EMV-Konformität sicherstellen

Wie der EMV-Precompliance-Test im Entwickleralltag gelingt

| Autor / Redakteur: Michael Mayerhofer und Josef Reicherzer * / Hendrik Härter

Die notwendigen Werkzeuge für einen Test

Typische Werkzeuge für den Test sind:

  • Spektrumanalysator bis 1,5 GHz, der den Großteil der CISPR-Anforderungen abdeckt
  • 5-µH-LISN prüft die leitungsgebundenen Störungen von DC-versorgten Geräten
  • 50-µH-LISN prüft die leitungsgebundenen Störungen von AC-versorgten Geräten
  • TEM-Zelle prüft auf Störaussendung und -festigkeit
  • Nahfeldsonden-Set mit Breitbandverstärker spüren Abstrahlungen auf und lokalisieren Probleme mit der Störfestigkeit
  • HF-Signal-Generator, um den Prüfling mit einem Störpegel zu beaufschlagen
  • HF-Leistungsverstärker für Störfestigkeitstests

Nachdem die Werkzeuge zusammengestellt sind, kann der Test beginnen. Dieser lässt sich in 5 Schritten unterteilen. 1. Leitungsgebundene Störungen testen: Diese treten oft zusammen mit abgestrahlten Störungen auf. Reduzierte leitungsgebundene Störungen vermindern auch abgestrahlte Störungen. 2. Auf abgestrahlte Störungen testen: Das abgestrahlte Spektrum wird auf Nebenschwingungen mit erhöhtem Pegel untersucht. Dazu ist ein Spektrumanalysator und eine TEM-Zelle notwendig.

3. Starke Störaussendung aufspüren und minimieren: Der Prüfling wird mit Nahfeldsonden abgetastet, um die Quelle der Abstrahlung einzugrenzen und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Hierzu sind ein Spektrumanalysator und EMV-Nahfeldsonden notwendig. 4. Test auf HF-Störfestigkeit Der Prüfling wird auf seine HF-Störfestigkeit hin untersucht. Dazu wird ein HF-Signalgenerator, ein HF-Breitbandverstärker und eine TEM-Zelle benötigt.

5. Ursprung von Schwachstellen bezüglich Störfestigkeit ermitteln und verbessern: Dazu werden die Nahfeldsonden mit einem HF-(Stör-)Signal gespeist und die Sonde über den Prüfling geführt. Es wird ein HF-Signalgenerator, eventuell ein HF-Breitbandverstärker und eine TEM-Zelle benötigt.

Auf leitungsgebundene Störungen testen

Bei Geräten mit Gleichspannungsversorgung sollte der Prüfling auf einem isolierten Untergrund über der Bezugsmasse liegen. Der Spektrumanalysator soll das leitungsgebundene Störspektrum auf beiden Versorgungsleitungen messen. Der HF-Ausgang der unbenutzten LISN ist mit 50 Ohm abzuschließen. Falls die Versorgungsleitung kürzer als 2 m ist, ist eine einzelne LISN ausreichend. Die exakten Details zum Aufbau und die Grenzwerte für leitungsgebundene Störungen sind in der Norm CISPR 25 bzw. den für die jeweilige Anwendung relevanten Standardisierungswerken.

Bei Tests von Geräten mit Wechselstromversorgung sollte sich der Prüfling auf einem isolierten Untergrund über der Bezugsmasseplatte befinden. Der Spektrumanalysator soll das leitungsgebundene Störspektrum sowohl auf der Phase als auch auf dem Nullleiter messen. Der Wert der Parallelschaltung der Kondensatoren beträgt jeweils 12 µF von Phase bzw. Nullleiter zum Schutzleiter. Das hat einen Blindstrom von 0,75 A über den Schutzleiter zur Folge und führt zur Auslösung des Fehlerstromschutzschalters. Daher ist der Einsatz eines Trenntransformators erforderlich. Eine optimale Erdung ist für die Sicherheit notwendig. Ein eingebauter Begrenzer oder ein Begrenzer zwischen dem HF-Ausgang der LISN und dem Spektrumanalysator sind wichtig für den Schutz der Ausrüstung.

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Was ist LISN? Was eine TEM-Zelle? Bitte die Fachworte erklären, sonst kann man gleich bei Wiki...  lesen
posted am 16.10.2015 um 01:41 von Unregistriert


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