Technologietreiber Kopenhagen

Wie die Bauelemente-Branche von Smart Cities profitiert

| Autor / Redakteur: Beate Lorenzoni * / Margit Kuther

Kopenhagen bei Nacht: Rund die Hälfte der bestehenden 20.000 Lampen und 8.000 Leuchtenmasten soll innerhalb von 26 Monaten gegen energieeffiziente, vernetzte LED-Leuchten ausgetauscht werden
Kopenhagen bei Nacht: Rund die Hälfte der bestehenden 20.000 Lampen und 8.000 Leuchtenmasten soll innerhalb von 26 Monaten gegen energieeffiziente, vernetzte LED-Leuchten ausgetauscht werden (Bild: © paka1 - Fotolia)

Kopenhagen zählt zu den Smart-City-Vorreitern. Bis 2025 möchte die dänische Metropole als erste Hauptstadt der Welt klimaneutral sein. Dafür sind zahlreiche Investitionen erforderlich.

Auf allen Kontinenten wächst die Zahl der Smart Cities. Angetrieben durch demografischen Wandel und Verstädterung – 2050 sollen rund 70% aller Menschen in Städten leben - sind die Kommunen auf der Suche nach neuen Konzepten für niedrigen Energieverbrauch und eine moderne Infrastruktur, die dem Einwohnerzuwachs standhält.

So prognostiziert IDC den Vormarsch der Smart City mit Voraussagen für 2014: Die Städte werden 15 bis 20% ihrer IT-Aufwendungen in die Cloud stecken, die Investitionen in Internet-of-Things als ‚Enabler Technologie‘ auf weltweit 265 Mrd. US$ ansteigen, und 45% aller Big-Data-Anwendungen werden sich auf die Bereiche finanzielle Entwicklung, Öffentliche Sicherheit und Transport konzentrieren. (Quelle: IDC Government Insights Releases Top 10 Worldwide Smart Cities Predictions for 2014)

Kopenhagen, Vorreiter bei den Smart Cities

Zu den Smart-City-Vorreitern in Europa zählt Kopenhagen. Bis 2025 möchte die dänische Metropole als erste Hauptstadt der Welt klimaneutral sein. Das bedeutet: Die Stadt stößt nur so viel CO2 und andere Klimagase aus, wie sie selbst in Parks und mit Technik binden kann, und produziert so viel grüne Energie, dass auch das Umland davon profitiert.

Mit weniger als zwei Tonnen pro Kopf hat sie bereits heute den geringsten Kohlenstoff-Gesamtausstoß weltweit. Dahinter steht eine Kombination aus Energieeinsparungen und Umrüstungen auf erneuerbare Energien. So konnten die CO2-Emissionen auf 40%, das Doppelte des für 2015 veranschlagten Zwischenziels, gesenkt werden.

Um das zu erreichen, hat Kopenhagen einen Klimaplan 2025 mit vielen Sustainability Projekten ins Leben gerufen, der u.a. die Nutzung von klimafreundlicher Fernwärme, Stromproduktion über Windanlagen, die Reduzierung des Energieverbrauchs in Gebäuden, die effizientere Beleuchtung und ein ausgeklügeltes Verkehrssystem umfasst. Welche große Rolle dabei neue Technologien und damit elektronische Bauelemente spielen, zeigen nachfolgende Bespiele.

Street-Light-Projekt: LED-Leuchten mit IP-Adresse

Rund die Hälfte der bestehenden Straßenleuchten – konkret 20.000 Lampen und 8.000 Leuchtenmasten – sollen in einem Zeitraum von nur 26 Monaten gegen energieeffiziente LED-basierte Leuchten ausgetauscht werden, die untereinander vernetzt sind.

Jede der 20.000 LEDs besitzt eine eigene IP-Adresse und kann separat überwacht werden – neigt sich ihre Kapazität dem Ende, wird sie gezielt ausgetauscht. Eingebaute Sensoren zeigen an, welche Straßenlaterne wann leuchten soll und wieder ausgeschaltet werden kann. Dies beschränkt sich nicht nur auf die natürlichen Lichtverhältnisse, sondern berücksichtigt auch die Nutzung:

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Ist die Straße nachts völlig leer, wird das Licht gedimmt, nähert sich ein Passant, wird es hochgefahren. Das senkt den Energieverbrauch um bis zu 57% Prozent und garantiert zusätzliche Sicherheit.

Die Steuerung erfolgt über die MUSE Urban Maintenance Tracking Software, eine Netzwerk-basierte, sichere kabellose Technologie.

Ein Masterplan für die nächtliche Stadtbeleuchtung beinhaltet ein stimmiges Lichtdesign, um die Lichtverschmutzung in den Nachstunden gezielt zu senken. Die Sensoren können auch potenziell gefährliche Giftstoffe in der Luft wahrnehmen und melden, wenn Straßenaktivitäten einen Polizeieinsatz erfordern.

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