultiert eine enge Beziehung zwischen Nutzer und Display-Schutzglas.

Glas erfüllt aber auch im Innenleben der Geräte wichtige Aufgaben, beispielsweise in Sensoren und Chips. Der internationale Technologiekonzern Schott hat das Thema „Glas in Smartphones“ im Rahmen einer Konferenz im chinesischen Shenzhen detailliert vorgestellt.

Moderne High-End-Smartphones erlauben mittlerweile digitales Fotografieren mit einer Auflösung von zehn und mehr Megapixeln. Dass nicht allein die reine Anzahl der Pixel für die Qualität der Aufnahmen verantwortlich ist, hat sich herumgesprochen. So sind es neben den sogenannten CMOS-Sensoren die davor platzierten Filter, die einen ausschlaggebenden Einfluss darauf haben, wie farbecht und realitätsnah die Fotografien aussehen. Hochwertige Filter bestehen aus Glas, dies gilt ebenso für etwaige Schutzgläser, die das Kameramodul vor Kratzern schützen.

Der Filter ist ein essentieller Faktor: Es ist ein absorbierender Nah-Infrarot-Sperrfilter (NIR-Sperrfilter). Insbesondere bei schwierigen Lichtverhältnissen und extremen Aufnahmebedingungen zeigen diese Filter ihre Stärken. Absorbierende NIR-Sperrfiltergläser sind ein Bauteil im Kameramodul von High-Tech- und Smartphone-Kameras und bieten Vorteile gegenüber anderen Materialien.

Interferenzfilter etwa filtern nah-infrarotes Licht weitaus weniger zuverlässig und finden üblicherweise in digitalen Kameras mit geringer Auflösung Einsatz. Der Konzern arbeitet aktuell mit Hochdruck daran, NIR-Sperrfilter weiter zu verschlanken, um den Trend zu immer schlankeren Smartphone-Designs zu unterstützen.

Ultradünnes Glas für gebogene Designs und die Sensoren von morgen

Mit industriell gefertigten Dicken von bis zu 30 Mikrometern dringt das ultradünne Glas in Sphären vor, die kaum jemand mit Glas in Verbindung brächte. Glas, dünner als ein menschliches Haar, bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der Elektronik.

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