Wie eine Software global verteilte Testsysteme zentral steuert und wartet

| Redakteur: Hendrik Härter

In einer vernetzten Industrie sind es vor allem die vielen Daten, die anfallen und ausgewertet werden müssen. SystemLink bietet die Möglichkeit, global verteilte Testsysteme zentral zu steuern und zu warten.
In einer vernetzten Industrie sind es vor allem die vielen Daten, die anfallen und ausgewertet werden müssen. SystemLink bietet die Möglichkeit, global verteilte Testsysteme zentral zu steuern und zu warten. (Bild: National Instruments)

In der vernetzten Industrie (IIoT) sind Testsysteme auf ganz unterschiedliche Standorte verteilt. Mit SystemLink bietet National Instruments eine zentrale Oberfläche, um Aufgaben zu automatisieren und Software zu verteilen. Details haben wir mit Rahman Jamal von NI besprochen.

In einer vernetzten Industrie sind es vor allem die vielen Daten, die anfallen und ausgewertet werden müssen. Schließlich lassen sich mit ihnen wertvolle Erkenntnisse über Abläufe und Prozesse gewinnen. Doch fehlte es bisher in der Industrie an einer Schnittstelle, welche die vielen dezentralen Anlangen und Maschinen verwaltet und zentral koordiniert. Das verspricht National Instruments mit SystemLink. Wir haben uns mit Rahman Jamal, Business & Technology Fellow bei National Instruments, unterhalten.

Herr Jamal, SystemLink soll dem Anwender helfen, Software zu verteilen, Geräte aus der Ferne zu konfigurieren und Zustände in einem System zu überwachen. Können Sie das bitte etwas genauer erklären?

Verteilte Testsysteme: Die auf unterschiedlichen Standorten verteilten Anlagen und Systeme lassen sich mit SystemLink zentral steuern. „SystemLink ermöglicht effizientere Abläufe, mehr Produktivität und weniger Wartungskosten“, fasst es Rahman Jamal von NI zusammen.
Verteilte Testsysteme: Die auf unterschiedlichen Standorten verteilten Anlagen und Systeme lassen sich mit SystemLink zentral steuern. „SystemLink ermöglicht effizientere Abläufe, mehr Produktivität und weniger Wartungskosten“, fasst es Rahman Jamal von NI zusammen. (Bild: National Instruments)

Das IIoT, 5G und die Fahrzeugelektrifizierung zusammen mit der Tatsache, das bereits existierende verteilte Systeme gewartet werden müssen, erfordern alternative und zukunftsweisende Systemverwaltungsansätze. Mit den genannten Trends kommt es zu immer mehr vernetzten und zentral koordinierten Systemen, bei denen Unmengen an Daten anfallen. Allerdings nützen die Daten nicht viel – erst die daraus gewonnenen Erkenntnisse verschaffen den Unternehmen einen Mehrwert. Das zeigen beispielsweise Cloud Computing, erweiterte Analytics oder Künstliche Intelligenz. Werden Daten in praktisch anwendbare Erkenntnisse umgewandelt, steigen Betriebszeiten und die Effizienz sowie die Produktinnovation werden vorangetrieben. Ein Problem ist allerdings: Wie lassen sich große verteilte Systeme skalieren und verwalten?

Viele Testabteilungen sind dezentral und weltweit verstreut. Gefragt sind Lösungen, mit denen sich Systeme und die generierten Daten besser verwalten lassen. Zudem möchte der Anwender neue Funktionen implementieren wie beispielsweise Fernüberwachung und Predictive Maintenance. Damit Anwender ihre Arbeitsabläufe effizient gestalten können, nutzen wir bei NI daher IIoT-Techniken, um eine große Anzahl an Testsystemen zu verwalten, Fachleuten den Zugang zu den Daten zu bieten und den Zeitaufwand für repetitive Aufgaben in der Datenerfassung zu reduzieren.

Hier setzt SystemLink an: Eine zentrale Oberfläche für die Automatisierung von Aufgaben wie Softwareverteilung, Remote-Gerätekonfiguration und Systemzustandsüberwachung. Auf die webbasierte und zentrale Oberfläche kann von überall aus zugegriffen werden. Systeme lassen sich vernetzen und es können verteilte Anlagen und Systeme bereitgestellt und verwaltet werden. Anwender können Software über das Netzwerk konfigurieren und verteilen, zudem den Zustand und die Leistung von Geräten und Anlagen überwachen, Alarme verwalten und Anwendungsparameter anzeigen. Ferner lässt sich die Übertragung der Daten an benutzerdefinierte Dashboards und Remote-Bedienoberflächen automatisieren.

Wen sprechen Sie mit SystemLink an: kleine Unternehmen oder auch große Industrieunternehmen?

Sowohl als auch. SystemLink kann überall dort eingesetzt werden, wo es verteilte Systeme gibt. Das kann innerhalb eines Gebäudes oder an weltweit verteilten Standorten sein. Dass wir Firmen unterschiedlicher Größe ansprechen, zeigt sich an unserem Early-Access-Release-Programm, für das NI mehrere Kunden und mehr als 40 Bewerter unter seinen Kunden gewinnen konnte. Unter anderem gehören dazu Großunternehmen wie Airbus und Siemens aber auch mittelständische Unternehmen wie Blue Origin.

SystemLink arbeitet über eine zentrale Oberfläche. Inwieweit wird damit die Arbeit der Ingenieure vereinfacht?

Oft werden bei der Digitalisierung für die intelligente Fabrik der Zukunft die Daten aus dem Fertigungstest komplett außen vor gelassen. Auch wenn Testsysteme nicht immer sichtbar sind, spielen sie eine große Rolle. Die Testgeräte sind Teil der Operation Technology (OT) eines Fertigungsunternehmens. Nur Sensoren in der vernetzten Industrie einzubinden reicht nicht. Es bringt nichts, die Testdaten direkt in die Cloud einzuspeisen. Hier greift SystemLink: Mit dieser Plattform hat National Instruments eine Art Middleware geschaffen. Sie übernimmt die Datenverwaltung in allen Testanlagen, bereitet die Daten für die Cloud auf und integriert sich in der gesamten Wertschöpfungskette nahtlos in den Arbeitsablauf des Ingenieurs, den sogenannten Engineering Workflow.

Welche weiteren Vorteile bietet SystemLink für den Anwender?

SystemLink ermöglicht dem Anwender effizientere Abläufe, mehr Produktivität und weniger Wartungskosten. Es kann mit NI-Produkten eingesetzt werden, bietet aber auch eine offene Architektur für die Integration zahlreicher Hard- und Softwaretechnologien von Drittanbietern. Über einen von NI gehosteten Cloud-Dienst lassen sich Daten auf grafischen Dashboards veröffentlichen und WebVIs in einer sicheren Umgebung bereitstellen. Zentrale Überwachungsfunktionen, konfigurierbare Alarme und E-Mail-Benachrichtigungen sorgen für bessere Systemlaufzeiten und Leistung. Damit ist ein Remote-Management und eine Zustandsüberwachung aller Testgeräte möglich. Werden der Zustand, die Ergebnisse und die Betriebsparameter automatisierter Tests überwacht und angezeigt, erhöht sich die Testeffizienz und die Ausfallzeiten werden gesenkt.

Die Teststrategien an den verschiedenen Standorten lassen sich direkt vergleichen und die entsprechenden Produktionsprozesse optimieren. Außerdem bietet SystemLink eine zentrale Übersicht über alle verbundenen Systeme und installierte Hardware sowie Funktionen zur Remotekonfiguration. Alle Systemereignisse werden automatisch protokolliert, um später nachverfolgt werden zu können.

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