Anlagen und Maschinen bedienen Wie ein angepasstes Bediensystem für mehr Sicherheit sorgt

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

In der Industrie sind bei mobilen und stationären Maschinen und Anlagen oftmals kundenspezifische Entwicklungen notwendig. Sicherheit und eine einfache Bedienung spielen dabei eine zentrale Rolle.

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Sicherheit und einfache Bedienung: Heiko Gleißert, Teamleiter Bediensysteme bei Griessbach, mit einem nach Kundenvorgaben entwickelten Bediensystem. „Wir bieten unseren Kunden individuelle Systemlösungen aus einer Hand.“
Sicherheit und einfache Bedienung: Heiko Gleißert, Teamleiter Bediensysteme bei Griessbach, mit einem nach Kundenvorgaben entwickelten Bediensystem. „Wir bieten unseren Kunden individuelle Systemlösungen aus einer Hand.“
(Bild: Griessbach)

Zur Bedienung mobiler und stationärer Maschinen sind oftmals kundenspezifische Lösungen erforderlich. Einen spezialisierten Hersteller von Bediengeräten zeichnet aus, über hohe Entwicklungskompetenz und Fertigungstiefe zu verfügen. Mit seinem Konzept der lichtgeführten Bedienung setzt Griessbach einen besonderen Akzent, damit das Maschinenhandling nicht nur einfach, sondern auch sicher ist. Das muss auch unter widrigen Bedingungen gewährleistet sein. Über das Leistungsspektrum des Unternehmens, das Eingabe- und Anzeigesysteme für unterschiedlichste Branchen von der Bau- und Landmaschinenfertigung bis zur Labor- und Medizintechnik produziert, sprachen wir mit Heiko Gleißert, Teamleiter Bediensysteme bei Griessbach am Standort in Luckenwalde.

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Herr Gleißert, Ihr Unternehmen fertigt komplette Bediensysteme. Welche Entwicklungs- und Fertigungsschritte gehören dazu?

Wir bieten unseren Kunden individuelle Systemlösungen aus einer Hand. Das setzt eine hohe Fertigungstiefe voraus und schließt die Baugruppenbestückung, Frontplatten- und Gehäusefertigung, den Foliendruck sowie Hard- und Softwareentwicklung ein. Um sämtliche Komponenten auf die jeweiligen Erfordernisse abzustimmen, führen wir die einzelnen Fertigungsschritte zur Komplettmontage der Elektronik und deren Integration in die mechanische Umgebung an unserem Standort in Luckenwalde aus.

Ausgehend von der Planung erarbeitet unser Entwicklerteam in Absprache mit dem Anwender entsprechende Hardware-, Software- und Mechaniklösungen. Auf deren Basis fertigen wir Muster, Prototypen und Vorserien, die wir nach Validierung und Freigabe in Serie produzieren. Dazu testen wir umfangreich die EMV sowie die Umweltverträglichkeit. Falls erforderlich, lassen wir die Geräteeigenschaften durch zugelassene Institute prüfen und zertifizieren. Auf diese Weise liefern wir unseren Kunden anschlussfertige Bediengeräte für mobile und stationäre Anwendungen in Bau-, Druck- und Werkzeugmaschinen, für Laborgeräte und medizinische Apparaturen.

Zu Ihrem Produktportfolio zählen verschiedenste Eingabegeräte mit Kurzhub- und Folientastaturen. Sind denn elektromechanische Taster und Schalter angesichts kapazitiver Touchscreens noch zeitgemäß?

Absolut! In vielen Einsatzbereichen, so beispielsweise bei Land- oder Baumaschinen, wird von Bediengeräten eine deutliche Rückmeldung der getätigten Eingabe verlangt. Das gilt insbesondere dann, wenn die Betätigung mit Arbeitshandschuhen oder ohne direkten Sichtkontakt erfolgt. Dafür empfehlen sich Kurzhubtastaturen, die auf unterschiedliche Betätigungskräfte abgestimmt werden können und ein taktiles Feedback geben.

Eine wichtige Rolle für das Thema Bediensicherheit und eine präzise Steuerung spielen auch die haptischen Eigenschaften des Oberflächendesigns des Bediensystems, beispielsweise bei Steuersticks, Reglern, aber natürlich ebenso bei Schaltern. Ist es bei einer Anwendung sinnvoll, dann integrieren wir selbstverständlich auch Touchfelder. Aber gerade bei Anwendungen im rauen Umfeld, wie sie sich in der Industrie finden, sind die taktilen und haptischen Eigenschaften sehr wichtig, wozu gegebenenfalls auch fingerführende Elemente dazu gehören.

Wie unterscheiden sich die branchentypischen Anforderungen an Bedienfronten und Gehäuseeigenschaften?

Maschinenhersteller für die Agrar- und Baubranche benötigen oftmals robuste, stoß- und witterungsfeste Eingabe- und Anzeigeeinheiten mit einem hohen Staubschutz und stabilen Gehäusen, die wir wahlweise aus Metall bzw. gezogenem oder dickwandig geschäumtem Kunststoff fertigen. Die Eingabefronten müssen eine hohe Schlag- und Stoßfestigkeit aufweisen und die Geräte insgesamt unanfällig gegen Vibrationen und Witterungseinflüsse sein. Verschmutzungen sollten sich schnell und einfach – falls erforderlich auch mit Strahlwasser – beseitigen lassen.

In der Medizin- und Labortechnik sind Systeme gefragt, die hohen hygienischen Standards genügen und sich rückstandsfrei reinigen lassen. Hier bieten wir neben Glasfronten mit kapazitiven Eingabefeldern und kundenspezifisch ausgeführter Bedruckung auch besonders wirtschaftliche antibakterielle Bedienoberflächen im Foliendesign an.

Durch das rückseitig im sogenannten Siebdruckverfahren aufgebrachte Layout sind sämtliche Beschriftungen, Piktogramme und andere Dekorelemente nicht nur vor Chemikalien, sondern auch vor Abnutzung geschützt.

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