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IT-Gehäuse Wie die Digitalisierung das IT-Gehäuse verändert

| Autor / Redakteur: Thomas Wermke * / Kristin Rinortner

Im Zuge der Digitalisierung wandeln sich standardisierte 19-Zoll Gehäuse zu individuell angepassten Produkten, die Schall-, Staub- und EMV-geschützt sind. Das ist nur eine Seite der Medaille.

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Industrie 4.0: Auch Gehäuse- und Schranksysteme müssen an die zeitgemäßen Bedarfe der zunehmenden Digitalisierung angepasst werden.
Industrie 4.0: Auch Gehäuse- und Schranksysteme müssen an die zeitgemäßen Bedarfe der zunehmenden Digitalisierung angepasst werden.
(Bild: SCHÄFER Werke)

Industrie 4.0 und die Digitalisierung sind zu Trendthemen in deutschen Unternehmen geworden. Mit aufkommendem Datenvolumen steigen jedoch die Anforderungen an Betriebe. Betroffen sind davon nicht nur Industriebetriebe, sondern auch andere Branchen, wie zum Beispiel Krankenhäuser, Carrier und Rechenzentren.

Das hat selbstverständlich Folgen für die Technik. So müssen unter anderem auch Gehäuse- und Schranksysteme an die zeitgemäßen Bedarfe angepasst werden. Zu beachten sind vor allem die Möglichkeiten der Individualisierung, weshalb in den letzten Jahren eine große Variation entstand. Aus standardisierten 19-Zoll-Anwendungen wurden beispielsweise individuelle, lösungsorientierte Produkte, neben Stahlblechen kommen Kunststoffe und Edelstähle zum Einsatz.

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Die Unterschiede sind dabei vielfältig begründet: von Normierung über Klimatisierung und Stromversorgung bis zur mechanischen Belastbarkeit sowie Zuladung. Beispielsweise müssen Gehäuse- und Schranksysteme nicht nur statischen, sondern auch deutlich höheren dynamischen Belastungen standhalten. Auf sie wirkt nicht mehr länger nur eine senkrechte Kraft, da sie verstärkt auf sich schnell bewegenden Schlitten automatisierter Hochregallager, Züge oder Schiffe eingesetzt werden.

Andere bedürfen eines besonderen Schutzes vor Erschütterungen. Zum Beispiel in Anlagen wie Rondenstanzen, in denen starke, kontinuierliche Vibrationen entstehen. Schließlich müssen moderne Industrieschränke vermehrt den Anforderungen an Schall-, Staub- oder Korrosionsschutz gerecht werden und konform sein mit Kabelmanagement, erforderlicher Klimatisierung und elektrischen Sicherheitsauflagen.

Entsprechend unterscheiden sich Gehäuse und Schranksysteme im Aufbau je nach Einsatz als PC-Schutzgehäuse, IT-Wandgehäuse, Schallschutzschränke, Netzwerkschränke, Serverschränke und autarke IT-Sicherheitsgehäuse.

Einsatzgebiete von Gehäusen und Schränken

Gehäuse unterscheiden sich aber auch innerhalb ihrer Einsatzgebiete. So reichen PC-Schutzgehäuse von Minigehäusen, in die gerade der Tower eines PCs passt, bis hin zu großen Schutzgehäusen, welche die vollständige Workstation samt Drucker, Bildschirm und PC integrieren. In Industrieumgebungen, wie beispielsweise Lackieranlagen, Werkstätten oder produzierendem Gewerbe, sind ihnen in der Regel die Schutzarten bis zu IP68 gemein, damit empfindliche IT-Komponenten vor aggressiven Medien wie Dämpfen, Staub und Feuchtigkeit geschützt werden.

Auch IT-Wandgehäuse verändern sich. Zu ihren größten Vorteilen zählen ein geringer Platzbedarf, niedrigere Kosten und geringere Anforderungen an Klimatisierung und Stromversorgung. Daher werden sie überall eingesetzt, wo die Platzgegebenheiten einen Schrank nicht mehr zulassen, das Datenverkabelungsvolumen gering ist oder Kabeleinführungen von allen Seiten verlangt werden. Als Schallschutzschränke finden sie dort Anwendung, wo die Geräuschkulisse gering gehalten werden soll.

Typische Einsatzorte sind Meisterbüros, Supermarktfilialen oder Bürobereiche, in denen kein eigener Serverraum verfügbar ist oder benötigt wird. Netzwerkschränke bleiben dagegen standardmäßig 800 mm breit. Die verbauten Komponenten sind in der Regel über Sichttüren vorne und geschlossene Türen hinten erreichbar, die alle bei Bedarf um mindestens 180 ° geöffnet werden können.

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