Industrie 4.0

Wie eine Wolke dem Mittelstand neue Geschäftsmodelle eröffnet

| Autor / Redakteur: Thorsten Budzinski * / Dr. Anna-Lena Gutberlet

Eine Wolke für den Mittelstand: Neue Chancen und Geschäftsmodelle
Eine Wolke für den Mittelstand: Neue Chancen und Geschäftsmodelle (Bild: © Dariusz T. Oczkowicz, ars digital media services/Fotolia.com)

Cloud-Technologien sind heute einfach und günstig einsetzbar. So können auch kleinere Unternehmen die Vorteile einer IT-Infrastruktur nutzen, die bislang Großunternehmen vorbehalten war.

Ein wesentlicher Faktor beim Einsatz von „Smart“-Anwendungen im industriellen Umfeld, ist die Investition in eine zentrale Server-Infrastruktur für vernetzte Anwendungen. In großen Unternehmen und für Consumer-Anwendungen lässt sich dies in der Regel gut realisieren. Bei Projekten im Mittelstand stehen jedoch die Investitions- und Betriebskosten oft in einem Missverhältnis zur Projektgröße. Auch das fehlende Knowhow lässt eine schnelle Realisierung scheitern.

Mit der Verfügbarkeit von flexiblen Device-to-Cloud-Lösungen für M2M-Anwendungen können die Vorteile der bewährten Server-Lösungen auch für kleine und mittlere Projekte genutzt werden. Eine Investition in eigene Server-Hardware entfällt. Die Kosten für die Nutzung der Cloud-Plattform sind gut planbar. Auch eine Skalierung auf größere Stückzahlen ist möglich. Die Cloud-Plattform dient hierbei als zentraler Sammel- und Verteilpunkt für alle Daten. Neben der reinen Datenspeicherung ist oft auch eine Auswertung und Konvertierung der Daten möglich. In den Geräten selbst werden passende Kommunikationsmodule integriert. Idealerweise unterstützen diese bereits IP-Kommunikation zur Verbindung mit dem Internet und der Cloud-Plattform. Dies kann beispielsweise per Mobilfunk (GSM, UMTS, LTE), WiFi oder kabelgebunden per Ethernet erfolgen.

Entscheidend für eine zuverlässige Funktion des Gesamtsystems ist vor allem, dass alle Komponenten – Endgerät, Cloud-Plattform und Backend – gut aufeinander abgestimmt sind. Die sichere Datenübertragung erfolgt meist mit standardisierten Protokollen wie MQTT, LWM2M, OMA-DM, REST-API oder HTTP. Dies erlaubt auch eine flexible Erweiterung der Anwendung mit anderen kompatiblen Systemen.

Gerade mittelständische Unternehmen sind technisch stark auf den Kernbereich ihrer Anwendung fokussiert. Die richtige Integration eines Cloud-Systems stellt andere Anforderungen. Integrierte „Device-to-Cloud“-Gesamtsysteme bieteten eine abgestimmte Lösung für die sichere Datenverbindung vom Endgerät zur Cloud-Plattform, oft auch kombiniert mit SIM-Karten für Mobilfunk und passenden Verwaltungsfunk-
tionen.

Neue Geschäftsmodelle erfordern radikales Umdenken

Um diese neuen Möglichkeiten bestens zu nutzen, sollte man jedoch auch das eigene Geschäftsmodell prüfen. Oft ist es nicht damit getan, eine neue Zusatzoption „Fernwartung“ oder „Cloud-Anbindung“ für die die Geräte anzubieten. Vielmehr sind hier neue Ideen gefragt, um neue Geschäftsfelder und Märkte zu erschließen.

Eine solche Möglichkeit für Hersteller ist es, bspw. nicht mehr die Geräte selbst zu verkaufen, sondern den konkreten Nutzen, den der Kunde damit gewinnt: Statt einem Umwelt-Messgerät werden die Messdaten verkauft. Für die Kunden entfällt die Investition in die Geräte. Stattdessen sind die Kosten je Nutzung direkt planbar. Gleichzeitig liegt es nun im Interesse des Herstellers, eine ständige Funktionsbereitschaft sicherzustellen. Der Gerätehersteller profitiert hingegen von einem regelmäßigen und andauernden Umsatz mit den Kunden.

Neben der Basisfunktion lässt sich das Angebot noch mit weiteren Diensten erweitern. Dies ermöglicht auch eine bessere Differenzierung gegenüber Wettbewerbsprodukten. Vor allem aber erhält der Hersteller detaillierte Informationen zu Nutzungsverhalten und Betriebsdaten. So hält man leichter den Kontakt zum Kunden und kann das Angebot bedarfsgerecht anpassen.

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* Thorsten Budzinski ist BU Manager Wireless bei der Glyn GmbH & Co KG

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Jetzt braucht nur noch jemand eine Idee, wie ein Mittelständischer Betrieb soetwas vorfinanzieren...  lesen
posted am 27.12.2016 um 14:18 von doi@passivenergeie.co.jp

Jetzt braucht nur noch jemand eine Idee, wie ein Mittelständischer Betrieb soetwas vorfinanzieren...  lesen
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