Suchen

Allensbach-Studie Wie die 500 Top-Entscheider die Zukunft Deutschlands beurteilen

| Redakteur: Margit Kuther

Optimismus herrscht in den Chefetagen über die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Zu diesem Ergebnis gelangt eine aktuelle Allensbach-Studie im Auftrag des Capital-Elite-Panels.

Firmen zum Thema

(Quelle: Capital-Elite-Panel)

95 Prozent der Top-Entscheider bescheinigen Deutschland gute bis sehr gute Perspektiven für die kommenden zehn Jahre; 92 Prozent erwarten, dass es weltweit eine technologische Führungsrolle innehaben wird. Und 77 Prozent halten die Republik für gut bis sehr gut für den internationalen Wettbewerb gerüstet.

Zu diesem Ergebnis kommt das neue Capital-Elite-Panel anlässlich des 50. Jubiläums des Wirtschaftsmagazins Capital. Für die Umfrage interviewte das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) mehr als 500 Führungsspitzen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 15 Bildern

Deutschland nimmt eine Vorreiterrollestelle ein

Drei von vier Befragten erwarten demnach, dass Deutschland dem nächsten langen Wirtschaftszyklus entscheidend seinen Stempel aufdrücken wird - ein Zyklus, der von Innovationen im Bereich der Nachhaltigkeit getrieben werde.

Maschinenbau und Energieindustrie haben die besten Zukunftschancen

„Die Elite ist für Deutschland bullish“, konstatiert Allensbach-Chefin Renate Köcher. Die besten Zukunftschancen haben der Umfrage zufolge der Maschinenbau und die Energieindustrie. Besondere Stärken seien unter anderem der besondere Tüftlergeist und die im internationalen Vergleich sehr guten Hochschulen. Auch die Qualität des Führungspersonals in Politik und Wirtschaft sei höher als im übrigen Europa.

Ein weiterer großer Pluspunkt sei die funkionierende Sozialpartnerschaft, sagte Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser am Mittwoch abend bei einer Podiumsdebatte anlässlich des 50. Geburtstags von Capital in Berlin. „Arbeitgeber und Gewerkschaften haben in den letzten Jahren nicht nur an einem Strang gezogen – sondern sogar in die gleiche Richtung.“

Die Euro-Krise ist noch nicht überstanden

Weitaus skeptischer beurteilen die Top-Entscheider die Lage der Euro-Zone: Drei Viertel der Befragten befürchten, dass der schlimmste Teil der Krise noch nicht überstanden ist. So glauben 55 Prozent, dass die derzeitige Politik der EZB zu einer hohen Inflation in der Euro-Zone führt.

Die Elite erwartet auch langfristig negative Folgen: Vier von fünf Befragten rechnen mit wachsenden Spannungen zwischen den EU-Mitgliedsstaaten. 64 Prozent befürchten zunehmende Ressentiments gegenüber Deutschland, weil es die Führungsrolle in Europa übernommen hat.

„Wir dürfen nicht selbstgefällig werden“, warnte Jürgen Trittin, Fraktionschef der Grünen im Bundestag, auf dem Capital-Podium. Deutschland dürfe sich nicht daran erfreuen, dass es anderen schlechter gehe. „Unser Exportmodell funktioniert ohne Abnehmer nicht.“

(ID:33730930)