Technologietreiber Kopenhagen

Wie die Bauelemente-Branche von Smart Cities profitiert

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Straßenbeleuchtung mit veränderbarer Helligkeit

Weil ein Großteil der Verkehrsunfälle aufgrund von schlechter Beleuchtung passiert, und zwei Drittel der Verletzten oder sogar Toten unter Radfahrern und Passanten zu beklagen sind, haben die Stadtväter die ‚Intelligente Straßenbeleuchtung‘ ins Leben gerufen – die Synergie zwischen Straßenbeleuchtung und Lichtsignalanlagen.

In einem Pilotprojekt von April bis Juni 2014 testete man auf der am meisten befahrenen Kreuzung (H.C. Andersens Boulevard und Tietgensgade) eine variable Beleuchtung: Bei grünem Ampellicht für die Radfahrer wurde auch die Straßenbeleuchtung zu Abend- und Nachtzeiten heller. Auf diese Weise war der Radweg hell erleuchtet, sobald sich ein Radfahrer der Ampel näherte. Das bewirkte, dass Autofahrer stärker auf die Radler aufmerksam wurden und der Stromverbrauch sinkt, weil die Straßenbeleuchtung nicht die ganze Zeit voll leuchten mussten.

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Die Ergebnisse belegten, dass die Kommunikation zwischen der Straßenbeleuchtung und Lichtsignalanlagen technisch möglich ist, und es Synergien zwischen beiden Systemen gibt.

Intelligentes Verkehrssystem reduziert den CO2-Ausstoß

Auf moderner Technologie basiert auch das umfassende Verkehrskonzept von Kopenhagen: Derzeit sind 21% der CO2-Emissionen auf den Verkehr zurückzuführen, bis 2015 soll der Anteil auf 10% schrumpfen. Dazu werden alle 365 Kreuzungen in der Stadt modernisiert und technisch verbessert, einschließlich der Installation einer auf dem ITS (Intelligent Transport Systems) basierenden Verkehrsführung, die an der Technischen Universität von Dänemark in Workshops getestet wurde.

Sie bildet die Positionen und Routen der Straßennutzer in der City ab. Über WiFi Access Points werden die Mobiltelefone der Straßennutzer anonym erfasst und lokalisiert. Die gesammelten Daten laufen kontinuierlich über das Netzwerk der Straßenbeleuchtung an eine Verkehrszentrale. Hier erfolgt die Analyse nach Standort, Route und Geschwindigkeit und darüber die Definition der verschiedenen Straßennutzer: Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer.

Die so erfassten Bewegungsprofile tragen zur Optimierung der gesamten Mobilität und der Sicherheit bei und gewährleisten ein effizienteres Verkehrsmanagement, das durch Staus entstehende Kosten, Benzinverbrauch und Abgase verringert.

Die Idee hinter dem Verkehrsinformationssystem ist, alle Transportvarianten wie ÖPNV, Autos, Fahrräder und Fahrgemeinschaften in die Tagesplanung einzubeziehen. Dazu liefert ein Echtzeitsystem Informationen über Verkehr, Staus und freie Parkplätze; der Zugriff darauf erfolgt über eine mobile App oder auf interaktiven Parkplätzen.

Zugleich liefert es der Kommune und den Verantwortlichen eine Übersicht über den Verkehr, um diesen besser zu steuern, so dass er schnell und sicher abläuft.

Grüne Welle für Radfahrer und Busse

Derzeit nutzen rund 41% der Stadtbewohner das Rad, um zur Arbeit oder Ausbildung zu fahren. Um den Anteil auf 50% zu steigern, bietet das ITS echten Mehrwert mit dem ‚Cyclist Information System‘: Spezielle ‚Radfahrer‘-Schilder weisen auf die Verkehrslage hin und schlagen bei z.B. Stau, Unfall, Bauarbeiten eine alternative Route vor.

Das System soll auch die Idealgeschwindigkeit für die ‚Grüne Welle‘ vorschlagen, ausgehend von der gemessenen Ist-Geschwindigkeit. Aktuelle Verkehrsinformationen liefert eine mobile App – für die Smart Devices ist eine eigene Halterung am Fahrrad vorgesehen, so ist man auch während der Fahrt immer aktuell informiert.

Um auch bisherige Nicht-Radfahrer zu überzeugen, wurden dänische Familien eingeladen, über die nächsten Jahre elektrische Fahrräder als tägliches Fortbewegungsmittel und damit als Alternative zum Auto zu testen.

Schnellfahrspuren für öffentliche Verkehrsmittel

Fast verdreifachen möchte Kopenhagen die Anzahl der Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln bis 2018 im Vergleich mit 2010. Dabei setzt man vor allem bei Bussen auf alternative Antriebe wie Elektro, Wasserstoff, Hybrid und andere (Biogas, ...).

Um im Stau stehende Busse zu vermeiden, setzt Kopenhagen auf eigene Priority Lanes. Sollten also die Busse voll besetzt oder verspätet sein, kommen auf diesen besonderen Schnellfahrspuren spezielle Grünsignale zum Einsatz, die auf einem verstärkten Datenaustausch zwischen Ampelanlagen und den Bussen basieren.

In einer Simulation dieser ‚intelligenten Priorisierung‘ der Busse im April 2014 zeigte sich u.a., dass sich Verspätungen um bis zu 25% verringern lassen, wenn das Grünlicht zwischen 8 und 30 Sekunden (je nach Notwendigkeit) länger leuchtet als bisher.

Investitionen in moderne Technologien sind unerlässlich

Neben diesen Beispielen enthält der Klimaplan 2025 viele weitere Projekte, die sich zum Teil in der Testphase oder bereits in der Umsetzung befinden. Voraussetzung sind Investitionen in moderne Technologien, die sich in puncto Klima, Umgebung, Gesundheit der Anwohner und Wirtschaft amortisieren.

Während sich einige Anlagen positiv auf Energieverbrauch auswirken, bilden andere die Basis für viele neue Jobs der Zukunft. Die neuen Lösungen, die Kopenhagen entwickelt und testet, bieten auch anderen Smart Cities auf der ganzen Welt ein einzigartiges Potenzial zur Nachahmung.

Schon heute zählt die dänische Hauptstadt laut U-Klimastrategen Boyd Cohen zu den smartesten Cities in Europa, vor Wien, Amsterdam und Barcelona, und dient als Vorbild für viele andere Städte, die lebenswerter und umweltfreundlicher werden wollen.

* Beate Lorenzoni ist Inhaberin der Agentur Lorenzoni

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