EMV-Konformität sicherstellen

Wie der EMV-Precompliance-Test im Entwickleralltag gelingt

| Autor / Redakteur: Michael Mayerhofer und Josef Reicherzer * / Hendrik Härter

Störquellen auf der Leiterplatte des Prüflings aufspüren

Zum Aufbau eines Tests für Störaussendungen wird an einem der beiden Ports der TEM-Zelle ein Lastwiderstand von 50 Ohm angeschlossen. Der DC-Blocker wird dann mit dem anderen Port verbunden und die andere Seite des DC-Blockers mit dem Eingang des Spektrumanalysators. Das zu messende Objekt kommt unter das Septum der TEM-Zelle.

Als Daumenregel gilt, dass jede Störung mit einer Amplitude größer als 40 dBµ möglicherweise Konformitätstests scheitern lässt. Vorausgesetzt die Leiterplatte wird nicht höher als 1 bis 2 cm über der Bodenplatte der Zelle positioniert. Als Referenz ist es zu empfehlen, die Prüflinge in die Messung einzubeziehen, die bereits auf ihre Konformität getestet wurden. Die entsprechenden Prüfberichte können dann zur qualitativen Beurteilung der mit der TEM-Zelle ermittelten Messergebnisse herangezogen werden.

Ergänzendes zum Thema
 
Originalbeitrag als ePaper oder im pdf-Format lesen

Um Störquellen auf der Leiterplatte des Prüflings aufzuspüren, benutzt man Nahfeldsonden und einen Spektrumanalysator. Nachdem geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen wurden, kann der Prüfling erneut in der TEM-Zelle getestet werden, um diesen zu verifizieren und Änderungen die Störausstrahlung reduziert haben. Nachdem die Störquelle aufgespürt wurde, wird im nächsten Schritt die Störfestigkeit getestet.

Die Störfestigkeit eines Prüflings ermitteln

Dazu wird eine der beiden Ports der TEM-Zelle mit einem Lastwiderstand von 50 Ohm und am anderen Port ein HF-Signalgenerator mit Leistungsverstärker verbunden. Das Signal sollte amplitudenmoduliert bei 80 Prozent Modulationsgrad sein, um den meisten Standards zu entsprechen. Die Leistung des Signals muss entsprechend der erforderlichen Feldstärke gewählt werden. Dazu wird der Prüfling unter das Septum der TEM-Zelle gelegt und mit der Messung begonnen.

Mit einem Richtkoppler und angeschlossenem HF-Leistungsmesser zwischen Leistungsverstärker und TEM-Zelle lässt sich der Leistungspegel der Schaltung überwachen. Damit Schwachstellen lokalisiert werden können, lässt man mit der Nahfeldsonde das HF-Signal des Generators punktuell auf den zu testenden Prüfling einwirken. Reicht die Ausgangsleistung für den notwendigen Pegel der Störstrahlung nicht aus, wird zusätzlich ein Leistungsverstärker verwendet. Bereits beim Layout der Leiterplatte sollte der Entwickler großzügig dimensionierte Masseflächen eindesignen. Im industriellen Umfeld ist es zudem sinnvoll, bestimmte Schaltungsteile auf eine getrennte Massefläche zu setzen, um beispielsweise eine Entkopplung vom PC zu erreichen.

Zu beachten sind in diesem Zusammenhang auch die Datenblätter und Applikationsberichte der jeweiligen Bauteile-Hersteller. Man sollte darauf achten, dass differenzielle Leitungspaare oder solche mit verdrillten Leitungen bei freier Verkabelung verwendet werden. Bereits während der Entwurfsphase sollte man sich Gedanken über ein EMV-gerechtes Gehäusedesign sowie die entsprechenden Schirmungs- und Filtermaßnahmen machen.

* Michael Mayerhofer ist Geschäftsführer Tekbox in Singapur. Josef Reicherzer ist bei ALLDAQ für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
Was ist LISN? Was eine TEM-Zelle? Bitte die Fachworte erklären, sonst kann man gleich bei Wiki...  lesen
posted am 16.10.2015 um 01:41 von Unregistriert


Mitdiskutieren
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 43550776 / Messen/Testen/Prüfen)