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FlinK-Studie Wie Freelancer die Arbeitswelt verändern

Redakteur: Margit Kuther

Die Arbeitswelt ist im Wandel, denn Firmen wollen mehr Flexibilität. Für Mitarbeiter und Freelancer bedeutet dies tiefgreifende Veränderungen.

Arbeitsmarkt im Wandel: Firmen setzen vermehrt auf Freelancer
Arbeitsmarkt im Wandel: Firmen setzen vermehrt auf Freelancer
(Bild: Paul-Georg Meister, pixelio.de)

In den letzten Jahren haben flexible Beschäftigungsverhältnisse erheblich an Relevanz gewonnen. Viele Unternehmen setzen heute etwa IT-Freelancer als externe Spezialisten mit großem Selbstverständnis ein. Dadurch entstehen in Projekten neuartige Wissens- und Leistungspotenziale und neue flexible Formen der Zusammenarbeit.

Aber es stellen sich auch Fragen nach der Notwendigkeit einer Integration dieses Wissens und der Gefahr des Knowhow-Verlustes, ebenso auch Konflikte, die es ohne Externe nicht gäbe und besondere Herausforderungen für eine gute Projektleitung.

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Die Studie „IT-Freelancer als Phänomen einer Arbeitswelt im Wandel“ beschäftigt sich mit dem Phänomen des Einsatzes von IT-Freelancern als externe Leistungsträger in Unternehmen. Sie basiert auf einer Online-Erhebung durch die Professur für Personalmanagement und Organisation der Universität der Bundeswehr München und ist eingebettet in das Forschungsprojekt FlinK „Freelancer im Spannungsfeld von Flexibilisierung und Stabilisierung“.

In der Studie wurden 74 IT-Freelancer und 37 operative und strategische Entscheidungsträger und Projektverantwortliche aus Unternehmen befragt. Dabei beleuchtet die Studie sowohl die IT-Freelancer- als auch die Unternehmensperspektive und ermöglicht damit einen ganzheitlichen Blick auf den Einsatz von IT-Freelancern in Unternehmen.

Unternehmen favorisieren gemischte Projektteams

Die Mehrheit der Unternehmensvertreter (88%) hält gemischte Projektteams für produktiver als rein intern besetzte Teams. Als wesentliche Begründungen werden vor allem das externe Wissen, die neue Perspektive, der frische Wind und Möglichkeiten des Wissenstransfers angegeben. Die Vorteilhaftigkeit gemischter Projektteams sehen Unternehmen vor allem in dem Zugang zu externem Wissen (40%) und der Möglichkeit, aktuelles, innovatives Wissen von extern mit internem Prozesswissen zu kombinieren (30%).

Auch eine Bereicherung des Teams durch die externe Perspektive, d.h. eine Metasicht und einen Blick über den Tellerrand, wurden positiv bewertet. Bei rein intern besetzten Teams sehen die Befragten die wesentlichen Vorteile in der besseren Verfügbarkeit Interner, verbunden mit Prozessvorteilen wie einer kürzeren Einarbeitungszeit und einer besseren Kommunikation.

Unternehmen beschäftigen Freelancer meist über ein Jahr

Die Mehrheit der befragten Unternehmen (68%) beschäftigt Freelancer, über mehrere Projekte hinweg, mehr als ein Jahr. Dies zeigt, dass die Beziehung zu Freelancern längerfristig angelegt sein kann. Die meisten Projekte, in denen Freelancer arbeiten, dauern bis zu einem halben Jahr (47%). Der zweithäufigste Projekttyp sind Projekte mit einer Dauer von über einem Jahr (36%). Sehr kurzfristige Einsätze von wenigen Wochen sind eher selten (3%).

Freelancer werden oft auf regelmäßiger Basis eingesetzt, um die Kapazitäten der Kernbelegschaft zu ergänzen. Der regelmäßige Einsatz wird gelegentlich durch einen „ad hoc“-Einsatz nach Bedarf ergänzt . Die Entscheidung über den Einsatz von Freelancern fällt oft auf höchster Hierarchieebene, bei der Geschaftsfüuhrung oder der IT-Leitung. Die Personalabteilung ist nur selten in die Entscheidung über den Einsatz von Freelancern involviert.

Die Auswahl der Freelancer wird oft von der Projektleitung getroffen. Gelegentlich sind auch der CIO oder der Geschäftsführer involviert. Die Personalabteilung spielt bei der Auswahlentscheidung eine untergeordnete Rolle. Bei der Rekrutierung von Freelancern wird oft auf bestehende Kontakte zu Freelancern, die bereits im Unternehmen gearbeitet haben, zurückgegriffen. Persönliche Empfehlungen spielen ebenso eine wichtige Rolle. Die Rekrutierung über Vermittler erfolgt nur gelegentlich.

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