Elektronikgeschichte

Wie die electronica von der Bedrohung zum Exportschlager wurde

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Wachsende Aussteller- und Besucherzahlen

Die electronica im Jahre 1964
Die electronica im Jahre 1964
(Bild: Messe München)

Selbst kühnste Optimisten konnten mit diesem enormen Erfolg der Messe, die seit ihrer Gründung jedes zweite Jahr stattfindet, nicht rechnen: Von 1964 bis 1974 verzehnfachte sich nicht nur die Zahl der Aussteller, auch die Zahl der Besucher stieg sprunghaft an – von 13.000 auf seither mehr als 73.000.

Die electronica entwickelte sich rasant zu der Bühne, auf der eine extrem dynamische Branche Gelegenheit hatte, ihre technischen Innovationen erstmals der Öffentlichkeit zu präsentieren. Diese trugen maßgeblich zu den wichtigsten Erfindungen der Elektronikindustrie in den 60er und 70er Jahren bei, zum Beispiel zur Floppy Disk 1969, den ersten Mikroprozessoren Anfang der 1970er Jahre und zum Bildschirmtext 1977.

Auch die Grundlagen für zwei der Schwerpunktthemen der Messe im Jahr 2014 – Automotive und Lighting – wurden bereits auf einer der ersten Messen in den 70er Jahren gelegt. Firmen wie International Rectifier oder Bourns stellten schon damals Technologien vor, die als Weiterentwicklungen heute selbstverständlich sind: Zum Beispiel optimierte Drehmomentsensoren für Servolenkungen oder noch effizientere Halbleiter in modernen LED.

MIt den Jahren des Erfolgs stieß das Münchener Messegelände an der Theresienwiese allerdings immer stärker an seine Kapazitätsgrenzen. Ein neues Messegelände musste her – 1987 stimmten Stadt und Freistaat schließlich dem Neubau auf dem frei werdenden Flughafenareal in Riem zu. Nach dem Umzug 1998 fühlte sich der globale Branchentreff der Elektroindustrie auch an seinem neuen Standort schon bald zuhause.

Die zusätzlichen Hallen waren nur der erste Schritt, mit dem die Veranstalter der steigenden Bedeutung der Messe Rechnung trugen. Zu Beginn des neuen Jahrtausends folgte eine noch stärkere Internationalisierung der gesamten Messe München und damit auch der electronica. Die Messe wurde zum Exportschlager – als Ableger entstanden im Jahr 2000 die electronica India und zwei Jahre später die electronica China. Auch die electronica in München selbst hat im Laufe der Jahre immer weiter an Internationalität gewonnen. Zuletzt, 2014, stieg diese von 47 auf 50 Prozent.

Trotz ihrer Erfolgsgeschichte musste auch die electronica in ihrer 50-jährigen Geschichte schwierige Phasen überstehen. Zu den größten Herausforderungen zählte die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise, die Ende der 90er Jahre die Märkte erschütterte. Die wirtschaftliche Erholung seit 2010 hat dazu geführt, dass die gesamte Branche heute wieder positiver in die Zukunft blickt. Davon profitiert auch die electronica: Zur Veranstaltung in 2014 kamen über 73.000 (1964: 13.400) Fachbesucher aus 80 Ländern und 2.737 Aussteller (1964: 140) aus 50 Ländern.

Imagevideo der Messe München: Impressionen von der electronica 2014

(ID:43891494)