Technologie im Jahr 2022 Wie entwickelt sich die Arbeitswelt der Zukunft?

Ein Gastkommentar von Ram Chakravarti *

2021 war ein entscheidendes Jahr für die Zukunft der Arbeit. Unternehmen waren dazu gezwingen, ihre Strategien für die digitale Transformation nicht nur weiterzuentwickeln, sondern völlig neu zu überdenken. Was aber bringt das Jahr 2022?

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Ram Chakravarti
Ram Chakravarti
(Bild: Claire Mcadams Photography)

Im Zuge der digitalen Transformation geht nicht länger nur darum, dass mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten. Sie tun dies in einer sich schnell verändernden IT-Umgebung, in der Trends wie Edge Computing, Automatisierung und riesige Datenpipelines einen kontinuierlichen Wandel herbeigeführt haben.

Laut Gartners jüngster Analyse vom Juli werden sich die weltweiten IT-Ausgaben im Jahr 2021 auf 4,2 Billionen US-Dollar (3,6 Billionen Euro) belaufen und voraussichtlich bis 2022 nur auf 4,4 Billionen US-Dollar (3,8 Billionen Euro) ansteigen. Der Umfang der Ausgaben unterschätzt das Ausmaß der stattfindenden Transformationen. Unternehmen, die sich den ständigen technologiegestützten Disruptionen stellen, sich kontinuierlich anpassen und weiterentwickeln und vielleicht sogar mit ihnen Schritt halten, werden in den kommenden zehn Jahren die dominierenden Akteure in ihren jeweiligen Branchen sein.

Was sind einige der größten Trends, die wir im kommenden Jahr in der Zukunft der Arbeitstechnologie erwarten können? Ich werde hier auf drei wichtige Bereiche eingehen, in denen wir 2022 ein großes Wachstum erwarten können.

Noch mehr Daten

Im vergangenen Jahr erzeugte jeder Mensch jede Sekunde 1,7 Megabyte an Daten. Im Jahr 2020 gab es 70,3 Milliarden Echtzeit-Zahlungstransaktionen, 41 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Schätzungen zufolge werden wir im Jahr 2021 weltweit 79 Zetabyte an Daten generieren, eine Summe, die sich bis 2025 mehr als verdoppeln wird, wenn wir voraussichtlich 181 Zetabyte erreichen.

Viele Unternehmen stehen beim Thema Daten vor einer doppelten Herausforderung. Erstens stützen sich die Unternehmen auf eine Vielzahl von Altsystemen und hybriden Umgebungen, selbst wenn sie neue Ressourcen in das Unternehmen integrieren. Sie müssen ihre Datenpipelines orchestrieren, um einen ganzheitlichen Überblick über das gesamte Unternehmen zu erhalten. Das zweite Problem ist das Analyseproblem, das nur gelöst werden kann, wenn die erste Herausforderung bewältigt wird.

Im Moment ist es für die meisten von uns schwierig, genau zu erkennen, wohin diese Daten ein einzelnes Unternehmen oder eine Branche führen werden. Es ist ein erhebliches Maß an Flexibilität erforderlich, um sich mit neuen Geschäftsansätzen an veränderte Bedingungen und Herausforderungen anzupassen, ohne die Grundlage des Erfolgs zu gefährden. Dies wird vielleicht am besten durch die Einführung von DataOps veranschaulicht, einem agilen Ansatz für das Datenmanagement, der es Dateningenieuren, Datenwissenschaftlern und Analyseteams ermöglicht, die Art und Weise zu beschleunigen, wie Daten gesammelt, verwendet und analysiert werden und wo diese eingesetzt werden.

Stärkere Abhängigkeit von der Automatisierung

Traditionell bezog sich die Automatisierung von Arbeitsabläufen auf die Auftragsplanung und die Stapelverarbeitung. Doch die Automatisierung löst sich von diesen begrenzten Kontexten und macht Platz für die Hyperautomatisierung - die Automatisierung der Automatisierung. Laut Gartner wird der weltweite Markt für Technologien, die Hyperautomatisierung ermöglichen - robotische Prozessautomatisierung (RPA), Low-Code-Anwendungsplattformen (LCAP), künstliche Intelligenz (KI) und virtuelle Assistenten - im Jahr 2022 ein Volumen von 596,6 Milliarden US-Dollar (520,4 Milliarden Euro) erreichen.

Für Unternehmen bedeutet Automatisierung bei richtiger Anwendung geringere Kosten, weniger Fehler, eine viel schnellere Ausführung und letztlich ein besseres Kundenerlebnis. Und für die Mitarbeiter bedeutet Automatisierung, dass sie weniger Zeit für alltägliche Aufgaben aufwenden müssen. Die Rollen werden sich so entwickeln, dass die einzigartigen menschlichen Fähigkeiten wie Urteilsvermögen und Entscheidungsfindung strategisch genutzt werden, um die autonomen Systeme zu verwalten, die das Unternehmen betreiben.

Die Bewältigung dieses Übergangs auf Unternehmensebene erfordert die Orchestrierung von Geschäftsabläufen von einem zentral verwalteten Standort aus und eine enge Integration von IT-Services und -Operationen durch sechs Schichten des IT-Systems des Unternehmens: Geschäftsprozesse, Datenpipelines, Geschäftsanwendungen, DevOps-Toolchains, IT-Infrastruktur und Edge-Orchestrierung.

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Erhöhte Investitionen in die Sicherheit, da hybrides Arbeiten zu einem Hauptbestandteil wird

Die hybride Arbeitsweise hat zu erheblichen Veränderungen in der IT-Netzwerkarchitektur geführt. Die Idee des traditionellen Perimeters, die durch die Einführung hybrider Cloud-Netzwerke bereits auf wackligen Füßen stand, wurde durch die hybride Arbeitsweise vollständig ausgelöscht.

Die Sicherheitsherausforderungen werden sich noch verschärfen, wenn die Zahl der angeschlossenen Edge-fähigen Internet-of-Things-Geräte bis 2030 auf schätzungsweise 7,7 Milliarden ansteigt. Für Unternehmen besteht die einzige Lösung für diese Herausforderungen in der Einführung eines Zero-Trust-Frameworks, das sich bis zum Edge erstreckt.

Die Gemeinsamkeiten

Wie Sie sehen können, sind all diese Trends voneinander abhängig und bauen aufeinander auf. Edge-Geräte erzeugen mehr Daten, die mehr Möglichkeiten zur Automatisierung schaffen und zu einem größeren Bedarf an Orchestrierung führen.

Die Auswirkungen des Edge Computing verdienen zusätzliche Aufmerksamkeit, insbesondere wegen dessen Fähigkeit, mit der Evolution der Daten zu kombinieren, um immense Möglichkeiten zu eröffnen.

Wir alle haben den Weg der Infrastruktur von zentralem Computing über hybride IT bis hin zu Cloud Computing und nun Edge Computing miterlebt. Edge Computing ermöglicht die Verarbeitung zeitkritischer Daten an entfernten Standorten mit eingeschränkter oder gar keiner Verbindung zu einem zentralen Standort, wodurch die Latenzprobleme der Cloud gelöst werden und Dienste jederzeit pünktlich bereitgestellt werden können.

In absehbarer Zukunft werden wir einen hybriden IT-Ansatz leben: einen Ansatz, der zentrale Datenverarbeitung und Edge als Teil einer noch komplexeren hybriden IT-Landschaft umfasst.

Es gibt nach wie vor mehrere Anwendungsfälle, in denen die Integration von Edge-Daten mit Daten aus dem zentralen Computing sinnvoll wäre, z. B. bei der Kombination von Betriebstechnologie und IT zur Überwachung der Anlagenleistung und der Produktlebenszyklen. Stellen Sie sich beispielsweise vor, dass ein IoT-Gerät, das auf die Straßenqualität in autonomen Fahrzeugen reagiert, auch Daten generieren könnte, die für die Planung der vorausschauenden Wartung der gesamten Flotte genutzt werden könnten.

Die Arbeitskulturen haben sich in den letzten zwei Jahren dramatisch verändert. Während Unternehmen in Arbeitsabläufe und Lösungen investieren, um diesen Wandel in den kommenden Jahren zu bewältigen, verändern sie auch die Arbeitserfahrung ihrer Mitarbeiter, die sich in einem datengesteuerten, Menschen-zentrierten Unternehmen engagieren und arbeiten wollen.

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(Bild: Claire Mcadams Photography)

Unternehmen, die sich nicht auf diese neue Welt vorbereiten können oder wollen, werden Schwierigkeiten haben, Top-Talente an sich zu binden. Daten, Automatisierung und Edge Computing verändern alles, auch die Erwartungen der Mitarbeiter.

* Ram Chakravarti ist CTO bei BMC Software.

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