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Mobileye in D-Lab 3.5 Wie die Analyse des Fahrerverhaltens zur Unfallprävention beiträgt

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Bei der Entwicklung von autonomen Autos ist elementar, dass neben den Fahrzeugdaten auch die zum physischen Zustand des Fahrers zur Verfügung stehen. Die Daten-Auswertung ermöglicht eine optimierte Entwicklung von Assistenz- und Infotainment-Systemen und unterstützt so die Unfallprävention.

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Die Interpretation der Fahrt ermöglicht eine optimierte Entwicklung von Fahrassistenz- und Infotainment-Systemen – und trägt so zur Unfallprävention bei.
Die Interpretation der Fahrt ermöglicht eine optimierte Entwicklung von Fahrassistenz- und Infotainment-Systemen – und trägt so zur Unfallprävention bei.
(Bild: Ergoneers)

Moderne Assistenzsysteme unterstützen Autofahrer in alltäglichen Fahrsituationen, um die Sicherheit zu erhöhen. Bei der Entwicklung von automatisierten Fahrzeugen oder Fahrerassistenzsystemen ist es für detaillierte Analysen grundlegend, dass neben den CAN-Bus-Daten zusätzlich die zum physischen Zustand des Fahrers während der Fahrt zur Verfügung stehen.

Dabei kann beispielsweise das Blickverhalten mit einer Eye-Tracking-Brille wie der Dikablis von Ergoneers oder der Puls mit weiteren physischen Sensoren erfasst werden. Durch die Integration von Mobileye in die Mess- und Analyse-Software D-Lab können zudem nun als zusätzliche Komponente die Daten aus der Umgebung des Fahrzeugs aufgezeichnet werden.

So lässt sich unter anderem feststellen, ob Fußgänger die Straße kreuzen, wie weit das Fahrzeug vom Straßenrand entfernt ist oder wie groß der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug ist. Diese umfassende Interpretation der Fahrt ermöglicht eine optimierte Entwicklung von Fahrassistenz- und Infotainment-Systemen – und trägt so zur Unfallprävention bei.

Der optische Sensor Mobileye erfasst aus dem Test-Fahrzeug unabhängig von der Wahrnehmung des Fahrers, wesentliche Eckdaten des Straßenverkehrs wie Verkehrsschilder, Fußgänger oder Fahrbahnbegrenzungen, die sich auf das Verhalten des Fahrers auswirken. Der Sensor wird dafür unter dem Innenspiegel an der Windschutzscheibe befestigt und anschließend an die Software D-Lab von Ergoneers angeschlossen.

Die Daten aus dem CAN-Bus liefern dazu parallel weitere grundlegende Informationen wie Geschwindigkeit oder Brems- und Blinkvorgänge. Mit der Ergänzung des Settings um Physio-Equipment können Rückschlüsse auf Stresssituationen für den Fahrer gezogen und mittels Eye Tracking das Blickverhalten aufgezeichnet werden – erweitert um die einzigartige Marker-Technologie von Ergoneers auch automatisiert und in dunkler Umgebung. Bereits während der Fahrt können die Messdaten in Echtzeit an die Software übertragen werden.

Typische Einsatzszenarien sind Naturalistic Driving Studies (NDS), bei denen der Studienteilnehmer über einen längeren Zeitraum sein eigenes Auto fährt, das mit Messtechnik ausgestattet wurde, jedoch von keinem Versuchsleiter beobachtet wird, sowie Realfahrzeugstudien, bei denen eine vorgegebene Aufgabe oder Route durch meist mehrere Fahrer unter bestimmten Bedingungen gefahren wird.

Mit der Mess- und Analysesoftware D-Lab können während der Fahrt Einflüsse auf das Fahrverhalten sowie der Zustand des Fahrers in Echtzeit aufgezeichnet und analysiert werden. Die kombinierte Auswertung personenunabhängiger Daten und des Zustands des Fahrers ergeben in Studien zu Usability und Fahrsicherheit ein detailliertes Bild der Mensch-Maschine-Interaktion. Basierend auf diesen Daten können Assistenzsysteme angepasst und so deren Sicherheit erhöht werden.

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